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22. September 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK HARZ OPEN AIR 2017
Ort Flugplatz Ballenstedt, Ballenstedt
Datum 05.07.2017 - 08.07.2017
Autor Marc Schallmaier
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Das "ROCKHARZ Open Air" hat sich mittlerweile im deutschen Festival Kalender fr Metalheads etabliert. Nahe dem malerischen rtchen Quedlinburg liegt der Flugplatz von Ballenstedt, wo das Festival seit 2009 stattfindet. Insgesamt 15.000 Besucher waren dieses Jahr vor Ort. Das Gelnde ist groflchig und bietet gengend Platz zum Campen. Und auch der Bereich vor den beiden Bhnen ist sehr grozgig ausgelegt, so dass selbst bei den Headlinern keine Platznot aufkommt. berhaupt ist das Konzept mit zwei gleich groen Bhnen, auf denen abwechselnd gespielt wird, eine echt starke Angelegenheit. Es gibt keine greren Umbaupausen, da auf der Bhne, wo gerade nicht gespielt wird, alles fr die nchste Band vorbereitet wird. Dies ist angenehm, da es so gut wie keinen Leerlauf gibt und man den jeweiligen Tag prima planen kann. Auch kommt es so zu keinen berschneidungen und man muss sich nicht die Frage stellen, auf welche Kapelle man jetzt am ehesten verzichten kann. Es war mir leider nicht vergnnt bereits am Mittwoch anzureisen, so dass ich ber die Auftritte von KRYPTOS, BLOODBOUND, SERIOUS BLACK, STAHLMANN, ORDEN OGAN oder DIRKSCHNEIDER leider nichts sagen kann. Durch eine verzgerte Anfahrt am Donnerstag sind mir leider INFECTED RAIN und APRON ebenfalls durch die Lappen gegangen. Kommen wir nur also zum restlichen Programm des Donnerstags.

DONNERSTAG
THE NEW BLACK

Die Wrzburger Band um Snger Markus Hammer konnte mit ihrem erdigen und gradlinigen Hard Rock die Besucher bestens unterhalten. Das gute Wetter trug seinen Teil ebenfalls dazu bei, dass der Auftritt von THE NEW BLACK als Erfolg zu bewerten war. Auf der Bhne wurde sich bewegt, die Band hatte jede Menge Spa an ihrem Auftritt und das herrliche Backdrop mit dem Godzilla Kopf konnte ebenfalls berzeugen. Ein guter Start!

NACHTBLUT

Nach dieser ordentlichen Ladung Rock und Metal ging es nun etwas dsterer zu Werke. NACHTBLUT aus Osnabrck versuchten mit ihrem Dark Metal der Sonne und der Hitze Einhalt zu gebieten. Dies klappte aber nur leidlich, irgendwie passte das alles nicht zusammen. Auch der Soundmann hatte anscheinend grere Probleme, gingen doch viele Details im Soundbrei unter. So eine Kapelle bei dieser Tageszeit antreten zu lassen kann weder im Sinne des Fans noch des Musiker seins. Die Musiker gingen sehr professionell mit dieser Lage um, der ein oder andere Fan wendete sich aber enttuscht ab.

WOLFHEART

Die Finnen von WOLFHEART gibt es gefhlt schon eine Ewigkeit, tatschlich aber erst seit fnf Jahren. Dafr hat man aber schon drei komplette Alben auf den Markt geworfen und war Anfang des Jahres mit INSOMNIUM und BARREN EARTH unterwegs. Wer also die Band noch nicht kennt und auf skandinavischen Melodic Death Metal steht, der kommt an Tuomas Saukkonen und seinen Mitstreitern nicht vorbei. Und so sah es auch das Publikum, das zahlreich vor der Bhne erschien und WOLFHEART abfeierte. Das Quartett spielte hauptschlich Songs vom letzten Album dazu noch am Ende "Zero Gravity" und "Routa Pt. 2". Sowohl die Leute vor als auch auf der Bhne waren nach dem Auftritt sehr zufrieden.

CIVIL WAR

CIVIL WAR, die Band die aus dem SABATON Split 2012 entstand, war dann als nchstes auf der Bhne. Aber der Power Metal, den die Schweden spielten, wollte so gar nicht znden. Ob es an dem neuen Snger Kelly Sundown Carpenter lag? Vielleicht, zumindest hatte er den einen oder anderen Wackler drin. Lag es an dem fehlenden Bass? Mag auch sein, zumindest kam der anscheinend vom Band. Ein paar Hartgesottenen war das allerdings relativ schnuppe und feierte CIVIL WAR amtlich ab. Am Ende muss man aber von einem recht mageren Auftritt sprechen.

MANTAR

Das Bremer Duo MANTAR nderte die Stimmung dann mal gleich um 180 Grad. Das Duo zelebrierte seinen Sound, eine wilde Mischung aus Doom, Black Thrash, Punk und Sludge Elementen gewohnt wortkarg, aber dafr mit einer unglaublichen Energie. Was die beiden Musiker aus sich und ihren Instrumenten rausholen ist immer wieder wirklich sehenswert. Das Publikum konnte zu Beginn noch nicht wirklich der kruden Mischung folgen, zum Ende des Sets tauten die Leute aber auf und spendeten wohlwollenden Applaus zu Hits wie "Era Borealis" oder "Cross The Cross". Als Dankeschn gab es fr die ersten Reihen auch noch ein paar Schnpse.

RAGE

Die Veteranen aus Herne standen als nchstes auf der Bhne. Seit zwei Jahren wieder so richtig am Start, erwischten Peavy und seine beiden Mitstreiter einen absoluten Sahnetag und knallten dem Publikum den einen oder anderen Klassiker vor den Latz. "From The Cradle To The Grave", "Straight To Hell" oder auch "Higher Than The Sky", das Publikum war schwerstens begeistert und feierte das Trio nach allen Regeln der Kunst ab. Es gab zwar auch hier das ein oder andere kleine Soundproblem, was aber keinen Zuschauer wirklich strte. Die Band und die Fans hatten richtig Bock und lieen das Set ziemlich schnell vergehen. Das RAGE die Sympathien nur so zufliegen liegt bestimmt auch daran, dass Snger und Bassist Peavy erfahren genug ist und wei, wie er die Festivalmeute anpacken muss. Ein starker Auftritt, der Lust auf das neue Album macht.

DEATH ANGEL

Mit der nchsten Band ging es hnlich weiter. Gleicher Legendenstatus, hnliches musikalisches Kaliber. Und ebenso reagierte das Publikum auf den Thrash Metal der Amerikaner mit philippinischen Wurzeln: begeistert! Zwar waren die fnf Herren nicht wirklich auf groe Kommunikation aus, dafr gab es aber musikalische Highlights wie "The Ultra-Violence", "Left For Dead" oder auch "Claws In So Deep". Die "Grabenschlampen" aka Security sorgte zwischenzeitlich mit einigen Wasserstrahlen aus dem Feuerwehrschlauch fr Abkhlung. Das Infield war mittlerweile sehr gut gefllt und fr DEATH ANGEL ein gelungener Auftakt fr ihre anstehende Europa Tournee.

Zwecks Nahrungsaufnahme und hnlichen menschlichen Bedrfnissen verpasste ich leider HAGGARD. Die Sonne brannte auch ziemlich gnadenlos herunter, so dass ein paar Minuten im Schatten mit einem khlen Getrnk auch einfach mal ntig waren.

LACUNA COIL

Etwas melodischer, aber nicht weniger aggressiv ging es dann mit den Italienern von LACUNA COIL weiter. Das Bhnenoutfit wurde neu gestaltet und obendrauf gab es auch noch Farbe und hnliches im Gesicht. Kann man halt so machen, ob es einem gefllt muss dann jeder fr sich entscheiden. Musikalisch war das allerdings ber jeden Zweifel erhaben und das Quintett gab ordentlich Vollgas. Der abwechselnde Gesang zwischen Sngerin Cristina und Snger Andrea ist gut ausgearbeitet und gibt manch eher mittelmiger Komposition den entscheidenden Tritt in den Hintern. Die Anfeuerung der beiden wurde vom Publikum dankbar angenommen. Anscheinend hatten HAGGARD fr eine Ruhepause bei den Fans gesorgt.

KADAVAR

Das Berliner Trio KADAVAR hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie eine verdammt gute Live Band sind. Ohne Schminke oder sonstige Verkleidung, keine Pyros, nur ein Bass, eine Gitarre und ein Schlagzeug. Der trockene Rock kam mit verdammt viel Wucht aus den Boxen und schnrkellos wird das Set durchgezogen. Das machte nicht nur der Band Spa, auch das Publikum bewegte Fe, Fuste und Kpfe. Am Ende gab es noch "Helter Skelter" von den Beatles in einer leicht vernderten Variante. So kann man nur zu dem Schluss kommen: KADAVAR sind live einfach eine sichere Bank.

ARCH ENEMY

ARCH ENEMY sollten als Co-Headliner den Anfang vom Ende des heutigen Tages einluten. Die knappe Stunde wurde gut genutzt, um einen reprsentativen Querschnitt durch alle Schaffensperioden der Schweden darzubieten. Das Publikum war dankbar und feierte die Truppe und Songs wie "Nemesis", "My Apocalypse" oder "War Eternal" ordentlich ab. Alles super? Nicht ganz. Meiner Meinung nach verlief der Auftritt eine Spur zu routiniert, was auch daran liegen kann, dass ARCH ENEMY gnadenlos berspielt sind. Vielleicht wrde eine freiwillige Live Abstinenz der Dame und Herren mal ganz gut tun. Das Publikum hat das im Groen und Ganzen nicht interessiert und das ist schlussendlich das was zhlt.

IN EXTREMO

Vom Headliner IN EXTREMO wird es hier keine Bilder geben. Die Band fuhr ordentlich Pyrotechnik auf, so dass es uns Fotografen erst zum neunten Song vergnnt gewesen war in den Fotograben zu gehen um dann schnell ein paar Bilder zu machen. Das habe ich mir dann einfach mal geschenkt und mich auf das Set konzentriert. Der Schwerpunkt lag auf dem Material des neuen Albums "Quid Pro Quo", aber natrlich durften auch Evergreens wie "Vollmond", "Sternhagelvoll" oder "Spielmannsfluch" nicht fehlen. Frontmann Michael Rein wei, wie er mit dem Publikum umzugehen hat. Das Infield war bei INEXTREMO gerammelt voll. Es war ein wrdiger Abschluss eines starken Tages.

Tatschlich kamen nach IN EXTREMO noch FIDDLERS GREEN auf die Bhne. Ich war schon ziemlich im Eimer weswegen ich mich auf die Heimreise ins nahe gelegen Quedlinburg machte. Man wird ja auch nicht jnger und es standen ja auch noch zwei Festivaltage an.

FREITAG

Das Wetter war immer noch erste Sahne, auch wenn fr den spteren Nachmittag Regen angesagt wurde. Zur frhen Mittagszeit war davon noch nichts zu spren. Das Programm startete sehr frh, so dass ich VLAD IN TEARS, KAMBRIUM, CYPECORE und EWIGHEIM verpasst habe. Meine erste Band war an diesem Tag FIRKIN.

FIRKIN

Die Ungaren von FIRKIN spielen eine Art Crossover aus keltischen Melodien und klassischem Rock. Das funktionierte ganz gut, auch wenn im Publikum noch nicht allzu viel los war. Die Musik verlor nach zwei, drei Songs definitiv ihren Reiz und wurde sehr vorhersehbar. Die wenigen Zuschauer feierten die Band und diese lie sich nicht von dem halbleeren Platz beeindrucken. Zum Start des Tages ganz okay. Kleiner Tipp noch an die Band: wenn man schon einen Zausel mit Querflte auf die Bhne lsst, untersagt ihm bitte das Spielen auf einem Bein. Das gab es nmlich schon bei JETHRO TULL und wirkt mittlerweile irgendwie peinlich.

OHRENFEINDT

Die Vollgasrocker aus meiner Heimatstadt Hamburg von OHRENFEINDT waren als nchstes dran. Die Mucke des Trios passte ganz gut zur allgemeinen Lage. Der Kater und/oder die Mdigkeit waren mittlerweile verschwunden und es galt sich auf den bevorstehenden Festivalabend einzustimmen. Dazu passte der eingngige Heavy Rock von OHRENFEINDT wie die Faust aufs Auge. Der Soundmann hatte zwar hier und da wieder so seine Probleme, aber im Groen und Ganzen war das alles okay.

Seine Band UNZUCHT zu nennen hat fr mich nur dann einen Sinn, wenn die dargebotene Musik ziemlich schwach auf der Brust ist und man irgendwie doch noch Aufmerksamkeit haben will. Nun, der Gothic Rock von UNZUCHT war gar nicht so mies und auch die deutschen Texte hielten sich im Rahmen ohne gleich wieder viel Raum zum Spekulieren zu geben. Allerdings pltscherte der Auftritt so vor sich hin, ohne dass etwas aufregendes passierte. Hhepunkt war der einsetzende Regen, der circa fnfzehn Minuten anhielt und fr eine angenehme Abkhlung sorgte.

OST+FRONT

Das Phnomen OST+FRONT ist mir erstmals vor zwei Jahren auf dem "Summer Breeze" begegnet. Dass diese ziemlich billige RAMMSTEIN Kopie immer noch durchhlt, kann man tatschlich bewundern. Und laut einigen Experten soll die Band es ja auch geschafft haben sich weiter zu entwickeln und eigenstndig zu werden. Mag alles sein, kann ich aber nicht nachvollziehen. Wer in Songtexten die Worte "Arbeit Macht Frei" benutzt, wer halbnackte Mdels zum Publikum schickt, damit diese aus ihren Mndern Schnaps an notgeile Mittvierziger spucken und einen Hampelmann auf der Bhne hat, der mit einem Sombrero bekleidet dem Publikum seinen Piephahn zeigt, der hat musikalisch nichts drauf und will ums Verrecken provozieren. Mehr gibt es hier nicht zu sagen.

VARG

Geht man hin oder lsst man es bleiben? Nach der Negativerfahrung mit OST+FRONT stand kurz danach ein Band auf der Bhne, die sich in der Vergangenheit mit dem Vorwurf der Verbreitung von rechtem Gedankengut konfrontiert sah. Zhneknirschend nahm ich also meine Pflicht als Berichterstatter wahr. VARG brachten das Publikum in Bewegung, der Sound war wieder einmal eher suboptimal, dafr konnte die mittlerweile ausgewogene musikalische Ausrichtung tatschlich berzeugen. Die Band aus Coburg hat es verstanden, seine Musik differenzierter zu gestalten, was beim Publikum gut ankam. Nichtsdestotrotz bleibt immer noch ein fader Beigeschmack wenn die Band spielt.

LORD OF THE LOST

Nach dem recht harten Geprgel von VARG begaben wir uns jetzt in etwas gemigtere Gewsser, denn LORD OF THE LOST kamen als nchstes. Allerdings wollten auch die Hamburger dem Publikum etwas bieten und spielten eher hrtere Stcke aus ihrem Programm. Der Platz vor den beiden groen Bhnen war mittlerweile auch sehr gut gefllt und die Band bedankte sich mit Spielfreude. Auf einem eher gotisch angehauchten Event wrden wahrscheinlich andere Songs gespielt werden, aber heute regierte die grobe Kelle und alle Beteiligten vor und auf der Bhne waren nach dem Auftritt zufrieden.

BEYOND THE BLACK

Noch seichter wurde es nun bei BEYOND THE BLACK. Und nicht nur seichter, sondern auch viel leiser. Bei einigen Bands auf diesem Festival wurde man das Gefhl nicht los, dass die Jungs an den Reglern gerade Pause machten. Was soll's, der Weichsplrock der ominsen "Band" gefiel einem groen Teil des Publikums und Sngerin Jennifer Haben bedankte sich artig fr die Reaktionen. Allerdings muss man auch hier sagen, dass die Truppe gnadenlos berspielt und an wirklich jeder Steckdose zu finden ist. Ob dieser erzwungene Hype um BEYOND THE BLACK auf Dauer gut gehen wird, das wird sich zeigen.

PAIN

PAIN sind und bleiben live eine Bank. Als vom Band "Rebel Yell" von BILLY IDOL ertnte, dauerte es nicht mehr lange, bis Peter Tgtgren und seine Waldschrate die Bhne entern. Die Band hatte richtig Laune und das Publikum ging ordentlich steil. Schon jetzt konnte man feststellen, dass PAIN abseits der Headliner einer der groen Gewinner dieses Festivals waren. Es fllt auch wirklich schwer bei Songs wie "Suicide Machine" oder "Same Old Song" ruhig stehen zu bleiben. Die Sonne verschwand auch langsam, so dass es ein perfektes Setting fr den leichten Industrial Sound von PAIN gab. Die Band lieferte aber mal so richtig gut ab!

MONO INC.

Bevor wir zu den weiteren metallischen Schwergewichten kamen, gab es erst einmal wieder etwas Dark Rock, diesmal von den Hamburgern MONO INC. Die Band gefiel dem Publikum, auch wenn es wieder einmal Soundprobleme gab. Aber egal, die anwesenden Fans feierten die Band amtlich ab, die routiniert ihre uerst eingngig Songs in die Menge pumpte. Nach gut dreiig Minuten zog ich mich allerdings zurck, um mich auf die beiden Headliner vorzubereiten.

ICED EARTH

Mit ICED EARTH gab es dann die optimale Dosis Power/Thrash Metal an diesem Abend. Die Band um den sicherlich nicht ganz einfachen Jon Schaffer brauchte zwar etwas, um auf der Bhne anzukommen, aber nach drei Songs war der Bann gebrochen. Das Publikum ging ziemlich steil und freute sich ber Songs wie "Pure Evil", "I Died For You" oder auch "The Hunter". Der Bewegungsradius hielt sich bei den Musikern sehr in Grenzen, lediglich Snger Stu Block nutzte den Platz und verdiente sich damit ein Fleikrtchen. Am Ende gab es mit "Watching Over You" noch eher einen melodischen Rausschmeier womit ich nun auch nicht wirklich gerechnet htte.

HEAVEN SHALL BURN

Den Abend beschlossen heute HEAVEN SHALL BURN. Was die Thringer an diesem Abend ablieferten war ganz groes Kino. Das Publikum war stndig in Bewegung, Mosh Pits, Walls Of Death und Circle Pits soweit das Auge reichte. Die Kollegen im Graben bekamen ebenfalls alle Hnde voll zu tun, denn irgendjemand hatte ausgerufen, dass heute der Weltrekord im Crowdsurfen gebrochen werden sollte. HEAVEN SHALL BURN spielten dazu den entsprechenden Soundtrack: "Voice Of The Voiceless", "Hunters Will Be Hunted" und zum Ende wie fast immer "Black Tears". Wer es brigens immer noch nicht wissen sollte, bei "Black Tears" handelt es sich um eine Coverversion der Band EDGE OF SANITY. Band und Publikum verausgabten sich bis aufs letzte. Kleine Abzge in der B-Note gab es allerdings fr die Ansagen von Frontmann Marcus Bischoff. Nichtsdestotrotz ein fulminanter Abschluss des zweiten Festivaltnages.

Auch an diesem Abend gab es noch zwei weitere Bands, nmlich BELPHEGOR und MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN. Aber auch hier hie es fr mich lieber die Krfte fr den letzten Tag zu schonen.

SAMSTAG

Ich kam etwas zu spt an diesen Tag an, so dass ich von DAWN OF DISEASE leider nur noch Fragmente der letzten beiden Songs vernahm. Diese klangen allerdings sehr gut. Beim "Party.San Festival" werde ich die Truppe aber hundertprozentig unter die Lupe nehmen, versprochen.

DESERTED FEAR

Nachdem ich den ersten Death Metal Knppel schon verpasst hatte, so gab es direkt im Anschluss Todesblei der obersten Schublade. DESERTED FEAR standen auf der Bhne und gaben eine volle Breitseite auf das Publikum ab, das schon sehr zahlreich auf dem Infield anwesend war. Der abwechslungsreiche Death Metal der vier Thringer knallte richtig gut und zur Abwechslung war der Sound auch sehr angenehm. Mittendrin dann der absolute Hammer-Song "Field Of Death", der nahezu jeden Kopf in Bewegung brachte. Starker Auftritt!

DEW-SCENTED

Und weiter ging es an diesem Tage mit amtlichem Geballer. Bei DEW-SCENTED halten sich Death und Thrash Metal die Waage, die Leute fanden es dennoch stark und auch hier wurden etliche Krperteile in Wallungen gebracht. Das weiterhin gute Wetter trug seinen Teil ebenso dazu bei, dass Leif und seine Kollegen am Ende mit einem angenehmen Grinsen von der Bhne gehen konnten.

TANK

Mit TANK kam dann eine andere Mucke-Richtung auf die Bhne. Klassischer Heavy Metal, der aber etwas blutleer dargeboten wurde. Wo war eigentlich Snger ZP Theart? Nicht auf der Bhne jedenfalls, erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass der gebrtige Sdafrikaner kurzerhand Vollmitglied bei SKID ROW ist! Stattdessen trllerte David Readman (Almanac, Pink Cream 69) nun bei TANK. Etwas schade, da ich ZP Theart als exzellenten Frontmann in Erinnerung hatte. David Readman konnte den Mann bei TANK, was das stimmliche angeht, sicherlich ersetzen. Die gleiche Bhnenprsenz konnte er aber nicht anbieten. So pltscherte der Auftritt ohne weitere Ereignisse vor sich hin.

THE VINTAGE CARAVAN

Etwas trockener, staubiger und rauchiger ging es dann bei THE VINTAGE CARAVAN zu. Dass das Trio aus Island kommt, htte ich bei dem Sound und dem Auftreten auch nicht gedacht. Furztrockener Stoner Rock gepaart mit klassischem Rock und einer leichten Prise Psychedelic, kam mit viel Druck aus den Boxen. Obendrauf ist Snger und Gitarrist Oskar ein Grimassenschneider vor dem Herrn. Damit unterhielt er schon allein das Publikum. THE VINTAGE CARAVAN berzeugen aber auch musikalisch, es wurde geschwoft und ein slicher Rauchgeruch breitete sich in den ersten Reihen aus. Es waren erstaunlich viele Leute vor der Bhne und feierten die Band ordentlich ab. THE VINTAGE CARAVAN gehrten zu den heimlichen Gewinnern dieses Festivals.

MR.IRISH BASTARD

Die gute Stimmung sollte von den Folk Punks von MR. IRISH BASTARD bernommen werden, aber irgendwie klappte das nicht so ganz. Das ganze Drumherum passte, die Sonne schien immer noch mehr als es viele der hellhutigen Nord- und Mitteleuroper vertragen konnten, die Uhrzeit passte (nicht zu frh und nicht zu spt) und die Band aus Mnster hatte sprbar Lust. Aber irgendwie sprang der Funke nicht so richtig rber. Kernproblem war meiner Meinung nach der wieder einmal matschige Sound, der die vielen Details einer Band wie MR. IRISH BASTARD einfach verschluckte. Trotzdem standen immer noch viele Leute vor der Bhne und tanzten sich den Schwei vom Leib.

SERUM 114

Als nchstes kamen die vier Punkrocker aus Frankfurt auf die Bhne, die unter dem Namen SERUM 114 firmieren. Entgegen meiner Erwartung war das Infield nicht ganz so gefllt. Schon komisch, denn als ich die Band vor ein paar Jahren auf dem Summer Breeze gesehen hatte, war der Platz rappelvoll. Nun ja, das Quartett gab sich aber keine Ble und kam mit einem Bengalo bewaffnet auf die Bhne. Im Anschluss gab es Songs wie "Ich Bin So", "Kopfber Ins Nichts" und "Alphatier 2.0". Die Fans, die sich vor der Bhne eingefunden hatten, gaben allerdings alles, so dass es zu groen Mosh Pits kam.

ASPHYX

Die Niederlnder haben es in den letzten Jahren heimlich, still und leise geschafft, sich in der Death Metal Spitze festzusetzen. Die beiden letzten Alben "Incoming Death" und "Deathhammer" waren jedenfalls richtig stark und so freute ich mich auch, die Band endlich mal wieder live zu sehen. Der (leider wieder mal) etwas matschige Sound sorgte erst fr etwas betretene Gesichter, die Kapelle nahm es aber sportlich und zockte direkt "Death The Brutal Way" und "Deathhammer". Das brachte die Nackenwirbel schon mal in Schwung. Und ansonsten sorgte der Auftritt von ASPHYX fr jede Menge Unterhaltung. Als Snger Martin van Drunen das Mikro aus der Hand fiel, zog er ein so lustiges Gesicht, dass man das Gelchter bis in die dritte Reihe hren konnte. Und auch bei der Bandvorstellung hatte der Mann Humor. Sich selbst stellte er als "Harald Juhnke der Band" vor. Am Ende gab es noch "The Rack" und "Last One On Earth". Starkes Konzert!

MOONSPELL

Die Portugiesen von MOONSPELL boten dann das Kontrastprogramm zum groben Knppel vorher. Feinster Gothic Metal kam da aus den Boxen und diesmal war der Sound auch in Ordnung. MOONSPELL konzentrierten sich auf ihre ersten Alben und spielten Songs wie "Vampirya", "Opium" und "Mephisto". Dass machten die Sdeuroper verdammt gut, auch wenn mir das Set einen Tick zu routiniert erschien. Vllig egal, das Publikum feierte die Band richtig ab und gerade die lteren Songs erzeugten die strksten Reaktionen.

INSOMNIUM

Die Finnen von INSOMNIUM konnten mit ihrem melodischen Death Metal ebenfalls bestens unterhalten. Gespielt wurde eine gute Mischung aus Teilen ihres letzten Outputs "Winter's Gate" (der ja eigentlich nur aus einem Song besteht) sowie Evergreens der Marke "While We Sleep" und "Ephemeral". Dass das auch bei Tageslicht auf einer Festivalbhne mit strahlendem Sonnenschein funktionierte, verdanken die Skandinavier ihrer immensen Spielfreude. Das Publikum lauschte gespannt und lie sich auf die dunkle Reise mitnehmen.

GRAVE DIGGER

Dann wurde es mal wieder traditionell, denn mit GRAVE DIGGER kam einer der dienstltesten Heavy Metal Kapellen aus unseren Gefilden auf die Bhne. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie lange es GRAVE DIGGER schon gibt oder wie viele Alben die schon verffentlicht haben. Der Name war und ist mir prsent, auch wenn ich persnlich mit der gespielten Musik wenig anfangen kann. Das Publikum sang begeistert mit, schwang Fuste und schttelte das Haupthaar. So verzog ich mich dann auch nach den ersten drei Songs, um dringende Bedrfnisse wie Hunger und Durst zu bekmpfen.

KORPIKLAANI

So langsam brach der Abend an und man konnte offen darber nachdenken, das ein oder andere alkoholische Getrnk zu sich zu nehmen. Wer bei dieser Frage noch Entscheidungshilfe brauchte, der bekam die entsprechende Antwort von den Finnen von KORPIKLAANI. Das Infield war richtig gut gefllt, um sich die eskalierenden Finnen anzutun. Aber auch wie bei MR. IRISH BASTARD fehlte irgendetwas, um die Stimmung zum Siedepunkt zu treiben. Die Band gab sich reichlich Mhe und im Publikum gab es vereinzelte kleine Pits. Aber das war es dann auch schon. Zum Ende spielten die sauflustigen Skandinavier noch "Iron Fist" von MOTRHEAD.

DARK TRANQUILLITY

Ganz andere Probleme an diesem Tag hatten die Schweden von DARK TRANQUILLITY. Aushilfs-Gitarrist Chris Amott hing in Berlin fest, sein Anschlussflug hatte sich stark verzgert. Was also tun? Zum Glck findet das Festival ja auf einem kleinen Flugplatz statt. Also wurde flugs eine kleine Propellermaschine gechartert und der gute Mann direkt auf das Festivalgelnde geflogen. Soweit ich das verstanden hatte, war Chris tatschlich erst fnf Minuten vor dem Bhnenstart vor Ort. Auch nicht schlecht. Egal, auf den starken Auftritt der Melodic Death Metal Band hatte das alles keinen Einfluss. Frontmann Mikael Stanne strahlte mit der sich gerade verabschiedenden Sonne um die Wette und die Truppe legte eine mrderhafte Spiellaune an den Tag. "Atoma", "Clearing Skies" oder auch "Misery's Crown" und "Therein", das war schon oberste Schublade. Und so reagierte auch das Publikum mit groer Begeisterung auf den Auftritt von DARK TRANQUILLITY. Die Schweden waren an dem heutigen Tag so etwas wie der heimliche Headliner.

ELUVEITIE

Es wurde schwierig fr die Schweizer von ELUVEITIE. Die Messlatte fr Stimmung und Publikumszufriedenheit wurde von DARK TRANQUILLITY verdammt hoch angelegt und viele der Besucher wollten vielleicht auch noch Krfte schonen fr den eigentlichen Headliner der nach ELUVEITIE dann die Bhne betreten sollte. Zunchst gab es mehrere Soundprobleme und so richtig als Einheit habe ich die Band auch nicht empfunden. Anscheinend sind die zahlreichen Besetzungswechsel in letzter Zeit nicht ganz spurlos an der Kapelle vorbeigegangen. Die Masse an Musikern auf der Bhne vermittelte immerhin den Eindruck, dass sich dort was abspielte. Die Fans feierten und der Rest vom Publikum war ebenfalls zufrieden.

BLIND GUARDIAN

Mit den Krefeldern von BLIND GUARDIAN erreichte das diesjhrige Rock Harz Festival seinen Hhepunkt. Bei vielen Fans hatte man in den vergangenen beiden Tagen bereits gemerkt, dass es einen Hauptgrund fr ihren Festivalbesuch sie gibt. Und dieser stand nun auf der Bhne und legte mit "Imaginations From The Other Side" gleich mal richtig gut los. Als Leckerli wurde die ganze Scheibe durchgespielt, was im Publikum sowohl fr Begeisterung als auch Enttuschung sorgte. Aber allen kann man es ja eh nie recht machen. Am Ende gab es noch "Mirror, Mirror", The Bard's Song" und, natrlich, "Valhalla". Danach war dann auch Schicht im Schacht.

Nicht verschweigen will ich, dass nach den blinden Gardinen noch FEUERSCHWANZ und ALCEST spielten, aber ich war an diesem Zeitpunkt einfach nur noch mde. Ein tolles Festival mit vielen interessanten Bands ging zu Ende. Die kurzen Wege und die kulinarische Verpflegung zu korrekten Preisen mchte ich hier noch einmal positiv hervorheben. Das 25. Jubilum steht im nchsten Jahr an, man kann wohl mit Spannung den Band-Ankndigungen entgegenfiebern. Es wrde mich wundern, wenn die Veranstalter nicht noch eine berraschung aus dem Hut zaubern werden. Alles in Allem kann ich ein sehr positives Fazit ziehen und das Festival wirklich weiterempfehlen!

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