Bis März musste der geneigte Metalfan warten bis es wieder mal ein Konzert im ehrwürdigen Juz Live Club in Andernach gab! Sonst war das ja schon öfter im Januar mit Bands wie GRAVE DIGGER die gerne recht früh unterwegs sind der Fall. Das wird es dann 2027 wieder geben. 2026 kam ein Triple, was ich so nicht erwartet hätte und im gut gefüllten Club tummelten sich recht bunt gemischte circa 400 Metalfans als die Schwaben-Metaller BRAINSTORM als Opener um circa 1930 Uhr loslegten. Die bodenständigen Süddeutschen haben in den letzten Jahren paar Besetzungswechsel am Bass gehabt, dazu kam dann noch der Ausstieg von Schlagzeuger und Gründungmitglied Dieter Bernert. Mit Danij Perl und dem Schlagzeuger Kevin Lütolf kam dann junges Blut in die Band und Lütolf meinte schelmisch in der Presse, dass einer seiner Jobs es wäre den Altersdurchschnitt zu senken. Der ließ auch Zopf bzw. Matte beim Spiel kreisen und wirkte gut eingearbeitet, was man auch zum neuen Bassisten Danij sagen konnte der engagiert und mit den Fingern sein Instrument bearbeitete und auf der kleinen Bühne gut in Bewegung war. Neu wirkte auch der kleine Gitarrist mit Locken, aber was doch dann Gründungsmitglied und Backingsänger Milan Loncaric der sich seine graue Lockenmähne wieder dunkel gefärbt hat. Mittelpunkt und wie fast immer gut bei Stimme war Frontmann und Animateur Andy Franck der auch gut in Bewegung war. Die Songauswahl berücksichtigte natürlich das gute aktuelle Album „Plague Of Rats“ und bei der Spielzeit unter einer Stunde waren halt nicht mehr Songs drin. Dafür grub man mit „Shiva´s Tears“ einen alten Bandhit aus und brachte die neue Single und Covernummer „The Boys Of Summer“ die ganz nett war, aber für mich nicht an die eigenen Hits heran kam. BRAINTSTORM sehe ich aber immer wieder gerne!
Setlist
Where Ravens Fly
Worlds Are Comin‘ Through
Devil’s Eye
Shiva’s Tears
Glory Disappears
Highs Without Lows
The Pyre
Escape the Silence
Turn Off the Light
All Those Words
Ravenous Minds
BLOODBOUND, 2004 gegründet mag ich schon seit dem Debüt „Nosferatu“ und hatte die Band damals noch in komplett anderer Besetzung und mit Corpsepaint auf einem kleinen Indoorfestival live erlebt. Seitdem hatte ich es aber nicht mehr geschafft die Schweden live zu erwischen. Dies war nun vorbei, auch wenn die letzten Alben mir etwas zu viel Keyboards und SABATON Schlagseite hatten freute ich mich total auf die Gruppe und wurde nicht enttäuscht. Frontmann Patrick Selleby war gut bei Stimme, man spielte viele Hits wie den Oldie „Moria“ oder das neue „Defenders Of Jerusalem“ und hatte es sechs Personen auf der Bühne, auch recht kuschelig. Bei 11 Studioalben ist auch hier die Songauswahl schwierig für die Band, ich habe natürlich ein paar Lieder vermisst, was bei einer knappen Stunde Spielzeit halt passieren konnte. Da der etatmäßige Gitarrist Henrik Olsson nicht mitkonnte fand man einen Ersatz namens Martin Floberg von der Band FINAL STRIKE der hier einen guten Job machte und wirkte als wäre er immer schon dabei gewesen. Da die Band sehr agil war und alles aus einem Guss wirkte war auch hier die Stimmung recht enthusiastisch, was die Truppe nur noch mehr anfeuerte. Am Ende kam der titelgebende „Nosferatu“ noch auf die Bühne, was eine kleine lustige Einlage darstellte. Generell haben BLOODBOUND viel positive Energie und Biss am Start, so dass man hier von einem sehr gelungenen Gig sprechen kann. Hoffentlich können die Schweden in einem ähnlichen Package in Zukunft mal als Headliner spielen und so mehr Lieder am Stück präsentieren. Die Messlatte für ANGUS MC SIX lag also dank zwei sehr guter Vorbands sehr hoch!
Setlist
Creatures of the Dark Realm
Slayer of Kings
As Empires Fall
When Fate Is Calling
A New Era Begins
Battle in the Sky
Defenders of Jerusalem
Moria
Tales from the North
Rise of the Dragon Empire
Nosferatu
ANGUS MC SIX wurden gegründet, da Sebastian Leevermann wohl ein großer Fan von Ex-GLORYHAMMER Sänger Thomas Winkler ist und schrieb diesem wohl in dem neuen Projekt oder Band viele Lieder auf den Leib. Mit an Bord dieser Allstar Truppe waren auch Ex-RHAPSODY OF FIRE Drummer Manuel Lotter und PRIMAL FEAR, Ex-FROZEN CROW Gitarristin Thalia Bellasecca. Bassdämon Seebulon war dann der Herr Levermann, aber auch Gitarrist und Produzent. Nun nach dem zweiten Album ist die komplette Besetzung neu: Adam McSix ist der neue Sänger alias Sam Nyman von MANIMAL. Der könnte Tim Ripper Owens Bruder sein und war mit seiner Truppe auch mal im Juz. An der Gitarre ist Ex- ALL FOR METAL Gitarristin Jasmin Pabst und als Ork sitzt Ex-XANDRIA Drummer Gerrit Lamm am Kit. Am Bass war keiner zu sehen und hinter der Maske von Seebulon steckte laut Internet ein gewisser Rafael Dobbs Roa, was man auch an den Bewegungen und dem Körperbau gemerkt hat. Mit vielen Backingtracks und Blödeleien in Sachen Ansagen der Sorte: „Nein, ich heiße nicht Anus McSix, sondern Adam“ machte die gut aufgelegte Truppe mächtig Stimmung im Club. Mein Fall war das nicht immer, ich bin nicht so der Gimmick Metal Fan. Aber es gibt für alles eine Zielgruppe, siehe JBO! Die Musiker hatten sichtlich Spaß an ihrem Treiben, die teils grellen Kostüme waren auf jeden Fall ein Hingucker und die Musik war eingängiger Metal, wobei mir „Master Of The Universe“ und „I Am Adam McSix“ am Besten gefallen haben. Ansonsten war das Ganze inhaltlich schon irgendwie Metalcomedy mit ganz viel Fantasy oder gar eine Parodie? Frontmann Adam alias Sam machte abseits seines Glitzeroutfits einen toller Job und hat mit seiner starken Röhre die Truppe sicherlich bereichert und ist ein würdiger Ersatz für Winkler, wobei er auch total anders als dieser klingt.
Die Zuschauer bekamen mit „ABB“ an diesem Abend eine abwechslungsreiche Mischung geboten!
Setlist
Master of the Universe
The Fire of Yore
I am Adam McSix
Let the Search Begin
Dig Down
Ork Zero
Sixcalibur
Techno Men
Starlord of the Sixtus Stellar System
Eternal Warrior
Just a Fool Will Play Tricks on Angus McSix
Laser-Shooting Dinosaur
6666
Amazons of Caledonia
Ride to Hell

























