Firewind – Alles auf Anfang!

Bei den seit über 20 Jahren aktiven Griechen hat es gerappelt im Bandgefüge! Ein neuer Sänger ist an Bord, ein Gitarrist / Keyboarder wurde gar nicht erst ersetzt, so dass die Band nun als Quartett mit dem neuen, schlicht „Firewind“ betitelten Album daherkommt. Wir sprachen mit Bandboss und Solomusiker Gus G. der wie immer ein sehr netter und entspannter Gesprächspartner war.

Wir befinden uns am Beginn der Corona Krise Gus, wie geht es dir?

Es ist in Ordnung! Ich befinde mich quasi seit drei Wochen in Quarantäne, ich übel viel Gitarre. Es ist eigentlich nicht viel anders als zwischen zwei Tourneen. Ich bin nicht so der soziale Mensch, aber ich würde schon mal wieder gerne meine Eltern und Freunde wiedersehen. Ich finde aber Dinge zu tun, es gibt immer was zu tun. Ich kann entspannen, Filme schauen und auch die Nachrichten schauen. Es ist alles ungewiss und auch etwas tragisch was gerade so passiert. Ich versuche einfach das Beste daraus zu machen wie jeder andere auch.

Man hat auch Zeit dann viel gute Musik zu hören. Ich hatte das neue Firewind Album recht früh, aber ich konnte den neuen Sänger nicht erkennen. Herbie Langhans ist ein toller Sänger der hier total anders als bei seinen anderen Gruppen singt. Wie siehst du das?

Herbie hat einen echt einzigartigen Stil und kann sehr rau und melodisch singen. Ich denke er passt sehr gut zu Firewind! Um ehrlich zu sein, habe ich noch nicht so viele seiner anderen Alben gehört, das muss ich echt mal machen! (lacht)

Auf eurem neuen Album geht ihr zurück zu euren Wurzeln, oder liege ich da falsch?

In vielen Bereichen stimmt das wohl! Zuerst sind wir zurück als Quartett wie bei den ersten beiden Alben. Dann ist es so auf diesem Album das wir wieder mehr Gitarren orientiert agieren. Es sind zwar immer noch Keyboards da, aber nicht mehr so viele. Ich denke das ist ein recht guter Mix verschiedener Dinge. Herbies Stimme erinnert auch sehr an unseren alten Sänger Stephen Frederick von den ersten beiden Alben. Das Album hat eine Menge Abwechslung und viele Aspekte aller Firewind Alben, aber auch mit einem modernen Touch und einem Blick in die Zukunft.  Es erinnert mich auch an die Durchbruchalben wie „Allegiance“ oder „Premonition“. Wir waren niemals eine Prog-Band aber das neue Material um einiges geradliniger wie z.B. „Rising Fire“, das hat ein sehr grooviges Riff. Wir haben auch etwas 80s Metal an Bord, oder eine bombastische Ballade, ich denke da ist für jeden etwas dabei.

Habt ihr das neue Album „Firewind“ genannt, weil ihr quasi 20. Geburtstag feiert, oder weil eine neue Ära eingeleitet wurde?

Ich denke es wurde eine neue Ära eingeleitet, ich habe die Band quasi neu gestartet, es ist eine neue Chance! Ich habe mich gefragt wie würde ich die Band Firewind 2020 starten und wie sollte ein Album klingen, das habe ich dann umgesetzt. Mit der Produktion!

Bob Katsionis war ja ein langjähriges Mitglied (16 Jahre) bei Firewind und hatte die Doppelfunktion des Keyboarders / 2. Gitarristen. Wieso hat er denn die Band verlassen, war das nicht hart für dich?

Der härteste Part war das Ganze mit ihm zu besprechen und auszudiskutieren, es war schlimmer als die Zukunft neu zu planen. Wir sind immer noch Freunde, heute Morgen habe ich noch mit ihm gesprochen! Ihm haben einige Dinge nicht gefallen wie das Reisen, er hasste Flugzeuge und Flughafen. Ich bin ihm aber nicht böse, er hat letzten Sommer geheiratet, er will sich ein Studio aufbauen, ich wusste schon wohin das führen würde. Er hatte nur nicht die Eier mir das Alles zu sagen, es war wohl schon so, dass er seit zwei Tourneen so denkt. Im Grunde war ich der Kerl der sagte er solle zu Hause bleiben (lacht). Ich sagte ihm auch dass ich nicht sauer wäre und er war sehr erleichtert darüber. Ich will, dass er glücklich ist, solch eine Situation ist auch für mich nicht schön, wenn jemand in der Band unglücklich ist. Außerdem sind wir immer noch Freunde! Er war auch immer ein Teil der Show, wir werden halt die Keys, seine Keys jetzt als Track einspielen. Der Sound wird da sein. Für mich war klar dies ist der Punkt für eine komplette Überarbeitung der Band. Ich wollte auch keinen der so aussieht wie Bob und eventuell auch so Keyboard spielt. Das soll eine neue Ära werden! Mit weniger Orchestration und Keyboard im Sound. Die Band wird nun als Quartett weitergeführt. Die Sachen werden dann halt eingespielt und das mache ich auch bei meiner Soloband, da sind wir gar nur ein Trio. Ich wusste ich brauche halt einen wirklich guten Frontmann, das war mein Anspruch!

Was passiert denn mit dem anderen deutschen Frontmann Henning Basse?

Ich denke er war auch mit einigen Dingen unzufrieden! Außerdem gab es auch ein paar gesundheitliche Dinge, nichts Bedrohliches, aber er musste sich darum kümmern. Auch war er sich nicht sicher wegen der Zukunft, nicht jeder war happy, es gab Spannungen und einige Leute fragten sich auch was los ist. Er schwieg sich auch aus bezüglich des neuen Albums, weshalb ich nach einiger Zeit die Reißleine ziehen musste und ihm das auch sagen müsste, dass wir mit jemand anderes weitermachen müssen.

Firewind waren ja immer die Gus G Band, du hattest in den Jahren aber auch immer mal andere Songwriter dabei, wie sieht es mit dem neuen Album damit aus?

GG: Ich bin nicht der alleinige Songwriter, ich schreibe all die Musik, lustiger weise schrieb Bob einen Song mit mir zusammen auf der Scheibe, weil er ein paar Ideen hatte. Auch wenn Bob die letzten Jahre nicht viel geschrieben hat. In Sachen Gesangslinien hat Herbie viel gemach, er schrieb zu sieben Liedern der Scheibe Texte und Gesangslinien, ich war auch etwas involviert und half ihm da er neu war. Auch unser Produzent Dennis Ward half uns abseits der Produktion und schrieb an drei, vier Liedern mit. Es war eine Kollaboration von Herbie, Dennis und mir. Aber Musik und Produktion ist alles von mir!

Du hast ja schon eine Menge Alben mit Firewind und auch solo gemacht. Hast du viele Lieder übrig die du für nicht gut genug hältst in irgendwelchen Schubladen?

Ja, im Moment ja! Ich habe eine andere Art Lieder zu schreiben. Ich sammle Riffs, ich habe diese auf meinem Computer, ich schreibe Riffs die ganze Zeit, auch gerne Melodien und höre sie mir einige Monate später an. Wenn immer ich in eine Songwritinglaune kommen, da ich ein neues Firewind Album machen will schaue ich mir diese Ideen an!  Dann picke ich mir was heraus, wovon ich denke, dass es zu Firewind passen könnte. Ich glaube das ist ein guter Weg für mich, es hält die Dinge frisch. Ich schreibe und schreibe und picke mir das Beste heraus. Es liegen immer ein paar Riffs herum.

Du weißt dann auch welches Riffs zu Firewind gehört oder auch zu Gus G solo?

Gute Frage! (lacht) Nicht wirklich. Als Beispiel, der Opener der neuen Scheibe „Welcome To The Empire“ war ursprünglich ein Instrumental, deshalb sind da viele Gitarren drin, auch dieses Akustikgitarrenintro. Aber mir hat das Ganze doch nicht gefallen und ich wollte es mit Gesang haben. Danach wusste ich das wird ein toller Firewind Song. Manchmal trickse ich mich selber aus, beginne etwas, was am Ende etwas ganz anderes wird. Ich hatte die Idee für drei Jahre. Aber da war ich mir immer sicher, dass dies ein Firewind Track wird. Es kommt immer auf das Lied an.

Fire“ ist immer ein netter Begriff, den habt ihr im Bandnamen, in manchen Liedern, jetzt auch auf dem Cover mit eurem Logo, was wollt ihr damit aussagen?

Es ist das Logo, es ist ein Metalsymbol was durch brennende Lava aufsteigt! Ich denke mehr Metal geht nicht! Wir wollten etwas Symbolisches, ikonisches was die Band repräsentiert. Wir haben das Ganze etwas abgeändert, schärfer gemacht. Das Cover soll eine Wiedergeburt darstellen, ich mag es.

 „Rise From The Ashes“ war auch ein alter Song von euch der da gepasst hätte!

Stimmt, das letzte Album „Immortals“ wollte ich ursprünglich so nennen, aber dann dachte ich an ein altes Don Dokken Soloalbum das genau so oder ähnlich heißt und habe es gelassen.

Ja, das habe ich auch! „Up From The Ashes“, aber wo du das gerade sagst mit den Titeln: Ihr hattet die coole „Maniac“ Covernummer vor einigen Jahren, nun dachte ich das ihr Deep Purples „Perfect Strangers“ adaptiert habt, doch das ist ja ein neues Lied!

(lacht schallend los) Der Song heißt aber „Perfect Stranger“ bei Firewind! Es ist aber lustig, wir hatten vor Jahren mal einen Song der „World On Fire“ hieß vor 10 Jahren oder so. Kurz davor gab es einen Symphony X Lied namens „Set The World On Fire“ und dann ein Jahr später kamen die Black Veil Brides mit „Set The World On Fire“ und wieder etwas später kam Slash mit einem Album namens „World On Fire“ an. Dann kam Yngwie Malmsteen mit dem Album „World On Fire“, ich denke es sind wirklich nur Worte! Dieses Mal wollten wir ein Gary Moore Cover machen, ich glaube „Out In The Fields“. Aber jeder hat das schon gemacht! Ich wollte auch etwas singen mit dem Sänger, es gab doch das Duett zwischen Gary und Phil Lynott. Danach haben wir so viel Lieder überlegt und am Ende doch keins gefunden (lacht), wir haben ja auch genügend eigene Lieder. Vielleicht später wieder!

Wir finden heraus. dass die Datei „Perfect Strangers“ falsch benannt wurde und lachen noch einmal zusammen. Gus G ist ein echt witziger und sympathischer Interviewpartner!

"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)