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691 Reviews in der Datenbank
Billing ANNA KRÄNZLEIN, LETZTE INSTANZ
Ort Bochum, Christuskirche
Datum 25.02.2008
Autor Roland Wohde
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Ob es nun wirklich etwas Außergewöhnliches ist wenn man einen besonderen Anlass (in diesem Fall sein zehnjähriges Bandjubiläum) mit einem Akustikalbum samt dazugehöriger Tour feiert oder nicht, ist sicherlich streitbar. Denn diese Idee hatten vor gar nicht langer Zeit auch schon Bands wie SUBWAY TO SALLY oder SCHANDMAUL.
Etwas Besonderes ist es für Band und Fans aber mit Sicherheit immer wieder. Vor allem wenn alles so gut zusammenpasst wie bei der LETZTEN INSTANZ an diesem Abend in Bochum. Ort des Geschehens war die im Herzen der Stadt gelegene Christuskirche. Eine Location, die von der Atmosphäre und Akustik her für einen solchen Abend wie geschaffen ist. Und wer sagt man kriege in der heutigen Zeit die Kirchen nicht mehr voll, der wurde hier eines Besseren belehrt, denn fast sämtliche Bankreihen und auch die Empore war bevölkert von größtenteils schwarz gekleideten Gothic- und Metalfans sowie einigen Normalsterblichen. Zweifellos ein ungewöhnliches Bild in einer Kirche, aber auch der Bierstand inklusive Würstchenverkauf in den heiligen Mauern dürften sicherlich nicht dem Normalzustand entsprechen.

Anna Kränzlein Anna Kränzlein

Als weibliche Verstärkung ihrer Reihen hatten die Jungs der LETZTEN INSTANZ Frau Schmitt (SUBWAY TO SALLY), Leandra (ehemals POUNDING DEAD HEART) und Anna Kränzlein (SCHANDMAUL) geladen. Letztere präsentierte gleichzeitig von Specki und Micha (LETZTE INSTANZ) unterstützt als Supportact der Tour ihr Soloprojekt "Neuland".
Anna's zu Anfang spürbare Nervosität nahm durch die lockere Art ihrer Begleiter an Bass und Percussion stetig ab, vor allem aber durch die extrem positive Resonanz des Publikums auf ihre durchaus eigenwilligen, aber absolut mitreißenden und mit viel technischem Können gespielten Stücke. Vom Jubel beflügelt zeigte sie mit Eigenkompositionen und Neuinterpretationen verschiedener Klassikstücke eindrucksvoll ihr Können, wobei neben der Violine auch mal eine Drehleier ausgepackt wurde, und gegen Ende des Auftritts strahlte die diplomierte Geigerin mit den Zuhörern um die Wette. Weitere Sympathiepunkte sammelte Anna durch ihre natürliche Art, sorgte mit ungekünstelten Ansagen für den ein oder anderen Lacher und nebenher erfuhren die Anwesenden, wie es zur Zusammenarbeit mit der LETZTEN INSTANZ kam, warum ihr ursprünglich "Carte Noire" betitelter Song nun "Dügün" heißt und vieles mehr. Dementsprechend war es kaum verwunderlich, dass nach dem Konzert so einige "Neuland"-CDs am Merchandising Stand den Besitzer wechselten. Schöner Einstieg in den Abend.

Letzte Instanz Letzte Instanz

Mit heftigem Applaus begrüßt betrat danach die LETZTE INSTANZ in schwarzen Anzügen die Bühne, die mit zehn Musikern stattlich gefüllt war. Einzig Sänger Holly bildete komplett in weiß gekleidet einen Kontrast.
Die Band eröffnete ihren Akustikset wie auch auf "Das Weisse Lied" mit dem Stück "Kalter Glanz", und brachte mit kleinen Abweichungen alle Songs, die auch auf der CD vertreten sind. Bereits bekannte Songs nicht nur schlicht ihres stromverstärkten Gewandes beraubt, sondern zum Teil in völlig neuem Stil präsentiert auf der heimischen Anlage zu hören mag schon etwas Besonderes sein. Getragen von der "göttlichen" Atmosphäre der Kirche, der dezenten Bühnenausleuchtung und der angemessenen Lautstärke bei toller Akustik wurde es hier aber wirklich zu einem Erlebnis. Es entstand eine regelrecht andächtige Stille, in der die Fans den nun ruhigem Clubhit "Tanz" oder dem in eine Jazznummer verwandelten Stück "Du und Ich" lauschten. Auch der Text des sonst recht heftigen Songs "Ohne Dich" in seiner zerbrechlichen Neuinterpretation ging hier noch intensiver unter die Haut. Von daher war es kaum verwunderlich, dass das Publikum zunächst etwas zaghaft reagierte, als Sänger Holly es irgendwann zum mitmachen animierte. Aber natürlich dauerte es nicht lange bis der Bann brach und die Fans mehr und mehr aus sich heraus gingen. Spätestens beim zum Gospel umfunktionierten "Wir sind allein" waren alle mit dabei. Zwar zählt der Song für mich nach wie vor nicht gerade zu den Highlights der Band, setzte durch das entwickelte Gemeinschaftsgefühl aber den Text beeindruckend um. Ohnehin herrschte an diesem Abend besonders auf der Bühne ein großes Miteinander und so wurde auch Leandra die Chance gegeben, mit "Angeldemon" einen Song ihres neuen Soloprojektes vorzutragen. Und das völlig zu Recht, zeigte sie hier doch beeindruckend welch großes Spektrum sie mit ihrer kraftvollen Stimme abdecken kann. Wirklich ausgelassen wurde die Stimmung zum Ende hin als hintereinander sowohl neue ("Das Stimmlein") wie auch alte ("Rapunzel") Stimmungsgaranten zum Zuge kamen. Das abschließende "Sandmann" (eines meiner persönlichen Favoriten) ließ wieder Ruhe einkehren, ging so bezüglich seiner Intensität aber leider etwas unter.
Nichtsdestotrotz war es ein absolut stimmiges und stimmungsvolles Konzert, das die Anwesenden sicher nicht so schnell vergessen werden.

Leandra

Setlist LETZTE INSTANZ:

  • Kalter Glanz
  • Tanz
  • Unerreicht
  • Jeden Morgen
  • Ohne Dich
  • Du & Ich
  • Helden
  • Das Weisse Lied
  • Für Immer Und Ewig
  • Morgenrot
  • Angeldemon
  • Winter
  • Eros
  • Silber Im Stein
  • Komm Nie Zurück
  • Todestag
  • Wir Sind Allein
  • Mutter
  • Bittere Nacht
  • Das Stimmlein
  • Rapunzel
  • Sandmann

Fotos: Roland Wohde

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