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03. September 2010 - Uhr
 
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TRAUMHAUS - Die Andere Seite
Band: TRAUMHAUS
Albumtitel: Die Andere Seite
Label/Vertrieb: Saustark Records/Superskunk Music
Website: www.traumhaus-music.de
Alternative URL: www.myspace.com/traumhausmusic
Veröffentlichung: 25.10.2008
Laufzeit: 63:07 Minuten
Autor: Michael Kümmet
Bewertung: 11 von 15 Punkten
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Progressive Rock mit deutschen Texten! Den Exotenbonus haben TRAUMHAUS hiermit jedenfalls schon sicher. Als mittlerweile schon alter Hase in der Szene, konnte ich dennoch nur wenig Kontakte mit Gesang in deutscher Sprache knüpfen (mal abgesehen von den frühen ANYONE'S DAUGHTER-Veröffentlichungen). Bislang konnten mich deutsche Lyrics auch in anderen Sparten der Rockmusik kaum überzeugen, diese Sprache klingt einfach nicht und man versteht bestens was die Autoren von sich geben. Mit diesen Vorurteilen im Hinterkopf findet der Silberling den Weg aus dem schön aufgemachten Digipack dann doch noch in den Schacht des Abspielgerätes.
Was die Limburger hier bieten überrascht durchaus positiv. Die Stimme von Keyboarder und letztem verbleibenden Gründungsmitglied Alexander Weyland klingt angenehm warm und ausdrucksstark. Die deutsche Sprache und der Inhalt der Texte macht nichts kaputt, klingt harmonisch, wie aus einem Guss in Verbindung mit der anspruchsvollen Musik, welche sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen Retroprog und britischem Neoprog befindet, wobei man nicht abkupfert, sondern stets durch Eigenständigkeit brilliert.
Präsentiert werden sieben zum Teil überlange Stücke, die es insgesamt auf eine Spiellänge von knapp fünfundsechzig Minuten bringen. Klar können hier die Darsteller auf den Instrumenten ausschweifen, wobei der Aufbau der einzelnen Tracks immer übersichtlich und songorientiert bleibt.
Besonders beeindruckend ist das innovative Spiel von Schlagzeuger Hans Jörg Schmitz, der als KING OF AGOGIK auch solistisch eigene Wege beschreitet. Persönlich kann ich jedoch nichts über dieses mir bislang unbekannte Projekt sagen. Was sich jedoch in näherer Zukunft ändern sollte.
Die Melodiegänge werden größtenteils durch die Tasten wiedergegeben, wobei retrospektiv oft das Mellotron zum Einsatz kommt. Die Gitarre, die manchmal ein hartes Riff auflockernd zum Besten gibt, kann rhythmisch, wie auch im Alleingang, für interessante Akzente sorgen.

Fazit: Die Lyrics in der Muttersprache sind nicht peinlich! "Die Andere Seite" ist ein überdurchschnittliches und überaus abwechslungsreiches Output, das sich jedoch, wie oft in dieser Sparte, erst nach mehreren Durchläufen vollends offenbart und selbst dann noch immer wieder mit neuen schönen Details aufwartet. Vergleiche mit anderen Combos möchte ich jetzt keine nennen. Klar kommen die schon erwähnten ANYONE'S DAUGHTER in Betracht, doch auch frühe GENESIS, IQ oder ENCHANT können in gewissen Passagen Gemeinsamkeiten aufweisen.

Interessierte können das Konzeptalbum über die Homepage der Band ordern. Viel Spaß!
   
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