Sandstone – Aliens, Insel und die EU

Die Iren Sandstone hatte ich nie so richtig auf dem Schirm! Vor vielen Jahren habe ich mal eine Scheibe besprochen, aber die hatte mir damals nicht so gefallen und dann habe ich die Truppe glatt aus den Augen verloren. Ein Fehler wie sich 2021 herausstellen sollte! Gitarrist Stevie McLaughlin gab uns ein paar Einblicke in diese doch immer noch recht unbekannte Truppe aus Irland!

Ihr habt 2013 eine Pause eingelegt, dieses Album ist euer Comeback, was ist passiert?

Wir haben unser letztes Album “Delta Virdian” 2013 veröffentlicht aber die Band war danach noch aktiv am Touren für ungefähr zwei Jahre nach Veröffentlichung. Dann entschieden wir uns für eine Pause da jeder dachte es wäre Zeit sich auf Dinge außerhalb der Band zu konzentrieren: Arbeit, Häuser, Familie und so weiter. Während dieser Zeit veröffentlichte ich ein Soloalbum namens “Toy Empires”. Vor 2,5 Jahren kamen Sänger Sean und ich zusammen und begannen an diesem Album zu arbeiten. Aber als die Scheibe zur Veröffentlichung bereit stand, traf uns die Pandemie, weshalb wir die Scheibe bis heute verschoben haben. Ich weiß es sieht so aus als wären wir lange weg gewesen, aber um ehrlich zu sein. Wir waren persönlich in einer sehr beschäftigten Periode unseres Lebens. Bei Sandstone war nie die Frage ob wir davon leben müssen, es gibt keine finanzielles Denken oder Optionen weshalb die Sache manchmal in den Hintergrund rutscht. Aber unsere Liebe für die Band und die Musik war immer im Focus, wir wussten auch immer das neue Musik von Sandstone erscheinen würde!

Das rückt die Sache natürlich in ein anderes Licht. Das Artwork der Scheibe erinnert mich an eine typische Alien Folge von der Serie “Outer Limits”, doch hier sind auch Masken gegen Covid 19 zu sehen. Was wolltet ihr mit dem Cover ausdrücken?

Eines der Themen des Albumartworks sind Menschen in Anzügen die an ihr Handy getackert sind. Für mich ist das ein Statement über die Zeit in der wir gerade leben. Die Menschen scheinen mehr kapitalistisch und zum rechten Lager zu tendieren als jemals zuvor. Gleichzeitig bekommen sie alle Informationen aus dem Internet beziehungsweise Social Media. Das fühl sich für mich als ob sie sich in Aliens verwandeln und das ist es was wir in unserem Artwork versuchen auszudrücken. Die Gesichtsmaske sind eine Referenz wie stark uns die Pandemie in unseren kreativen Prozessen betroffen hat während wir das Album machten. Wir versuchen immer unser Albumartwork repräsentativ für das zu machen was wir bei den Liedern des Albums fühlen. Dieses Mal ist ganz viel Selbstreflexion in den Texten von Sean. Der zentrale Charakter der seine Maske ausgezogen hat repräsentiert wie Sean seine Verletzlichkeit durch die Texte ausdrückt.

Musikalisch denke ich ihr spielt eine nette Mischung aus Hard Rock, Metal und etwas Prog-Rock. Diese drei Stile wechseln sich ab bei und dominieren je nach Bedarf die Lieder meiner Meinung nach. Wie würdest du euer Album beschreiben?

Wir haben uns immer schwer getan uns zu einem bestimmten Genre zuzuordnen! Ich denke das ist da wir eine Menge verschiedener Genres lieben denken es sei einer Limitierrung der Kreativität wenn man nur an einem Genre festhält. Es war immer unser Ziel die Dinge zu mischen, wir mögen halt viele Stile des Rock und Metals. Unser Stil ist dabei ein Tribut an diese vielen Dinge die wir lieben. Ich fühle das neue Album ist unser bestes Ergebnis bisher Sandstones Sound weiter zu entwickeln, so dass es nicht Rock, Metal oder Prog ist, aber es sind all die drei Stile verbunden mit unserem individuellen Geschmack und Motivation als Songwriter. Wichtig ist furs ist wenn ein Song Thrash Metal Gitarren als Beispiel bracuth, dann bekommt er sie auch! Das gilt auch für ein Piano oder Violinen. Wir arbeiten immer daran den besten Weg zu finden um unsere Lieder zu präsentieren. Wir interessieren uns auch nicht was die Leute davon halten, oder wie es vermarktet werden kann. Es geht bei uns immer um den Song!

Wie ist den die irische Metalszene heutzutage so? Ich bin sicher ich kenne bestimmt nur drei Bands von dort!

Irland hatte immer ein tolles Kollektiv großartiger Rock und Metalbands, besonders in der Gegend von Belfast. Dort gibt es eine echt gesunde Szene die Bands dazu inspiriert hart und kreativ zu arbeiten.Highlights sind für mich Acts wie Stormzone, Bakken und Conjouring Fate.

Ihr seid ja noch in der EU aber auf einer Insel. Wie schwierig ist es für euch Konzerte in Europa in den letzten Jahren zu spielen. Seid ihr eine konstante Liveband oder eher eine Studioband?

Lange Zeit war Sandstone ein Studioprojekt von mir und Sänger Sean. Aber als unsere Alben in Europa bemerkt wurden gab es Möglichkeiten und wir begannen am Touren Spaß zu haben! Wir haben eine tolle Liveband um uns herum geschart und können es nicht erwarten wieder auf die Straße zu gehen. Zum Glück haben wir irische Pässe, so dass der Brexit keinen Effekt auf uns hat und wir immer noch frei durch Europa reisen können. Aber auf einer Insel zu leben hat uns das Touren immer etwas schwierig gemacht. Wir sind auch etwas neidisch auf europäische Bands die einfach so jedes Land mit einem klapprigen Bus erreichen  können.Für uns ist das schon teuer und beinhaltet Fähren und komplexe Logistik um überhaupt auf das Festland zu kommen. Wir wurden aber immer enthusiastisch von Europa empfangen! Die tollsten Erlebnisse hatten wir auch auf Tournee in Europa. Oft denken wir in Europa zu spielen und touren ist die Bezahlung für unsere Arbeit mit der Band und es fühlte sich wirklich wie Urlaub an!

Ich wundere mich warum ihr noch nie eine Livescheibe oder DVD gemacht habt, Material gibt es bestimmt genug!

Das ist eine tolle Idee und definitive etwas was wir in der nahen Zukunft in Angriff nehmen!

Sandstone sind keine der alltäglichen Acts, sondern wirklich was besonderes.

"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)