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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BEHEMOTH, CRADLE OF FILTH, IN SOLITUDE, SVARTTJERN
Ort Hamburg, Grnspan
Datum 28.02.2014
Autor Marc Schallmaier
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Black Metal der obersten Schublade sollte es also heute Abend geben. Und mit BEHEMOTH und CRADLE OF FILTH standen keine Unbekannten ganz oben auf den Konzertplakaten. Die rtlichkeit war auch sehr gut gefllt, die schlechte Luft zum Ende eines Konzertes im Hamburger Grnspan ist immer ein guter Beleg dafr. Eine Sache noch vorweg. Die Qualitt meiner Bilder ist nicht schlechtem Equipment geschuldet oder falschen Einstellungen an der Kamera. Die Kollegen an den Lichtschaltern hatten anscheinend eindeutige Vorgaben bekommen oder haben nach Konzertende ihren Blindenhund wieder abgeholt. Bei IN SOLITUDE zum Beispiel gab es nur helles Licht von hinten, und zwar volle Lotte. Das hat natrlich den Effekt, dass man so gut wie nichts von den Bandmitgliedern erkennen kann. Ansonsten berwog rotes oder blaues Licht. Fr einen Fotografen ein mittlere Katastrophe.

Svarttjern Svarttjern

SVARTTJERN
Der Abend begann dann pnktlich mit der mir vllig unbekannten Band SVARTTJERN. Die Norweger haben mittlerweile drei Alben am Start, wobei die letzte recht gute Kritiken bekommen hat. Kollege Marc Fischer hat bei uns elf Punkte ausgepackt. Die Truppe kam natrlich mit dem blichen Corpsepaint und gefhrlich aussehenden Nietenarmbndern auf die Bhne. Der Bassist Sgt. V hat zustzlich noch eine Kette aus Knochen am Grtel. Bestimmt echte Knochen... egal, der Sound war ziemlich deftig und obwohl SVARTTJERN amtlich aufs Gaspedal drckten, berzeugten auch die etwas langsameren Parts zumindest mich. Whrend ich meine Fotos machte, musste ich aber das ein oder andere Mal die Nase rmpfen. Mindestens einer der Skandinavier hatte entweder schon lange keine Dusche mehr von innen gesehen oder den letzten gemeinsamen Gang zum Waschsalon verpasst. Ein Blick in die Gesichter der anderen Fotografen besttigte mein Empfinden. Auf jeden Fall nutzen SVARTTJERN ihre knappe halbe Stunde Spielzeit, trotzdem gingen die Meinungen im Publikum danach sehr weit auseinander. Von "richtig cool" bis "vllig belanglos" war alles dabei. Ich wurde zumindest gut unterhalten.

IN SOLITUDE
Danach kamen die eingangs erwhnten IN SOLITUDE auf die Bhne. Die Schweden haben whrend ihrer bisherigen Karriere etwas ihren Sound gendert, so dass ich gespannt war, wie das reine Black Metal Publikum auf die Band reagieren wrde. Nun ja, in etwa so, wie es dann auch passiert ist. Ein groer Teil verabschiedete sich aus der Halle, begab sich an den Tresen, in den Raucherbereich oder ging mal kurz vor die Tr um frische Luft zu schnappen. Der sehr eigenwillige und auch schwer zu beschreibende Sound von IN SOLITUDE passte leider nicht so ganz zum Restprogramm. Sie waren auch die einzige Band, die ohne irgendeine Maskerade auf die Bhne kam. Zudem waren die Jungs auch stndig in Bewegung, was ich sehr positiv fand. Wahrscheinlich war das heute nicht das erste Mal auf dieser Tour, dass sich ein Teil des Publikums zurckzog. Also mit viel Einsatz den Leuten zeigen, dass sie was verpassen. Auch eine Art Trotzreaktion. Die Spielzeit von 40 Minuten verging dann auch recht zgig, und IN SOLITUDE bedankte sich bei den verbliebenen Fans.

In Solitude In Solitude

CRADLE OF FILTH
Die Zeit war reif fr CRADLE OF FILTH. Sie waren eine der ganz wenigen extremen Bands, denen es geglckt war, bei einem Major Label unterzukommen. Ich will hier gar nicht die alte Diskussion ber Ausverkauf und Kommerzialisierung des Black Metals durch die Briten aufwrmen. Sie waren zum Ende des Jahrtausends verdammt schwer angesagt, und gerade mit ihrem Merchandise muss die Band den Ein oder Anderen Taler verdient haben. ber die letzten Jahre hatte ich sie aus den Augen verloren, und obwohl sie bei einigen Festivals spielten, wo ich auch war, hatte ich es nie geschafft, CRADLE OF FILTH live zu sehen. Dort, wo auf der Bhne normalerweise das Schlagzeug steht, war eine groe Leinwand aufgebaut. Die Band wollte ihre Songs mit einigen visuellen Einspielern und Filmchen untersttzen. Soweit, so gut. Nur leider war der Auftritt ein ziemlicher Griff ins Klo. Die Musiker standen relativ lustlos herum, spielten ihre Instrumente und guckten ab und an mal grimmig ins Publikum. Durch die Leinwand war man auch ganz gut abgelenkt. Dass die Band zum Beispiel eine Keyboarderin auf der Bhne hatte, werden wohl auch nur die allerwenigsten mitbekommen haben. Frontmann Dani Filth war die Resignation irgendwie anzusehen. Gesanglich war er absolut auf der Hhe, und seine spitzen Schreie kamen auch gut aus der Kehle, aber an seinem Gesicht war zu erkennen, dass dies ein weiterer Abend von vielen war. Lustlos wre das falsche Wort, er ist Profi genug um das Konzert vernnftig zu Ende zu bringen, aber es war mehr eine Pflichtaufgabe fr CRADLE OF FILTH. Der Rest des Konzerts ist schnell erzhlt, da es absolut keine negativen oder positiven Hhepunkte gab. Die Briten rockten ihren Set durch, spielten einen Querschnitt aus ihrem Schaffen und gingen wieder von der Bhne. Das wars.

Setlist: CRADLE OF FILTH

  • Chtulu Dawn
  • A Dream Of Wolves
  • Summer Dying Fast
  • Principle
  • Beneath The Howling Stars
  • For Your Vulgar Delectation
  • Haunted Shores
  • Nymphetamine
  • Born In A Burial Ground
  • Cruelty Brought Thee Orchids
  • Her Ghost In The Fog
  • Funeral In Carpathia

Behemoth Behemoth

BEHEMOTH
Es folgte eine etwas lngere Umbaupause, aber als ich sah, was da alles auf die Bhne gekarrt wurde, stieg die Spannung, was BEHEMOTH hier gleich zaubern wrden.Und endlich machte der enorm breite Fotograben Sinn. Kurz bevor es losging erhielten wir Fotografen noch eine kurze Einweisung, da die Polen einiges an Nebel und auch Flammen abfeuern werden. Also schn am Gitter zu den Fans stehen bleiben und nicht bewegen, sonst war es das mit den langen Haaren und so. Das gibt natrlich ein wenig eindimensional Bilder, da sie alle von ein und derselben Stelle gemacht wurden. Dankenswerter Weise bewegten sich die drei Herren von BEHEMOTH, so dass man eigentlich alle mal vor die Linse bekam. Das Grnspan platzte jetzt auch aus alle Nhten, denn was das Quartett da veranstaltete war sehr nah an der Definition von "perfekt". Eine tolle Bhnenshow mit vielen kleinen und groen Effekten, ein fetter aber facettenreicher Sound, und ein Truppe, die Bock hatte zu spielen. Der Sound war auch bei den vorherigen Kapellen gut, so war es nicht, aber dann war da mal die Gitarre zu laut, dort der Gesang etwas zu leise usw. Keine Spur davon mehr bei BEHEMOTH. Und trotz der dsteren Stimmung hatte man das Gefhl, da steht eine Einheit auf der Bhne, die richtig Lust hat ein Konzert zu spielen. Und auch die Songauswahl konnte sich sehen lassen. Klassiker wie "Decade Of Therion" oder "Chant For Eschaton" wechselten sich mit neueren Stcken wie "Blow Your Trumpets Gabriel" oder "The Satanist" ab. Nach den Fotos suchte ich mir einen Platz weiter hinten um die Bhne im Gesamten weiter beobachten zu knnen, und es war wirklich schwer unterhaltsam. Auch BEHEMOTH beschrnkten die Kommunikation zum Publikum auf ein Minimum, aber wenigstens gab es berhaupt eine. Die Zuschauer gingen auch gut ab, selbst in den hintersten Reihen wurden noch Matten geschttelt. Bei den immer wieder kehrenden Pyro - Effekten nahm man selbst weiter hinten die Hitzewallungen war. Und den Geruch von verbrannten Haaren, da hat dann wohl doch einer nicht aufgepasst.
Das Konzert ging seinem Ende entgegen und die Jungs aus Danzig schossen nochmal aus alle Rohren. Wie gesagt, die ganze Show war von vorne bis hinten durchgeplant, da passierte nichts spontanes, aber genau DAS dem Zuschauer nicht wirklich denken zu lassen ist ja die Kunst an der Geschichte mit der Perfektion.
BEHEMOTH beendeten dann auch ihren Set mit "O Father O Satan O Sun!" und ein gutes Konzert mit einem wrdigen Headliner ging zu Ende. Anmerken mchte ich noch die Tatsache, dass das Merchandise von CRADLE OF FILTH im Schnitt 5 Taler mehr kostete als das von BEHEMOTH. Da kann man dann mal drber nachdenken....

Setlist: BEHEMOTH

  • Blow Your Trumpets Gabriel
  • Ora Pro Nobis LUcifer
  • Conquer All
  • Decade Of Therion
  • As Above So Below
  • Slaves Shall Serve
  • Christians To The Lions
  • Hidden In The Fog
  • The Satanist
  • Ov Fire And The Void
  • Furor Divinus
  • Alas, Lord Is Upon Me
  • At The Left Hand Ov God
  • Chant For Eschaton 2000
  • O Father O Satan O Sun!





Cradle of Filth Cradle of Filth Cradle of Filth Cradle of Filth Behemoth Behemoth Behemoth Behemoth



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