MAD MAX – EIN GANZ NEUER KOSMOS OHNE KOMPROMISSE!

Band

Mad Max

Interview vom

02.09.2022

Wie viele von euch vielleicht wissen, feiern die Münsteraner Heavy Rocker von MAD MAX dieses Jahr das 40-jährige Band-Jubiläum! Das tun sie mit dem vorzüglichen Album „Wings Of Time“, wobei die Vorzeichen durch den überraschenden Abgang von Frontmann MICHAEL VOSS Anfang letzten Jahres für Gründer JÜRGEN BREFORTH zusammen mit Drummer AXEL KRUSE nicht allzu günstig standen, in der kurzen Zeit nicht nur die neuen Songs vorzubereiten, sondern auch eine neue, motivierte Mannschaft „zusammenzutrommeln“. Nicht wenige sahen deshalb die Truppe schon am Ende. Doch MAD MAX haben diese schwierige Prüfung mit Bravour überstanden und kehren sogar gestärkt aus der schwierigen Zeit zurück auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Über die (Hinter-) Gründe, Schwierigkeiten und weitere Facts unterhielt ich mich mit Bandgründer JÜRGEN BREFORTH, der aber noch weitere persönliche Neuigkeiten in Sachen Musik zu berichten wusste…

Moinsen Jürgen, lange her dass wir zwei uns zum letzten mal getroffen haben, umso schöner, dass es jetzt wieder klappt! Es liegen ja turbulente zwei Jahre hinter euch. Das auslösende Ereignis war dabei ganz bestimmt der für alle überraschende Ausstieg von Vossie, der nicht nur der Sänger und Gitarrist war, sondern auch den größten Teil der Musik mitgeschrieben und zusätzlich noch produziert hat, nach außen also schon so etwas wie das Aushängeschild. Warum war denn in der Öffentlichkeit so wenig über die Gründe bzw. Umstände des Abschieds zu lesen?

Weil sich das in erster Linie im rein privaten Bereich abspielte! Wir waren in den 38 Jahren, seit Vossie in der Band ist,  ja nicht nur Band-Kollegen, sondern auch richtig eng befreundet. Und das tut mir am meisten weh, was anfangs natürlich nicht leicht war. Aber es musste bei MAD MAX eine Veränderung her, denn durch die vielen anderen Verpflichtungen von Vossie etwa für Michael Schenker oder kürzlich Lessmann/Voss und die ganzen anderen Produktionen, reichte es für MAD MAX nur noch für 70% bei Vossie. Und wenn ich meine Träume und Vorstellungen mit meiner Band, die MAD MAX nun mal seit jeher ist, zu verwirklichen, reichen 70% nicht aus, ich will 100%, und zwar von mir und auch von allen anderen Bandmitgliedern von MAD MAX! Ich habe das Gefühl, dass wir das jetzt mit dem neuen Album erreicht haben. Ich musste viel zu lange Kompromisse eingehen. Das funktioniert vielleicht in einer Ehe oder Familie, doch in einer Band haut das auf Dauer nicht hin, das ist ähnlich wie in einer Fußball-Mannschaft. Es ist möglich, dass du mit einem Leistungs-Stand von 70% eventuell ein paar Spiele gegen schwächere Teams gewinnst, aber die Meisterschaft wirst du nicht gewinnen!

Schöner Vergleich. Wie habt ihr es denn geschafft, dass ihr mit „Wings Of Time“ ein dermaßen starkes Album raushauen konntet!? Musikalisch liegen ja zwischen den „alten“ Mad Max-Scheiben Welten, möchte ich mal behaupten.

Haha, ja, das höre tatsächlich ich von allen Seiten! Das hat vielerlei Gründe. Zum einen natürlich, dass wir die richtigen Leute bei der Suche nach Alternativen kennengelernt haben. Axel Kruse hat z.B. den Kontakt zum neuen Sänger Julian Rolinger hergestellt, was für ein Glücksgriff! Was der junge Kerl für eine tolle Stimme hat ist doch der Wahnsinn, oder? Dann muss ich auch ganz klar unsere alte Plattenfirma SPV loben, die uns trotz allem auf der Axel Rudi Pell-Tour gelassen hat, die am 07.09. schon losgeht! Soviel Loyalität ist heutzutage nicht an der Tagesordnung. Sie hätten wirklich jede andere Band, die bei SPV aktuell unter Vertrag steht holen können. Oder die Hilfe von Sänger Peter Lenzschau und Sandro Giampietro, die bei der Produktion einen Top-Job machten! Und dann muss ich noch tatsächlich Gitarrist Fred Zahl nennen, der früher schon mit Jimi Jamison (R.I.P.; ex-Survivor-der Verf.) das Album „One Man`s Trash“ aufgenommen hat. Von dieser Songwriter-Session ist unsere dritte Single „Best Part Of Me“ übergeblieben, zu der ich den Text schreiben durfte. Mit Fred Zahl bin ich mittlerweile fest befreundet. Mit Julian zusammen bilden wir das Trio Restless Kind Survivors, mit dem wir schon zwei Akustik-Shows im privaten Rahmen gespielt haben und auch ein paar neue Mad Max-Songs ausprobiert haben. Und Peter Lenzschau ist ja auch der Sänger meiner dritten Band BREFORTH, das Album kommt Anfang nächsten Jahres!

Wow, soviel Neues mit gleich drei Projekten, hört sich nach viel Arbeit an!

Ist es auch, aber es hat sich ja jetzt schon ausgezahlt, unsere neue Plattenfirma mit Mad Max, Rock Of Angels Records aus Griechenland, macht international Werbung, sogar in den USA, was den Kreis jetzt bei „Wings Of Time“ aus der Vergangenheit schließt. Unsere alten Fans wissen ja, dass wir schon damals ganz kurz davor standen, in den USA durchzustarten. Jetzt haben wir die Chance noch einmal!

Gibt es denn bei gleich drei Projekten keine Komplikationen untereinander?

Auf gar keinen Fall! Allein stilistisch sind die Grenzen klar abgesteckt, sonst würde es ja auch keinen Sinn machen. Mit Mad Max sind wir mit einem Album, auf dem jeder Song eine Single sein könnte ganz klar auf der Def Leppard und „Pyromania“-Schiene, mit BREFORTH wird es in die Metal-Region meiner Anfänge in den 80ern, also Judas Priest oder Saxon gehen und mit den Restless Kind Survivors wird es reinen AOR geben, übrigens auch Mitte nächsten Jahres mit einem neuen Album! Somit haben alle meiner drei aktuellen Projekte eine eigene Nische, keines nimmt dem anderen irgend etwas weg!

Da bin ich jetzt schon gespannt ob der Dinge, die da noch mit dir kommen! Zurück zu Mad Max: Mir ist aufgefallen, dass einige Songs beim Titel gezielte Hinweise auf frühere Lieder von euch geben, etwa „Heroes Never Die“ zu „Heroes Die Lonely“.

Das ist natürlich pure Absicht. Schließlich heißt das Album zum Jubiläum nicht umsonst „Wings Of Time“ und soll bewusst textlich den gesamten Zeitraum bis heute abdecken. Unser letztes Album hieß zwar „Stormchild Rising“, allerdings gab es darauf keinen Song, der so hieß. Das wollten wir jetzt ändern.

Ich höre euer neues Album tatsächlich viel öfter, als ich das mit den vorherigen getan habe, was jetzt keine plumpe Anbiederung sein soll! Es ist eben so. Dabei habe ich bei jedem Durchgang einen anderen „One-Moment-Fave“…letztens z.B. war das „Rock Solid“. Wer ist denn eigentlich die junge Dame, die darauf im Duett mit Julian singt?

Haha, das war auch so ein Kennenlern-Zufall! Das ist Julia Salm, die Freundin von Julian! Als wir den Song als Duett aufnahmen war es für mich wie ein WOW-Effekt!! Was ist das denn, dass ein Sänger eine Freundin hat, die ebenfalls eine derart mitreißende Stimme hat? Das kann doch kein Zufall sein, oder? Also war es ein Muss für uns, den Song auf die Platte zu bringen!

Prima, ich komme schon zur letzten Frage: Neben dem schon angesprochenen Sänger Julian Rolinger ist das neue Line-Up mit Gitarrist Dethy Borchardt und Basser Fabian „Fabs“ Ranft jetzt komplett und bald geht es schon auf Tour. Wir drücken euch alle Daumen, dass ihr die vielen guten Reviews zur Platte in Erfolg ummünzen könnt! Was möchtes du sonst noch loswerden?

Vielen lieben Dank! Ja, die Vorzeichen stehen wirklich extrem gut! Ich bin tatsächlich total happy und ein wenig stolz auf das, was wir mit der neuen Platte geleistet haben. Mad Max erfüllt aktuell genau meine Vision, mit der ich die Band 1982 gegründet habe und ist meine Visitenkarte. Und ja, ich sehe mich bestätigt darin, dass es auch ohne Vossie, der zweifellos ein hervorragender Musiker und Produzent ist, funktioniert. Ganz anders als mit ihm vorher, aber ganz bestimmt nicht schlechter! Und zum Abschluss eines noch: Egal was kommt, ich persönlich übernehme die alleinige und volle Verantwortung im neuen Mad Max-Kosmos!

Die Melodie muss stimmen!