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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RAGE, TYR, COMMUNIC & SCAR OF THE SUN
Ort Andernach, JUZ
Datum 24.03.2012
Autor Alexander Meyer
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Auch in diesem Jahr ist das Andernacher JUZ der Treffpunkt fr alle Metaller zwischen Rhein und Mosel. Scar of the Sun Scar of the Sun Als leckeren Belag zwischen das Sandwich aus Freedom Call (letzte Woche) und Epica (nchste Woche) gibt's an diesem Samstag Rage mit einer Reihe interessanter Supportbands. Dieser bunte Mix aus verschiedenen Genres zieht mchtig Publikum, sodass schon umd halb sieben eine lange Schlange vor dem Eingang berwunden werden muss.

Scar Of The Sun
Die Griechen haben mich mit ihrem Debtalbum "A Series Of Unfortunate Concurrencies" im letzten Jahr ziemlich geflasht, sodass ich mich im Vorfeld bereits tierisch auf ihr erstes Gastspiel auf deutschem Boden freute. Ich habe zwar so meines Zweifel, ob der Gothic Metal der Griechen am heutigen Abend nicht ein wenig deplaziert wirken knnte, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Zunchst tut das Quintett mir fast schon leid, weil der riesige Drumriser des Headliners den fnf Jungs kaum noch Platz auf der doch eher bersichtlichen JUZ-Bhne lsst. Doch der Fnfer macht das Beste draus und feuert eine Emogranate nach der anderen in den Innenraum. Sptestens bei "Swansong Of Senses" springt der Funke auf's Publikum ber und es folgt brav den Mitklatschofferten von Frontmann Terry Nikas. Dieser ist auch im Nachgang noch ganz begeistert vom Andernacher Publikum und erzhlt mir, dass die Leute am Vorabend in Speyer weitaus weniger begeisterungsfhig gewesen sind. Dementsprechend htte man sicher gerne lnger als nur eine halbe Stunde Spielzeit gehabt. Aber es folgen ja noch drei weitere Bands, sodass nach "Gravity" Schluss ist, man jedoch sicherlich einige Fans hinzu gewinnen konnte.

Setlist: Scar Of The Sun

  • Disposable
  • 8th Ocean Dried
  • Swansong Of Senses
  • Burn The Memory
  • Disciple Of The Sun
  • Gravity

Communic Communic

Communic
Communic sind der Hauptgrund meines Kommens am heutigen Abend. Nachdem die letztjhrige Tour mit Forbidden und Demonica leider abgesagt wurde, haben die sympathischen Norweger nun endlich die Gelegenheit ihr groartiges, aktuelles Album "The Bottom Deep" zu promoten. Und mit dessem besten Track "Wayward Soul" geht es nach dem atmossphrischen Intro auch gleich los. Kein Song transportiert die beklemmende Stimmung dieses Konzeptalbums besser als dieser. Mit "Facing Tomorrow" geht's aber dann um einiges flotter und auch positiver weiter und die komplette Band zeigt durch ihre enorme Spielfreude unmissverstndlich, dass man heute nicht zum Trbsalblasen angetreten ist. Drummer Tor Atle Andersen und Basser Erik Mortensen heizen die Menge so richtig an und legen den Rhythmusteppich auf dem Bandleader Oddleif Stensland sich so richtig austoben kann. Oddleif ist heute richtig gut bei Stimme, entlockt seiner Gitarre die geilsten Riffs und Soli und nutzt seine mittlerweile wieder recht stattliche Matte zum gepflegten Headbanging. Da Communic immer wieder gerne mit den derzeit brachliegenden Nevermore verglichen werden, lasse ich mich bei der anschlieenden Umbaupause zu der Aussage hinreien, dass Oddleif fr mich Warrel Dane und Jeff Loomis in Personalunion reprsentiert, was bei den Umstehenden allerdings mit verstndlislosem Kopfschtteln quittiert wird. Man sieht, ich stehe auf Communic, die mit "Communication Sublime" von ihrem Debtalbum und "Ravens Cry" von "Payment of Existence" in der Krze der Zeit nur zwei ltere Nummern bringen, bevor das "Bottom Deep"-Duo "Destroyer Of Bloodlines" und "Flood River Blood" einen geilen Gig beenden. Fast unntig zu erwhnen, dass fast die gesamte Halle so begeistert ist wie ich.

Setlist: Communic

  • Wayward Soul
  • Facing Tomorrow
  • Communication Sublime
  • Ravens Cry
  • Destroyer Of Bloodlines
  • Flood River Blood

Tyr Tyr

Tyr
An den nun folgenden Tyr scheiden sich dann allerdings die Geister. Die Alt-Metaller, zu denen ich mich zumindest auf Grund meines fortgeschrittenen Lebensalters auch zugehrig fhle, verlassen den Saal und lassen sich teilweise vor dem Headliner nicht mehr zum Betreten desselbigen bewegen. Die Jungspunde, die grtenteils sogar mit Tyr-Shirt angereist sind, versammeln sich tatendurstig vor der Bhne. Ich selbst verbinde mit "Tyr" eher das gleichnamige Black Sabbath-Album und fahre nicht wirklich auf Folk Metal ab. Gleichwohl gucke ich mir die Exoten von den Farr Inseln interessiert an und staune ob der nordischen Sprachelemente, die von den Bandanhngern sogar lauthals mitgegrlt werden. Ich verstehe zwar nur Bahnhof, aber live macht das Ganze schon irgendwie Laune und der Mob hat seinen Spa, was schlielich die Hauptsache ist. Mit Songtiteln kann ich leider nicht dienen, mir wrden eh die entsprechenden Schriftzeichen auf meiner Tastatur abgehen. Die auf der Bhne so martialisch aussehenden Musiker sind spter vor der Halle beim regen Plausch und Fotoposing mit ihren Fans zu beobachten, was sie mir nochmal sympathischer macht.

Rage
Oh Mann, das letzte Mal als ich Rage live sah, hatte Peavy Wagner noch lange Haare und Jrg Michael sa hinter der Schiebude. Nach all den Besetzungs- und Stilwechseln habe ich die Band im Laufe der Jahre einfach aus den Augen verloren. Das neue Album "21" habe ich mir im Vorfeld jedoch angehrt und finde es ganz ansprechend. Insbesondere gefllt mir, wie Peavy, nach all den Jahren im Musikbiz, immer wieder versucht, sich weiter zu entwickeln. Auch wenn einige Die hard-Fans seine Grunts auf dem neuen Album bestimmt scheie finden. Und so legen Rage folgerichtig auch mit dem Titelsong und "Forever Dead" fulminant los. Gerade letzteres Stck ist ein geiler Ohrwurm, der live verdammt gut kommt. Endlich sieht man auch Andres Schlagzeug, vor dem sich die Vorbands zuvor stndig am Bhnenrand entlang balancieren mussten. Rage Rage Ich wei nicht, ob der Gute am Ende des Abends wirklich alle Elemente dieses Monsters genutzt hat, aber vielleicht ist es bei Schlagzeugern ja hnlich wie bei so manchem Machos, der sein Auto als S...nein, nicht, was ihr jetzt denkt... Statussymbol braucht. Da reicht Victor Smolski schon seine Siggi Braun Signature Gitarre, um sich on stage zu verwirklichen. Abseits der Bhne ist der gebrtige Weirusse ja begeisterter Rennfahrer, daher vielleicht die wetterfeste Fnfrisur. In erster Linie ist Victor aber ein astreiner Guitarwizard, was er auch heute Abend wieder eindrucksvoll unter Beweis stellt. Ohne ihn wre Rage anno 2012 kaum noch vorstellbar, obschon Rage immer noch in erster Linie eine Person ist und zwar Peavy Wagner. Zwar hat der bekennende Totenschdelsammler seine Haare verloren und dafr viele Pfunde gewonnen, doch er marodiert immer noch wie ein Beserker ber die Bretter und zieht dabei Fratzen wie Jim Carey. Ganz nebenbei maltrtiert er seinen Bass und singt auf den Punkt. Die Meute frisst ihm aus der Hand. Eine Verschnaufpause am Mikro gnnt er sich lediglich bei "Eternally", bei dem Communics Oddleif Stensland das Mikro bernimmt. Nachdem der Beginn des Sets klar im Zeichen von "21" steht, werden gegen Ende Klassiker wie "Refuge" und "Empty Hollow", das als erste Zugabe kommt, ins Rund geballert. Nach "Empty Hollow" mache ich mich auf die Socken, auch auf die Gefahr hin, noch den ein oder anderen Gassenhauer zu verpassen. Rage waren ein wrdiger Headliner, was man auch an dem im Vergleich zu den Supportbands besseren Sound und Licht ablesen konnte.

Setlist: Rage

  • 21
  • Forever Dead
  • Paint The Devil
  • Feel My Pain
  • Serial Killer
  • Crawling Chaos
  • Light Into The Darkness
  • No Regrets
  • Unity
  • Eternally
  • Refuge
  • "Great Old Ones"
  • Empty Hollow

Alles in allem war dies einmal mehr ein schner Konzertabend in meiner Heimatstadt. Das Konzept, vier stilistisch sehr unterschiedliche Bands zu prsentieren, ist zu 100 Prozent aufgegangen. Der Veranstalter drfte mit der Besucherzahl mehr als zufrieden sein. Getrunken wurde bei den tropischen Temperaturen sicher auch genug und die Frittenbude vor dem Eingang hat sicher auch ihren Schnitt gemacht. In diesem Sinne: Prost Mahlzeit, bis zum nchsten Mal!

















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