Navigation
                
23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing LIFE OF AGONY, PYOGENESIS
Ort Markthalle, Hamburg
Datum 06.12.2016
Autor Marc Schallmaier
>> Als E-Mail versenden

LIFE OF AGONY haben einen wechselvolle Vergangenheit hinter sich. Zweimal schon komplett aufgelst und dann doch wiedervereint sowie die Geschichte rund um Frontmann/Frontfrau Keith bzw. Mina, dass kann schon ein paar Seiten fllen. Aber dass wollen wir heute hier nicht weiter gro verfolgen. Seit 2014 ist man wieder am Start, spielt Konzerte, und in ein paar Wochen gibt es eine neue Scheibe, denn die Band hat mit Napalm Records auch ein neues Label gefunden. Man kann also im Moment davon ausgehen, dass LIFE OF AGONY eine Zukunft haben, und diesen Gedanken finde ich gut.

Als Anheizer sind auf dieser Tour PYOGENESIS mit an Bord. Der Abend beginnt pnktlich, und die die vier Herren kommen in schwarzen Zwirn gekleidet auf die Bhne. Auch das deutsche Quartett hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich, hat man doch mal irgendwann mit Death Metal angefangen und sich bis zum Alternative Rock/Pop durchgearbeitet. Der Sound ist gut, die Herren auf der Bhne haben Bock und ein groer Teil der Zuschauer steht in der Halle, entweder weil man bereits Fan ist oder der musikalische Nerv getroffen wird und man sein Interesse vertiefen will. Die Stimmung ist ausgelassen und das Material von PYOGENESIS eignet sich hervorragend zum langsamen eingrooven auf den Headliner. Es wird ein wenig mit dem Publikum kommuniziert, und dann ist der Set auch schon irgendwie vorbei. Ein rundum gelungener Auftritt von PYOGENESIS.

Die Spannung steigt, die Markthalle ist ausverkauft und bis unter das Dach gefllt. Als die Band dann mit "River Runs Red" auf die Bhne strmt, gibt es im Publikum schon kein Halten mehr. Es wird mitgesungen, getanzt, gehpft, Hnde und Kpfe geschttelt......alles was Spa mach, ist erlaubt. Diese Groove Maschine aus New York, die ursprnglich mal im Hardcore Gewsser auftauchte, und deren Debut "River Runs Red" einschlug wie eine Bombe am Ende des Jahres 1993, ist wieder da, und sie knnen es immer noch verdammt gut. Zwar singt Mina die Stcke etwas anders als Keith, aber die Songs verlieren dadurch nicht an Intensitt oder sonstigem. Mit einem ihrer ersten Stze bitte sie das Publikum darum, sie darauf aufmerksam zu machen, falls eine ihrer Brste aus dem Pulli hpfen sollte. Nun kann man natrlich ber diese ganze Keith/Mina Sache diskutieren und man kann auch so eine Ansage peinlich finden. Ich habe die Band mehrfach mit Keith und nun auch schon zweimal mit Mina gesehen. Keith war ein introvertiert kleiner Junge, mit einer Stimme zum niederknien und der fters nur im Vollrausch in der Lage war, auf die Bhne zu gehen. Mina ist meiner Meinung nach das Gegenteil. Sehr extrovertiert, immer noch eine tolle Stimme, und sie mchte diese Polarisation einfach ausleben. Das ist zumindest meine Meinung, und in diesem Kontext ist dann der oben genannte Spruch keine dumme Ansage, sondern gehrt zu dieser Person dazu. Zurck zum Konzert, mit "This Time" und "Otherside" folgen gleich zwei weitere Knaller, die das Publikum in die nchste Ekstase schicken, bevor mit "Love To Let You Down" ein Song etwas neueren Kalibers kommt. Generell ist die Setlist grandios, da sehr viel vom Debut gespielt wird, und tatschlich nur ein Song ("Dead Speak") vom kommenden neuen Album "A Place Where There Is No More Pain" live dargeboten wird. Eine mutige Entscheidung, werden doch eigentlich immer drei bis vier Stcke dem PUblikum prsentiert. Dieser fgt sich nahtlos in die anderen Stcke mit ein, so dass man wohl davon ausgehen darf, dass uns da Ende April ein echter Hammer erwarten wird. "Weeds", "Lost At 22" und "I Regret" werden abgefeuert, und die enthusiastischen Reaktionen aus dem Publikum lassen die Amerikaner nicht kalt. Mina sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum oder spaziert in den Fotograben um die ersten Reihen direkt anzusingen, whrend Gitarrist Joey Z. und Bassist Alan Robert stndig auf der Bhne unterwegs sind und das Beste aus ihren Instrumenten herausholen. Das ist mal wahre Spielfreude, ob Drummer Sal Abruscato die auch hat ist ein wenig schwer auszumachen, da er doch als Ruhepol hinter seiner Schiebude sitzt und traditionell kaum eine Miene verzieht. Zum Abschluss holen LIFE OF AGONY nochmal richtig aus und spielen vier Klassiker von Debut "River Runs Red". "Through And Through", "My Eyes", "Bad Seed" und als krnender Abschluss "Underground". Das Publikum ist komplett auer sich und verwandelt die Markthalle in ein Tollhaus. Band und Zuhrer sind am Ende gleichermaen erledigt, und ich denke dass heute niemand mit schlechter Laune nach Hause gegangen ist. Ein wirklich bockstarkes Konzert, und alle, die an diesem Abend auf einem der parallel in Hamburg stattfinden Konzerte von ALTER BRIDGE oder BILLY TALENT wart.......ihr habt definitiv das bessere Konzert verpasst.










<< vorheriges Review
IGNITE, PADDY AND THE RATS, ROXTER PLANLOS GLCKLICH - Knust, Hamburg
nchstes Review >>
INSOMNIUM, BARREN EARTH, WOLFHEART - Grnspan, Hamburg


Zufällige Reviews