War das eine Party!
Es ist den Veranstaltern wieder gelungen eine rundum geniale Veranstaltung auf die Beine zu stellen und noch eins draufzusetzen. Das Lineup ließ kaum Wünsche offen, sowohl Publikum als auch Bands hatten eine super Partyzeit!
Viele Bands betonten, dass es mehr von einem Treffen unter Freunden hätte als von einem normalen Festival.
Die Leute hatten Lust zu feiern und das taten sie auch. Es waren viele Kinder anwesend und an dieser Stelle möchte ich anmerken, wie super tolerant und friedlich das Ganze hier ablief. Egal wie betrunken oder wild tanzend, sobald ein Kind in oder auf der Menge war, waren alle extrem vorsichtig und hilfsbereit. Ein ganz dickes Lob an die Verantwortlichen, die Security, die Bands und an das Publikum!
Selbst der Wettergott hatte dieses Jahr, zumindest meistens, ein Nachsehen und so konnte überwiegend trocken getanzt und gefeiert werden. Zumindest von oben, denn das Bier floss in rauen Mengen.
(Anmerkung der Redaktion: unsere Fotografin Nina war kurzfristig am Freitag verhindert, so dass es nur Fotos von den Bands am Samstag gibt.)
RUN ZERO
Den Opener machen am Freitag, pünktlich um 18:00 Uhr die Jungs von RUN ZERO, diesmal in Originalbesetzung. Sie legen einen fetten Start hin. Trotz, des noch überschaubaren Publikums, ist die Stimmung vor und auf der Bühne super. Sie bringen eine Mischung aus alten und neuen Songs und zum Lied „Nie im Leben“ steht die Tochter des Bassisten mit auf der Bühne am Megaphon. Der Nachwuchs steht also schon in den Startlöchern. Und vielleicht schaffen sie es ja nächstes Jahr auf die Mainstage, damit der Sound so fett rüberkommt wie die Texte. Verdient hätten sie es auf jeden Fall!
RANTANPLAN
Mit einem nahtlosen Übergang legen RANTANPLAN auf der Mainstage los. Die beiden Bläser haben die Bühne sofort inne und verbreiten ihre Power und gute Laune direkt auf die Leute. Partystimmung pur. Die ersten Bengalos brennen und wer hier die Füße stillhalten, kann ist wahrscheinlich schon tot. Aber für die ganz hoffnungslosen Fälle führt der Trompeter einen Fruchtbarkeitstanz in der Menge auf.
ZORROWS
ZORROWS starten mit einem Knall aus der Konfettikanone und setzen auf Partypunk und Animation. Es gibt einen Gesangsbattle im Publikum und eine Dezibel Messung. „Dorfkind“ nimmt die Leute mit und die Party läuft. „Morgens Tee, abends Bier und dazwischen feiern wir“…mit Saufliedern fängt man die Meute. Und zuletzt noch der gut gemeinte Ratschlag, sich auf jeden Fall ein Konterbier mit ans Bett zu nehmen! …in diesem Sinne…Prost!
ZSK
ZSK fallen zum „Fluch Der Karibik Theme“ ein und legen fett los! Laut, schnell und „mit dem Herz für die Sache“. Das der Martin Gitarren fangen kann wird des Öfteren unter Beweis gestellt und somit zum Running Gag des Gigs. Ab September wird es ein neues Album geben und daraus haben sie „Wir Kommen In Deine Stadt“ vorgestellt. Ansonsten gab es umgedichtete Klassiker von Rudi Carell „Ich Will Einen Sommer Ohne Nazis“ und auch ZSK wissen „Die Besten Lieder Sind immer Übers Saufen“. Also, Wasserbälle ins Publikum und „ganz Wiesmoor hasst die AFD!“ Mit mega Stimmung in den Sonnenuntergang.
DEZIBEL BIEST
DEZIBEL BIEST, letztes Jahr Opener auf der Mainstage, diesmal „Rausschmeißer“ auf der Nebenbühne. Was für ein Unterschied so rein Soundtechnisch, aber der Qualität und der Stimmung tut das keinen Abbruch, obwohl es sich doch schon merklich gelichtet hat vor der Bühne. Aber sie haben Bock zu spielen und machen Werbung für ihr neues Video „Support your Locals“. Es gibt auch Lagerfeuerstimmung zum Song „Für Immer Jung“, der auf Platz 21 bei FFN rangiert. Und dass sie sogar hochzeitstauglich daherkommen können, beweisen sie mit ihrer Interpretation von „Ohne Dich“ von der MÜNCHENER FREIHEIT.
Am Samstag geht es dann zeitig um 12:00 Uhr weiter. Und es sind auch schon tatsächlich eine Handvoll Leute da.
GUTE ZEITEN
Den Opener macht die Auricher Band GUTE ZEITEN mit dem bekannten Allrounder Steppo als Frontmann. Sie wissen genau wie man die Leute mitnimmt und verbreiten von Anfang an gute Laune. Sie nennen sich selbst „Deutschlands erstes Top Rock´n´Roll Start up“ und geben eine halbe Stunde lang Vollgas, um dann gleich zum nächsten Auftritt nach Wilhelmshaven aufzubrechen. Ich hoffe, dass man die Jungs nicht zum letzten Mal an dieser Stelle gehört hat.
MUUSKE
Mit der „Pop-Alternative-Punkband“ MUUSKE setzt der Regen ein und die Powerfrontfrau gibt alles damit die Leute bei Laune bleiben. Sie liefern einen soliden Auftritt ab, mit dem ich persönlich allerdings leider irgendwie nicht so viel anfangen kann. Aber den Leuten gefällt es.
MUUSKE
MÄNNI
MÄNNI ist das Soloprojekt von Samuel Dickmeis aus Aachen. Unterstützt wird er durch Schlagzeug und Powerbassistin. So richtig schnell, rotzig und aggressiv, aber es ist wohl einfach noch etwas zu früh für „die krasseste Gang“. Zu fortgeschrittener Stunde wäre hier sicher kein Halten mehr. Die Bassistin stiehlt dem Sänger fast die Show und gibt den Leuten fett auf die Ohren und in den Magen. Da lässt der Herzschrittmacher grüßen.
MÄNNI
LARRIKINS
Nach der ersten kurzen Verzögerung beim Band- und Bühnenwechsel starten die LARRIKINS mit Power los, aber der Funke will irgendwie nicht so 100% überspringen auf das plötzlich etwas verstreute Publikum. Die Metal-Ska-Punk Mischung bringt irgendwie nur verhaltene Stimmung und der Aufruf zum ersten Moshpit des Nachmittags gelingt auch nur mäßig. Aber der Sänger gibt alles und gibt sogar zum Lied „Kornblumenblau“ noch eine Flasche „Berliner Luft“ aus, die er ins Publikum zum Aufteilen und Austrinken reicht. Dann gibt es zu guter Letzt auch noch einen kleinen technischen Defekt und der Gesang ist kurzzeitig komplett tot.
LARRIKINS
MANDELKOKAINSCHNAPS
Mit MANDELKOKAINSCHNAPS kommen die absoluten Paradiesvögel auf die Nebenbühne. Die Toleranz soll auf die Probe gestellt und Schubladendenken eingestellt werden. Hier wird die leichtbekleidete Frontfrau von ebenso leicht bekleideten Männern in kurzen Röcken und Einhorn Flügeln am Bass, Schlagzeug und der Gitarre begleitet. Man darf sich definitiv nicht von der Optik blenden lassen, denn MKS sind alles andere als soft. Sie kommen mit fettem Sound und guten Texten daher und zwischendurch gibt es immer wieder die Ermunterung an alle, so zu sein wie man will, wie man ist. Egal wer, wie, wo Hauptsache man ist kein Arschloch! Sie verteilt noch ein paar Mini Dildos und bringt alles unheimlich gefühlvoll und gleichzeitig hart, mit voller Power rüber. Ein absolutes Highlight am späten Nachmittag. Fazit „Ich MUSS gar nichts, nur mein Leben leben!“
MANDELKOKAINSCHNAPS
ROGERS
ROGERS kommen mit ihrer eingefleischten Fangemeinde daher und haben von Anfang an „alles auf Party“. Mit Klassikern wie „Kreuzberger Nächte sind lang“ kann man nichts verkehrt machen und wenn Wiesmoorer Nächte noch länger sind, dann sind alle mit dabei. Sie rühren die Werbetrommel für ihre Instagramm Aktionen und präsentieren einen Song, den sie mit Ferris MC aus Hamburg gemacht haben, heute mit Wenke Zastrau von MANDELKOKAINSCHNAPS „Mach du deinen Punk, ich mach Meinen!“ Und für die Zugabe kommt dann noch „Sebi“ Beyer von MASSENDEFEKT dazu.
ROGERS
ELFMORGEN
ELFMORGEN sind zwar nur zu dritt, machen aber einfach einen dermaßen fetten Basssound, das sich einem das Bier im Magen dreht. Sie machen Dampf mit melodischem, aber trotzdem rotzigen Punk und sowohl Merz, als auch Trump bekommen von ihnen ihr Fett weg. Aber bei aller Politik funktionieren die einfachen Sachen immer noch am besten und somit grölen alle zu „Das Leben ist hart, ohne Oberlippenbart“ mit und haben einfach Spaß an diesem Auftritt.
ELFMORGEN
MONTREAL
MONTREAL schaffen es zu dritt sogar die Hauptbühne zu füllen. Sie haben vom Start weg Partystimmung und sind immer wieder begeistert vor betrunkenem Publikum zu spielen. Sie agieren mit den Leuten und „Max Power“ (Schlagzeuger) muss immer wieder herhalten für sämtliche Gags. Ob der Bassist ihn am Mikrofonständer hochhebt, weil er so klein ist, er als Modell fungieren soll, oder aber in der Hocke auf seinem Hocker Schlagzeug spielt. „Max Power“ ist quasi eine Extrashow. 15 Jahre MONTREAL und „120 Sekunden“ werden vom Publikum verlangt. Kinder surfen über die Leute hinweg und es herrscht einfach nur eine grandiose Stimmung.
MONTREAL
MASSENDEFEKT
Mit MASSENDEFEKT geht die Party auf der Nebenbühne weiter und ein „Happy Birthday“ an den Schlagzeuger „Alex“ Wolfart darf auch nicht fehlen. Vor der Bühne ist einfach eine „Massenparty“ mit Wasserbällen und Luftballons. Und wenn sich die Frage stellt „wollt ihr Romantik oder Punkrock?“ kann es nur eine Antwort geben: romantischen Punkrock! Seifenblasen und Konfettikanone runden bei der Zugabe, „Junimond“ von Rio Reiser, dann den Auftritt ab.
MASSENDEFEKT
DRITTE WAHL
Mit DRITTE WAHL aus Rostock sind dann die Headliner und Dienstältesten auf der Bühne. Die eingefleischten Fans geben alles und der erste neue Song seit 37 Jahren wird ordnungsgemäß erstmal gehasst. Und auch bei dieser ausgelassenen Party ist es wirklich faszinierend wie lieb und brav doch all die „bösen Punks“ sind. Sobald ein Kind am Crowdsurfen ist, passen alle auf das nichts passiert und wenn jemand hinfällt, wird auch sofort geholfen, also einfach nochmal ein dickes Lob an dieser Stelle…gelebter RESPEKT! Das Publikum kommt definitiv auf seine Kosten und bekommt alle „Klassiker“ geliefert. Ein Zusammenspiel mit MONTREAL und MASSENDEFEKT ist dann ein „Gastgeschenk“ und zur „Runde um Runde“ darf es auch mal eine große, klassische Polonaise sein, bevor es dann beim Moshpit weitergeht. Zur Zugabe „Fliegen“, fliegt dann nochmal ganz Wiesmoor mit und verabschiedet die Jungs nach einem super Auftritt standesgemäß.
DRITTE WAHL
JACK POTT
Für die älteren unter uns kommen JACK POTT, zumindest rein optisch, als Reinkarnation der SPIDER MURPHY GANG auf die Bühne. Sie haben jetzt die undankbare Aufgabe als „Rausschmeißer Band“ zu fungieren, aber den Job machen sie super. Es wird immer noch im Seidenblasenmeer getanzt und gefeiert und auch wenn sich jetzt doch schon einige verabschiedet haben, nehmen sie die Leute mit und machen wirklich Spaß. Hier und da ein „Gastauftritt“ und dann verabschieden sie sich mit „Beinhart“ von TORFROCK und beenden somit ein wirklich gelungenes Festival-Wochenende.


















































































