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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SONATA ARCTICA, BATTLE BEAST
Ort Hamburg Markthalle
Datum 06.11.2012
Autor Verena Jurawitz
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An einem nasskalten Dienstagabend mache ich mich auf in Richtung Markthalle. Da ich direkt von der Uni komme und noch etwas Zeit bis zum Einlass um 19 Uhr ist, komme ich nicht umhin mir auf dem Fuweg ein Bier zu gnnen und gedankenverloren die fast menschenleere Dunkelheit um mich herum zu genieen. BATTLE BEAST und SONATA ARCTICA sollen heute also die herbstliche Klte aus dem Publikum spielen. Den Opener kenne ich gar nicht, gerade gestern das erste Mal reingehrt und ein wenig ber die Band gelesen... Und der Headliner ist mir aus meiner Jugendzeit noch gut und positiv in Erinnerung... ob sie heute mir bekannte Stcke darbieten werden? Schon endet das Schwelgen in Erinnerungen abrupt, als ich pltzlich mein Ziel erreiche und von einem riesigen Schirm gefragt werde, ob ich denn ein Ticket brig htte. "Was? h, nein, 'tschuldigung." Der Schirm entpuppt sich als einer der Menschen vor dem Eingang und ich freue mich viele junge, und ungewohnt viele weibliche Besucher dem Konzert entgegenfiebern zu sehen.

Battlebeast Battlebeast

Wie dem auch sei: rein in die trockene Stube und mehr als pnktlich werfen sich BATTLE BEAST um 20 Uhr auf die Bhne. Wow! Als htte man den Bandnamen auf die Rockrhre am Mikro ausgelegt geht es gleich richtig zur Sache. Die blonde Frontfrau ist zwar erst seit September 2012 mit den Jungs unterwegs, vermittelt jedoch den Eindruck als wrden die sechs Musiker seit Jahren nichts Anderes tun als bewegungsfreudig gemeinsam die Bhnen der Welt zu erobern. Apropos erobern. BATTLE BEAST haben 2010 das W:O:A-Metal-Battle gewonnen, und mit ihrer damaligen Sngerin, und gerade mal zweijhrigem Bestehen, schon dem Bandnamen alle Ehre gemacht. Was mich nicht wundert, wenn ich sehe wie gekonnt diese Formation durch Klatschen und die obligatorischen "Hey"-Rufe die angereisten Fans von Anfang an problemlos animiert bekommen. Heute soll es aber nicht um die Vergangenheit gehen sondern um das Hier und Jetzt. Da wird verkndet dass Noora eben nicht nur neu in der Band ist, sondern auch noch Geburtstag hat, was Band und Publikum dazu veranlasst ein Geburtstagsstndchen zum Besten zu geben. Doch nicht der pure 08/15-Hit erschallt nun die Rumlichkeiten, nein, wie es sich fr echte Musiker gehrt wird noch etwas interpretatorischer Spielraum genutzt, quasi eine verzerrte Gitarrenparty gefeiert, und die Beglckwnschte ist sichtlich begeistert, will aber doch schnell wieder "back to business". Also geht es mit den eigenen Machwerken weiter, und die Haare zu schtteln scheint zum Pflichtprogramm fr alle Beteiligten zu gehren. Auch massig Fuste werden aus dem Publikum immer wieder zur Gefallensbekundung gen Bhnendecke gereckt, da wird sich entsprechend des Musikgenres beidseitig schwer ausgepowert, sowohl musikalisch als auch bewegungstechnisch. Der Drummer steht ab und an hinter seinem Rack auf und holt weit aus um mit Schwung die letzten Schlge einiger Titel wirkungsvoll auf furchtbar hoch angebrachten Becken zu untermalen - bekommt man den Bengel wenigstens auch mal zu sehen. Leider ist der Saal nicht komplett gefllt, ein ziemlich groes Loch schmckt die hintere Hlfte der Tanzflche. Aber das tut der allgemeinen Stimmung keinen Abbruch und die Finnen knnen nach einer knappen Dreiviertelstunde, mit tosendem Applaus begleitet, in den Backstagebereich verschwinden und weiterfeiern. Absolut Verdient.

Setlist: Battle Beast
  • Justice And Metal
  • The Band Of The Hawk
  • Armageddon Clan
  • Cyberspace
  • Steel
  • Iron Hand
  • Victory
  • Enter The Metal World

Sonata_Arctica

Oh ja, Umbaupause. Zeit das Stille rtchen zu besuchen, eben Gehrtes zu verarbeiten und voller Erwartung wieder zur Bhne zu watscheln um die nchste Band zu empfangen. Das Bhnenbild ist schon mal recht beeindruckend. Der Drumriser stand eben noch mittig, ist jedoch in die Hhe gewachsen und hat anscheinend Ahnung von Zellteilung. Nun gibt es zwei davon. Links einer fr den Keyboarder, der gerade seine Keytar betddelt und von einem Helfer mittels eines Bodenspotes richtig ausgeleuchtet wird. Rechts steht ein eindrucksvolles Drumrack, das meines Erachtens nach kaum Platz fr weiteres Equipment bietet. Dazwischen befindet sich eine Treppe, sehr ntzlich um die Podeste gesund erklimmen zu knnen. Dazu ist jede erdenkliche Flche, von der kompletten Rckwand ber die Bassdrumfelle, bis hin zu den Frontseiten der Raiser, mit Bandspezifischen Backdrops, Tchern und sonstig gearteten Logos bestckt. Sieht gut aus, erwartet man von alten Hasen wie SONATA ARCTICA aber auch nicht anders. Da hopst auch schon der Drummer elegant und freudig winkend ber die Bhne und verschwindet hinter seiner Trommelfestung. Sonata_Arctica Der Rest lsst nicht lange auf sich warten, betritt mit Instrumenten bestckt die Bhne und der Spa kann beginnen. Mit einem weiem Mikrostnder bewaffnet springt und post Tony von dem ersten Takt an voller Begeisterung vor der fast ausflippenden, aber leider auch hier berschaubaren Menge an Fans herum. Beim fnften Titel gibt es noch eine kurze Ansprache: man wolle ja nicht zu viel erklren, da ja jede Erklrung des Sngers niemals an die von jedem einzelnen Zuhrer herankme, Individualitt und so, schn gesagt und schwupp verschwinden Band und Publikum in grnem Licht und in alle Anwesenden kommt wieder ordentlich Bewegung, die Tasten des Keyboards werden ausgiebig genutzt und Klatschaufforderungen werden dankend angenommen und befolgt. "Broken" endet mit tosendem Applaus, dicht gefolgt von einem Machwerk der ersten Demo. Auch hier sieht man den Menschen hinter den Becken mal stehend auftauchen und ab und zu kommt auch die Kapuze von Tony zum Einsatz, ob sie ihm nun grundstzlich absichtlich auf den Kopf rutscht wage ich zu bezweifeln, aber wenn er sie dann auf hat und mit beiden Hnden emotional singend das Mikro umklammert, das macht schon einiges her. Fr die akustisch dargebotenen Stcke werden Sthle, Gitarren und Cajon auf die Bhne gebracht. Man hrt noch: "This song requires a hat" und ein Cowboyhut bahnt sich seinen Weg auf des Sngers Kopf und gefhlt tausend Kamerahandys schweben ber dem Publikum, bereit den weiteren Verlauf zu dokumentieren. Bei "Tallulah" mchte man die Gste zum Mitsingen animieren, was, zumindest in den hinteren Reihen, zu Gejubel und auf der Bhne zu verwirrten Gesichtern fhrt. Nach und nach stimmt aber doch, Reihe fr Reihe, dem Dominoday gleich, der Groteil des Saals mit ein. Nach den Akustikstcken schleiche ich mich raus Richtung Raucherlounge, Tresen und Merchandisestand und begegne tatschlich acht Menschen, vier davon warten auf Kundschaft. Das restliche Konzert verluft weiterhin mit viel Gejubel und untersttzendem Gesang der Fans. Auch ich freue mich gewaltig ber "Replica" und "Full Moon", katapultieren diese Titel mich doch in schne, aber lngst vergangene Zeiten zurck. Nach zwei weiteren Stcken verabschiedet man sich zum Outro, gro applaudiert mit musikalischem "Vodka", geworfenen Sticks und Plektren und etlichen Luftkssen... hui, da wird man ja ganz melancholisch! Ein schner Abend war das und ich dackel mit Ohrwurm bewaffnet gen Bahn.

Setlist: Sonata Arctica
  • Intro
  • Only The Broken Hearts
  • Black Sheep
  • Alone In Heaven
  • Losing My Insanity
  • Broken
  • The Gun
  • The Day
  • I Have A Right
  • Tallulah (Akustik)
  • Dead Skin (Akustik)
  • Wanted Dead Or Alive (Bon Jovi Cover - Akustik)
  • Tony Solo (Akustik)
  • Paid In Full
  • Shitload Of Money
  • Replica
  • Full Moon
  • Cinderblox
  • Don't Say A Word
  • Vodka + Outro




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