Cyhra – mystischer Name, alte Bekannte!

Mit dem zweiten Album kommen nun Cyhra die Combo von Ex-In Flames Gitarrist Jesper Strömblad , unter anderem mit Drummer Alex Landenburg und Sänger Jake E. (Ex-Amaranthe) bekannte Gesichter aus der Euro-Metalszene daher. Eine Stunde vor einem Gig in Skandinavien gab Jake mir ein sehr offenes, freundliches und witziges Interview was auch ich nicht alle Tage habe!

Jake, ich war sehr überrascht eure Band hatte ich nie auf dem Schirm, das Debüt habe ich verpasst. Das zweite Album liegt jetzt vor, ist der Name echt von einem Namen abgeleitet worden. Ein persischer Name für den Mond oder eine Frau?

Es gibt verschiedene Bedeutungen für den Namen. Zuerst einmal meine Tochter heißt Celine, es bedeutet der Mond in Französisch, das ist aber nur ein Zufall. Als wir einen Bandnamen suchten in Zeiten von Social Media und googlen von Begriffen willst du keinen Namen haben den du nach dem Suchen erst nach vielen anderen Seiten findest. Wir wollten einen Namen haben den nur wir besitzen, unseren Bandnamen. Da fand ich Cyhra, was ein Vorname in manchen Ländern ist, aber auch für den Mond steht. Wir haben die Schreibweise geändert, so dass es einzigartig ist. Auch sind fünf Buchstaben gut für die Symmetrie. So kam es und wir haben uns auch den Namen schützen lassen. Niemand kann es mehr nutzen.

Wegen Namen, ich war echt froh, dass mit Peter Iwers und Jesper Strömblad zwei Ex-In Flames Musiker an Bord bei Cyhra sind. Doch nun ist er draußen und ich bin echt etwas geschockt, was ist passiert?

Wir sind auch sehr geschockt, immer noch! Wir sind echt dicke Freunde. Wir hatten auch die Pre-Listening Party in seinem Restaurant in Göteborg 212. Als er bei In Flames ausstieg hat er sich mit Ex- In Flames Drummer Daniel in eine Brauerei eingekauft. Es war eine kleine Brauerei, stieg auch bei Cyhra ein, hatte auch das Restaurant. Dann wurde die Brauerei wirklich groß. Ich meine er hat eine Band, Familie, Restaurant und eine Brauerei. Irgendwann sagt er wegen dieser Verpflichtungen kann er diese oder jene Tournee nicht spielen, manchmal auch ein Konzert. So entschieden wir zusammen, dass wir so nicht als Einheit rüberkommen. Wir wollten auch den Fans nicht zeigen, dass wir wie eine Lotterie wirken. Es war einfach zu wenig Zeit.

Wie wird das nun live und im Studio bei euch gemacht?

Im Studio hat Gitarrist Euge Valovirta den Bass eingespielt. Live haben wir noch keinen gesucht, da wir live mit Sabaton auf Tour letztes Jahr oder so die Nachricht von Peter erst ungefähr eine Woche vor der Tournee bekamen. Wir hatten also keine Zeit und auch kein Geld jemand zu finden, so hatten wir den Bass aus der Konserve eingespielt. Im Moment sind wir auch nicht aktiv auf der Suche nach jemanden, wenn uns eine Person über den Weg läuft die menschlich und musikalisch zu uns passt – gerne! Wir sind eine Band von Brüdern. Bisher hat das aus der Konserve gut geklappt. Als wir die Band gründeten ging es um die gemeinsame Richtung, wir haben wirklich sehr viel Spaß zusammen und sind echte Brüder.

Neben dem düsteren Titel „No Halos In Hell“ sieht euer Skelettcover auch nach brutalem Death Metal aus, dabei spielt ihr ja Melodic Metal. Was sind denn die „No Halos In Hell“?

Der Titel war Jespers Idee. Schon bei der letzten Scheibe und mir gefiel es damals schon gut und wir haben es jetzt genutzt. Der Titel kann so viele Bedeutungen haben, das finde ich dann auch wieder gut. Das Artwork an sich war die Ideen von unserem Coverkünstler Gustavo. Das ist so eine Art Fortsetzung des Debütalbums und ich glaube er versucht damit unseren eigenen kleinen Eddie zu kreieren (lacht). Unser eigenes kleines Maskottchen.

Aber die Musik ist ja auch komplett anders als ich erwartet habe, man bekommt man so viel Zeug, da kann es sein, dass man schon mal was anderes erwartet, hier gibt es auch nicht den typischen Melodic Death Metal, sondern Melodic Metal mit normalem Gesang!

(lacht). Wir haben viele Leute überrascht, einige sagten auch: „Hey hier gibt es ja nur klaren Gesang“. Ich mache das jetzt schon seit 20 Jahren so, auf unzähligen Alben, vielleicht 20 Stück. Ich habe noch nie Growls benutzt, wie kann man da denken ich würde growlen (lacht).

Vielleicht liegt es daran, dass In Flames von eurem Jesper in der Presse für zu viel Popmusikeinflüsse kritisiert wurden. Da kann es doch sein, dass die Leute von ihm dann harte Musik erwartet haben!

Nein! Ich muss da wirklich Jesper mal verteidigen! Er meinte seine Ex-Band hatte Growls und das war ihr Trademark, auf einmal haben sie vermehrt mit klarem Gesang angefangen und ihre Richtung geändert. Jeder der Jesper kennt, weiß das er jede Art von Musik hört. Er mag auch Gangster Rap, Linkin Park und Napalm Death. Er ist in so viele Genres interessiert. Ich bin nicht Jesper, aber ich weiß was er denkt. Das war nichts was er für die Band wollte. Er wollte damit nichts Schlechtes über In Flames sagen.

Eure Musik ist aber schon eher was total anderes – Melodic Metal der nicht nach den alten Bands klingt!

Es ist guter Melodic Metal, jeder der Metal mag kann es hören, egal ob du Bon Jovi oder Dark Tranquillity hörst. Wir sind eine Band die sehr einfach zu hören ist, wir sind in der Schnittmenge von allem und wir haben schnelle und langsame Lieder. Wir wollen keine Kopisten sein, es soll frisch klingen.

Wie siehst du die Unterschiede zu eurem Debüt? Wir versuchten mit dem neuen Album der Richtung des Debüts zu folgen. Als wir das erste Album schrieben hatten wir keine Band und keinen Plattenvertrag. Dann kamen Alex und Euge daz, ich bin sehr stolz auf die Scheibe. Jetzt haben wir viele Konzerte gemacht und das live ausprobiert. Wir haben nur ein Album und spielen notgedrungen alle Lieder, das können sonst nur Iron Maiden. Keine Band spielt sonst ihr Album regelmäßig komplett live! Wenn eine Band eine neue Scheibe macht spielt diese vier oder so live, am Ende bleiben zwei in der Alltimesetlist. Jetzt wollten wir ein Album machen das live funktioniert und wir diese alle live nutzen können. Sicherlich sind manche besser als die anderen, aber sie haben alle einen Livecharakter. Musikalisch denke ich, dass wir das Debüt fortsetzen. Ich bin aber vielleicht auch zu nahe dran um das zu beurteilen (lacht).

Da hat der gute Jake nicht ganz unrecht!

"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)