Assignment – wollen raus auf die Bühne!

Gute Vokalisten wachsen nicht auf Bäumen! Die Deutschen Assignment sind mir erst seit dem Einstieg des argentinischen „DIO-Sohnes“ Diego Valdez ein Begriff. Deren letztes Album „Inside Of The Machine“ hat mir gut gefallen! Das gilt auch für das neue Werk „Reflections. Gitarrist Goran Panić stand mir dann für ein Interview zur Verfügung und hat einiges zu erzählen fernab sämtlicher Promofloskeln.

Mit Diego Valdez (Dream Child, Helker) habt ihr nun einen wirklich starken Sänger an Bord der wohl von Südamerika nach Spanien übergesiedelt ist. Ich habe durch ihn von euch Notiz genommen und sonst die Band nicht gekannt. Wie wichtig war der Sängerwechsel für euch als Band in Sachen Bekanntheit?

Also grundsätzlich haben wir uns für Diego wegen seiner Stimme entschieden, da sie sehr gut zu unserem Stil passt. Ob es der Band in Sachen Bekanntheit weiter geholfen hat ist schwer zu beantworten, zumindest gab es keine signifikante Steigerung bei den Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorgänger „Inside Of The Machine“

Habt ihr mit dem Mann in der Vergangenheit schon live gespielt, habt ihr sowas denn geplant, vielleicht für 2021, oder seid ihr eher eine Studioband bzw. eine Truppe die vielleicht eine Handvoll Gigs im Jahr hat?

Leider nein. Einerseits lag es an der Tatsache das er in Argentinien gelebt hat, anderseits liegt es auch an uns, da wir der Meinung sind, dass die Rahmenbedienungen passen müssen. Da Diego nun in Spanien lebt, ist es definitiv einfacher, aber immer noch keine Garantie. Letztes Jahr hatten wir z.B. die Chance Symphony-X auf Ihrer Europa-Tour zu supporten und es scheiterte gerade an Diego, weil er zu dem Zeitpunkt in Spanien bei einem dreimonatigen „Queen-Musical“ angeheuert hatte. Es müssen also viele Dinge zusammenkommen, aber wir arbeiten daran.

Ihr habt auch den Ex-Drummer von Almanac Michael in den Reihen, wie seid ihr an den gekommen und wieso gab es einen Wechsel?

Der Wechsel war nötig da unser langjährige Drummer Sven Pollkötter einfach keine Lust mehr auf Metal hatte. Als studierter Musiker war er viele Jahre nur noch im Klassik-und Kammermusikbereich unterwegs und verlor einfach die Inspiration für Metal. Den Michael kannte ich persönlich schon vor seiner Almanac Zeit, und er war auch die perfekte Wahl. Perfekt, weil er ebenfalls in Gütersloh lebt und natürlich spielerisch zu unserem Stil passt.

Eure letzten beiden Studiodreher sind ja problemlos beziehbar, euer erstes und zweites Album anscheinend nicht, was ist mit den Alben, wollt ihr die noch mal auflegen oder vielleicht neu einspielen?

Die ersten beiden Alben sind noch, allerdings in geringen Stückzahlen, über unsere Webseite assignment-music.com und unseren Discogs Shop verfügbar. Neue Auflagen wird es allerdings nicht geben. Wir haben aber tatsächlich auf dem letzten Album mit „Crimson Poison“ ein Track von unserem ersten Album neu aufgenommen.

Die drei Plattencover die ich von euch kenne sind immer richtige Hingucker, das letzte ist vielleicht eine Spur zu düster, das aktuelle ist ja ein Hammer. Auf Vinyl sieht da bestimmt bombastisch aus, was soll das Ganze denn darstellen bzw. was ist die Intention?

Das „Reflections“ Artwork wurde von Didier Scohier kreiert. Er hatte für uns bereits das „Inside Of The Machine“ Artwork gemacht, und wir sind von seiner Arbeit einmal mehr begeistert. Es nimmt natürlich Bezug auf den Titel „Reflections“ aber auch auf diverse Teile der Lyrics. Es deutet natürlich auch an, dass die Natur sich eines Tages alles was wir Menschen Ihr geraubt haben, zurückholen wird.

Textlich seid ihr laut Info immer recht anspruchsvoll und greift auch mal eine Geschichte von einem vorherigen Album auf. Abseits von euch, sind den Musikfans die Texte heute sehr wichtig oder vielleicht nur bei gewissen Genres, was meinst du?

Ich kann mir da nicht sicher sein, tendiere aber schon dazu das es am Genre liegt. Aber die Definition von „anspruchsvoll“ liegt ja auch im Auge des Betrachters, Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass für die große Mehrheit der Fans die Musik natürlich an erster Stelle steht. Grundsätzlich hört man Musik, lesen tut man Bücher.

Wenn du eure vier Alben miteinander vergleichst, wo sind für dich abseits der Sängerposition die größten Unterschiede?

Meiner Meinung nach sind die Unterschiede, im stilistischen Sinne gar nicht so groß, die Entwicklung im kompositorischen Bereich allerdings schon. Auch wenn wir von Anfang an in die „Progressive Metal“ Schublade gelegt wurden, habe ich uns nie wirklich als progressiv empfunden. Bei Assignment ging es immer um den Song und die Komposition, nicht wie technisch oder schnell wir spielen können. Sound-technisch versuchen wir natürlich bei jedem neuen Album zumindest ein Schritt besser zu klingen.

Die Covid 19 Situation hat die ganze Szene im Griff, was betrifft euch davon und wie kritisch siehst du die weitere Entwicklung?

Wegen der Covid 19 Situation mussten wir das Photo Shooting für das Album mehrfach nach hinten schieben. War natürlich ärgerlich, aber die Gesundheit geht natürlich vor. Klar ist, dass es viele Clubs, Veranstalter, Technikverleiher und auch Künstler an den Rand der Existenz drückt. Das ist tragisch und man kann nur hoffen, dass es ab September wieder Veranstaltungen geben kann. Es ist allerdings auch eine politische Frage. Es ist ok unter dem Aspekt der Meinungs- und Versammlungsfreiheit Demonstrationen abzuhalten, und es werden gesundheitliche Risiken in Kauf genommen. Für Konzerte gilt dies leider nicht, und da kann schon den Sinn hinterfragen.

Auf jeden Fall!

"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)