Inner Core – entwickeln sich weiter!

Gitarrist Massimo Giardiello stand uns mit Antworten zu den quasi Newcomern von Inner Core aus Lörrach zur Verfügung. Mit zwei Alben am Start haben die sich die Musiker dem Symphonic Metal verschrieben und versuchen sich dort zu behaupten.

Wie kamt ihr 2018 dazu euch Inner Core zu nennen, ein Begriff der gerne oft für den Erdkern verwendet wird?

Also mit dem Erdkern hat es eigentlich sehr wenig zu tun. Der Name Inner Core entstand durch Richie, Massimo und dem damaligen Sänger, als die ehemalige Band auseinanderging. Man beschloss das man den „Inneren Kern“ dieser Band war und startete somit Inner Core!

2018 war das sogenannte Symphonic Metal Genre auch schon recht voll, für meine Empfindung habt ihr da echt viel Konkurrenz, war das auch eine Überlegung bei der Bandgründung? Wolltet ihr unbedingt in diese Richtung gehen oder hat sich das einfach so ergeben?

Der Stil der Band war in den anfangstagen eher im Rock/Hardrock-Bereich, mit dem Zugang von Artur im Jahre 2015 änderte sich dies in die symphonische Richtung. Wir sind weiterhin der Meinung, dass dieser Musikstil noch viel geben kann.

In Sachen Optik – Frau im Kleid, Männer mit Bärten und Videos mit Endzeitästhetik der Achtziger greift ihr ja schon sehr in die Klischeekiste, bzw. bedient diese wie andere Acts. Dafür ist die Musik um einiges rockiger und weniger kitschig als von mir erwartet, war das Alles beabsichtigt?

Ja, vieles entspricht den Klischees, wenn man an Symphonic Metal denkt, Inner Core macht aber genau hier den Spagat zwischen klassisch und was Unvorhergesehenem.

 „Dark Chronicles“ ist euer 2. Album, wo siehst du denn die Unterschiede zu eurem Debüt „Soultaker?“

Die Musik an sich hat sich verändert von Symphonic Rock zu härterem Symphonic Metal, die Texte sind ausgereifter und auch die Kompositionen, meist aus Arturs (Schall, Keyboarder, Anmerkung des Autors) Hand, sind gewachsten und umfangreicher geworden. Wir sind der Meinung, dass zwischen den Alben eine merkliche, wie hörbare Entwicklung stattgefunden hat. Die Texte waren schon immer auf persönlichen Erlebnissen oder Eindrücken basierend, doch bei „Dark Chronicles“ gibt es einige persönliche Schicksale in Songs verpackt, wie „Kingdom Of Mirrors“, „Lionheart“ oder „Jane“.

Der Titel „Dark Chronicles“ lässt an ein Konzeptalbum denken mit verschiedenen dunklen Geschichten die doch irgendwie zusammenpassen, liege ich da richtig oder falsch bei den Texten?

Nein, da liegst du schon richtig. Es ist vielleicht nicht ganz ein klassisches Konzeptalbum. Doch wie du schon sagst, sind hier einige selbst erlebte oder thematisch passende Geschichten in den Songs eingebaut. Wir wollten auch verschiedene Stilrichtungen einfließen lassen, wie etwas Orientalisches mit „Desert Snake“, mittelalterlich wie „Unholy“, auch thematisch dreht es sich hier um Hexen. Ein Vampirthema gibt es mit „Bloodlines“ und, wie kurz schon vorhin erwähnt, einige persönliche Geschichten mit „Jane“, „Lionheart“, „Symphony“ oder „Kingdom Of Mirrors“. Man könnte sagen, auf ein Buch bezogen: ein Buch voller Kurzgeschichten und eben auch eher von der dunkleren Sorte.

Euer Debüt hatte eine Michael Jackson Nummer als Bonustrack wie ich gelesen habe, das neue Album hat keinen fremden Song, wenn ich richtig aufgepasst habe, dafür eine fette Laufzeit von 71 Minuten. War das so geplant?

Richtig, auf „Dark Chronicles“ gibt es nur eigene Songs. Da wir schon auch längere Songs auf „Soultaker“ haben, war dies voraussichtbar, dass die Laufzeit länger werden wird. Auch auf „Soultaker“ sind alles Songs seit Anna (Roog, Gesang, Anmerkung des Autors) bei der Band ist mindestens sieben Minuten lang. Alle anderen stammen noch von vor der Zeit mit Anna, als die Band noch einen Frontmann hatte.

Ihr habt ja auch mehrere lange Tracks denkt ihr das gehört in dieser Sparte dazu?

Wir denken, dass es weniger darum geht ob es in diese Sparte passt, sondern es zum Song bzw. zur Stimmung passt, wir überlegen uns immer… wie wir bei den Personen die unsere Songs hören Gefühle oder Passagen fühlen lassen können. So nehmen wir die Zuhörer bei den langen Songs quasi auf eine Reise mit.

Was mich total überrascht hat ist die Tatsache, dass der Titelsong ein quasi Keyboard Instrumental ist, wie ist das denn gekommen?

Das war eine coole Idee von Artur unserem Klangarchitekten, wir entschlossen uns dazu, weil es was ist, was kaum eine Band gemacht hat und wenn man genau hinhört geht der Titelsong da weiter wo „The Queen I am“ startet. Somit ist es wie ein Intro einerseits zum Song, andererseits eine Art Break im Album und zusätzlich auch noch quasi der Titelsong, fast wie bei einem Film könnte man sagen!

Wie habt ihr die letzten zwei Jahre musikalisch überlebt, spielt ihr wieder Shows?

Diese Zeiten sind für alle Musikschaffenden sehr schwer, aber wir denken hier auch an die kleineren Clubs, welche riesige Verluste machten oder schließen mussten. Auch wir mussten acht Monate ohne Proben auskommen, wir haben entweder zuhause weiter geübt oder kleinere Nebenprojekte gestartet um einfach weiter Musik zu schaffen. Auch konnten wir uns während dieser Zeit nur online sehen, da wir auch teilweise in Deutschland und der Schweiz leben. In 2020 konnten wir zumindest vier Shows während der Sommerzeit bis Herbst mitnehmen. Davon ein kleines Festival namens „Rock The Rhy“ in der Nähe von Schaffhausen oder eine Show mit INFINITAS und TENDONITIS in der Hall Of Fame in Wetzikon/Zürich! In diesem Jahr konnten wir noch keine Show spielen. Wir planen jedoch für das 2022 einige Liveshows – also stay tuned!

Das klingt doch vielversprechend! Ich denke die Truppe ist auf einem guten Weg.

"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)