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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THE DEVIN TOWNSEND PROJECT, SHINING
Ort Kln, Luxor
Datum 06.08.2014
Autor David Lang
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Die Sterne scheinen gut zu stehen an diesem angenehm temperierten Mittwoch in Kln. Der Autor eures Vertrauens hat Urlaub, sein Meedchen und ein feiner Kerl mit einigen Kameras begleiten ihn zu einem Club namens Luxor, in dem heute ein musikalisches Genie ein Gastspiel geben wird. Sein Name: Devin Townsend. Dieser kanadische Hansdampf ist mit seiner Band, dem Devin Townsend Project, kurz DTP, auf Sommertour, und obwohl ich ihn zum gefhlten zwanzigsten mal sehe, freue ich mich dennoch wie ein kleiner Bub unterm Christbaum.

The Devin Townsend Project The Devin Townsend Project

Nach einem groartigen Interview in entspannter Atmosphre (Stichwort Tourbus!) wird sich noch ein wenig die Zeit tot und der Bauch voll geschlagen, bis es uns letztlich ins Innere des Clubs treibt. Dort hat gerade das Chaoskollektiv von Shining sein Set erffnet. Die Norweger, nicht die Schweden; deswegen auch musikalisch Gestrtes und nicht geistig. Whrend Niklas Querfurz neben (ebenfalls) musikalischer Klasse gerne mit Selbstverstmmelung und anderen Gimmicks glnzt, verhackstcken seine skandinavischen Nachbarn musikalische Konventionen. Jenseits bekannter Schemata knallt die Band ihren Bastard aus progressivem Avantgarde-Metal und Jazz in die Massen, und so erstaunlich es klingen mag, es kommt an. Devin Fans scheinen die "toleranten Metalfans" zu sein, von denen man hin und wieder hrt. Schrger Hhepunkt ist das Cover von King Crimsons "21st Century Schizoid Man" bei dem das Saxophon qualmt und mein Nervenkostm ernsthaft gefordert wird. Schlecht ist das nicht, aus technischer Sicht vermutlich sogar erstaunlich, doch oft genug nahe der Grenze zum Unhrbaren. Unter Kopfhrern, mit der richtigen Einstellung knnte das Unterfangen Shining aber womglich noch mal einen Versuch wert sein.

Nach einer, dank alberner Leinwandvideos, sehr unterhaltsamen Umbaupause, wird das DTP unter tosendem Applaus vom bunt zusammen gewrfelten Publikum empfangen. Hier lmmelt heute vom normalen Headbanger, ber stilistisch nicht einzuordnende Menschen bis hin zum Familienpapa inklusive Sohnemann alles rum. Entsprechend gesittet geht es im ziemlich vollen Luxor zu. Kein Pogo, keine Stagediver, allerdings auch kein klassischer Soundtrack zu derlei Aktivitten.

The Devin Townsend Project The Devin Townsend Project

Des Hardcorefans Herz bubbert gar wild beim Oldschool-Einstieg mit "Seventh Wave", "War" und "Regulator". Fuste werden gereckt, Arme geschwenkt, es wird geklatscht (ein Glck nicht lange, auch Devin-Fans haben Probleme mit dem Takt) und ein wohliges Gefhl macht sich breit. Strahlende Gesichter wo man hinsieht und auch des Meisters Mundwinkel wollen nicht mehr nach unten zeigen. Neben gewohnt witzigen Ansagen und permanenter Leinwanduntermalung zu den Songs unterhlt er mit einem kleinen Spaziergang durchs Publikum, lsst sich von einem, unmittelbar vor der Bhne hngenden Irgendwas mehrfach dazu animieren, es in Bewegung zu versetzen (spannend, ich wei) und macht einen weiblichen Fan fr die Dauer eines Songs sehr glcklich. Die Dame darf die Bhne mit der Band teilen, bietet sie Devin doch an, eine, so scheint es, selbst gestrickte Ziltoid-Mtze zu tragen. Nette Geste... von beiden.

Trotz eines guten Querschnitts durch sein Schaffen fllt auf, dass neben den DTP-Quadrilogy Werken "Ki" und "Ghost" auch "Synchestra" und "Terria" komplett vernachlssigt wurden. Whrend die beiden erstgenannten aufgrund ihres ruhiges Charakters und "Synchestra" aufgrund mangelnder Hits (jaja, "Vampira") zu verschmerzen sind, fehlte mir der ein oder andere Killer vom Oberalbum "Terria" schon, zumal die Band nicht bermig lange auf der Bhne stand.
Kann ich sagen, unzufrieden nach Hause gefahren zu sein?! Mitnichten, aber ein wenig Kritik darf der Hardcorefan wohl uern. Lobend zu erwhnen wre da zudem noch der Sound, der erst gegen Ende zu laut wurde, whrend er sich die meiste Zeit ber in noch ertragbaren Regionen aufhielt. Als Gewinn kann brigens auch mindestens ein weiterer Devin-Fan verbucht werden, von dem ich wei, dass ihm... ihr der townsendsche Kosmos bis dahin unbekannt war. "One more for the good guys!", hehehe.

Setlist: Devin Townsend Project

  • Seventh Wave
  • War
  • Regulator
  • By Your Command
  • Deadhead
  • Planet Of The Apes
  • Numbered
  • Supercrush
  • Juular
  • Grace
  • Bad Devil

Fotos: Bjrn Leek (www.leekdesign.de)





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