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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing AMORPHIS, LEPROUS, THE MAN-EATING TREE
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 12.01.2012
Autor Torsten Butz & Alexander Meyer
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Aschaffenburg ist doch immer wieder die lange Reise wert. Ich fahre gleich von der Arbeit aus, sodass ich schon gegen halb sieben vor Ort bin. Da sich der Veranstaltungsort in der rtlichen Fugngerzone befindet, gibt es gengend Optionen fr's Abendessen. Ich entscheide mich fr den Schnell-Chinesen ein paar Tren weiter und werde nicht enttuscht: Viel & lecker fr kleines Geld - sehr zu empfehlen! Im Colos-Saal angekommen, werde ich sogleich von Freunden begrt, mit denen ich verabredet bin. Kollege Butz trifft kurze Zeit spter auch ein und als man sich gerade so richtig festgequatscht hat, geht das Licht auch schon aus. (Alex)

The Man-Eating Tree The Man-Eating Tree

THE MAN-EATING TREE stammen zwar wie der Headliner aus Finnland, wollen jedoch vom Papier her nicht so ganz ins Billing passen. Auf CD gefallen mir die beiden Alben der Gothic Rocker wirklich gut, aber wrden sie ihre emotionalen Dsterhymnen auch live - vor einem fanatischen Amorphis-Publikum - rberbringen knnen? Das Erffnungsduo "Harvest Bell" und "At The Green Country Chapel", das auch das aktuelle Album "Harvest" erffnet, beantwortet alle Fragen unmittelbar. Zwar sehen insbesondere Bassist Mikko Uusimaa und Gitarrist Antti Karhu mit ihren Frisuren wie waschechte Goths aus, sie wissen jedoch wie man so richtig abrockt. Drummer Vesa Ranta und der zweite Gitarrist Janne Markus wissen das sowieso, haben sie doch schon in Metalkapellen wie Sentenced und Poisonblack gespielt. Keyboarderin Heidi Mtt hlt sich hinter ihren Tasten sitzend eher im Hintergrund. Unumstrittener Mittelpunkt des Bhnengeschehens ist ganz klar Frontmann Tuomas Tuominen, der teilweise in beeindruckendem Deutsch sehr sympathisch durch den Auftritt fhrt. Die Finnen konzentrieren sich verstndlicherweise eher auf ihr hrteres Songmaterial, wie "Amended" oder "Call Of Surrender", sodass mein Lieblingssong des neuen Albums "Exhaled" leider nicht zum Zuge kommt. Mit "Of Birth For Passing" wird wenigstens eine Emogranate vom Debt "Vine" zum Besten gegeben. Trotz der suboptimalen Rahmenbedingungen (wenig Platz und Licht) haben TM-ET an diesem Abend sicherlich neue Fans hinzugewonnen. Falls es mit der Rockstarkarriere trotzdem nicht klappt, kann Tuomas ohne weiteres als Finnischlehrer in Deutschland arbeiten, denn er gab dem Publikum mit "Kippis!" noch das finnische Wort fr "Prost!" mit auf den Weg. (Alex)

Setlist: The Man-Eating Tree

  • Harvest Bell
  • At The Green Country Chapel
  • Down To The Color Of The Eye
  • Armed
  • Amended
  • Of Birth for Passing
  • Call Of Surrender

Leprous Leprous

Unterschiedlicher knnen zwei Vorbands kaum sein. LEPROUS legen mit "Thorn" von ihrem aktuellen Album "Bilateral" so fulminant los, als gbe es kein Morgen. Wie vom Affen gebissen, marodieren die Norweger ber die Bhne. Wie auf den Promobildern haben sie sich mit Weste und Fliege richtig in Schale geworfen. Die Fliege berlebt bei Snger/Keyboarder Einar Solberg allerdings nur die ersten beiden Songs, bis sie achtlos auf dem Bhnenboden liegt. Der Typ bangt seine Rastas so dermaen brachial, dass einem Angst und Bange um seine Gesundheit werden knnte. Das sieht zwar alles ziemlich spektakulr, teilweise aber auch etwas einstudiert und verkrampft aus. Dadurch schaffen es die Norweger nicht ganz die Spielfreude von "Bilateral" zu transportieren. Mir fehlt einfach das ein oder andere Lcheln oder Augenzwinkern, was ich nach meinem Interview mit Gitarrist ystein Landsverk einfach erwartet htte. Rein musikalisch gibt es rein gar nix zu meckern. Selbst die halsbrecherischsten Passagen werden perfekt gemeistert und Einar bekommt auch die hchsten Tne auf die Reihe. Nachdem die letzten Tne von "Forced Entry" verklungen sind, merkt man Teilen des Publikums an, dass LEPROUS nicht so ganz in ihr Metaluniversum passen. hnliches konnte ich in der Vergangenheit mal bei Primus im Vorprogramm von Rush beobachten. Die Geschmcker sind halt verschieden und das ist auch gut so. (Alex)

Setlist: Leprous

  • Thorn
  • Restless
  • Passing
  • MB. Indifferentia
  • Waste of Air
  • Dare You Play
  • Forced Entry

Amorphis Amorphis

Die zunehmende Personendichte vor der Bhne deutet es bereits an, der Auftritt von AMORPHIS steht unmittelbar bevor. Whrend das Intro luft, begeben sich die Musiker zu ihren Instrumenten, begleitet von starkem Applaus aus dem sicherlich ausverkauften Colos-Saal. Snger Tomi greift sich sein mehr als aussergewhnliches Mikro und mit "Song Of The Sage" des aktuellen Albums, welches ja auch betourt wird, steigen die Finnen in ihren Set ein. Schon hier macht sich so dicht vor der Bhne, wo ich nun mal stehe, ein Sound breit, der es einem erschwert die Songs voll zu geniessen. Von Kollege Alex erfahre ich jedoch spter, dass das Klanggewand weiter hinten ausgezeichnet war. "Mermaid" ist der zweite Song des Abends und die Band ist in allerbester Spiellaune heute bei ihrem letzten Auftritt in Deutschland. Tomi ist der Wirbelwind auf der Bhne, lsst seine superlangen Rastas rotieren. Ganz gegenstzlich ist Esa, sehr ruhig und bedacht entlockt er seiner Gitarre die Riffs, die ich an Amorphis so mag, doch immer wieder erscheint ein Grinsen auf seinem konzentrierten Gesicht und man erkennt, dass er Spa an seinem Job hat. Nach dem Start mit dem neuen Songmaterial nehmen uns die Finnen Stck fr Stck auf eine Reise in die Vergangenheit mit. Erst mittels eines Medleys von der Platte "Elegy" ("Against Widows") und spter weit, weit zurck mit "Vulgar Necrolatry" von der 93er Hammer-Platte "The Karelian Isthmus". Jetzt wird manch ein Besucher geschluckt haben, wenn er nur die letzten Relesases der Band kennt. Tomi growlt sich phantastisch durch die alten Songs, beeindruckend wie er klaren Gesang und diese harte Gesangstechnik beherrscht. Das Ende naht so langsam und Tomi nimmt sich zuvor die Zeit um die Band auf humorvolle Weise vorzustellen. Mit der wunderschnen "Silver Bride" werden wir in die kurze Zugabenpause entlassen, die mit dem Gassenhauer "Black Winter Day" beendet wird. Doch irgendwann muss jedes Konzert zu Ende sein und mit "House Of Sleep" und nach ungefhr 90 Minuten prall gefllt mit mitreissenden Songs ist dann leider Schlu fr heute. (Torsten)

Setlist: Amorphis

  • Song of the Sage
  • Mermaid
  • The Smoke
  • Against Widows / On Rich & Poor
  • Sampo
  • You I Need
  • Sky Is Mine
  • Karelian Intro
  • Vulgar Necrolatry
  • Into Hiding
  • Crack in a Stone
  • Alone
  • Silver Bride
  • Thousand Lakes Intro
  • Black Winter Day
  • My Kantele
  • House Of Sleep

THE MAN-EATING TREE waren fr mich heute die berraschung, mit LEPROUS konnte ich nur wenig anfangen. Davon abgesehen ist das Colos-Saal eine wirklich tolle Location. Man fhlt sich schnell heimisch und die Bands welche die Veranstalter ins Haus holen erlebt man wirklich hautnah. Ein nahe gelegenes Parkhaus sorgt fr entspanntes Parken. Noch ein kurzer Plausch mit meinem Kollegen Alex und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Die neu erworbene The Man-Eating Tree-CD schnell in den Player geworfen und ab geht es in die Nacht. Und damit ich den Abend blo nicht vergesse hat man unterwegs noch ein Foto von mir gemacht. (Torsten)

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