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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BLIND, KILLING GLANCE, LIVINGSTON
Ort Koblenz, Circus Maximus
Datum 06.03.2008
Autor Rafael Hofmann
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Die Geschichte von BLIND begann bereits im letzten Jahrtausend, unter der Flagge des Bandnamens PARANOID. Heute ist jedoch lediglich Fabian der einzige, der durch die Jahre hinweg der Band treu geblieben ist. Die Band in ihrer jetzigen Besetzung fand sich durch einen fabelhaften Zufall im Jahre 2002 auf dem Campus der Uni Koblenz zusammen und hier startet auch die Erfolgsgeschichte der Koblenzer Rockstars. Heute fhrte also die erste eigene Headlinertour in die Heimat und somit auch in den ausverkauften (!) Circus Maximus. Mit im Gepck war der Toursupport LIVINGSTON und der lokale Rockbuster-Gewinner KILLING GLANCE. Die Musikqualitt war also fr den Abend gesichert.

Livingston Livingston

Zunchst beanspruchten LIVINGSTON gegen 20:30 Uhr die Bhne fr sich und wrmten das noch nicht all zu zahlreiche Publikum mit handfestem britischem Rock an. Mit Songs namens "Silence", "Hold on" oder der sphrischen Rockballade "Broken", die mich teilweise an COLDPLAY, THE KILLERS oder U2 erinnerten, konnte jedoch das Eis zwischen Band und Publikum nicht so recht gebrochen werden. Auf die verhaltenen Publikumsreaktionen werde ich aber im weiteren Verlauf des Berichts noch zu sprechen kommen. Die seit Februar erhltliche Single "One good reason", die ich hiermit den Freunden guter, experimenteller Rockmusik wrmstens ans Herz lege, kam jedoch letztlich erfolgreich im Gehrgang der Anwesenden an und wurde gebhrend beklatscht. Nach ca. 35 Minuten war die musikalische Teatime vorbei und nach kurzem Umbau betraten die Newcomer von KILLING GLANCE die Bretter, die die Welt bedeuten.

Diese Band behauptet von sich selbst, nichts Besonderes zu sein, schaute man sich die gegenwrtige Musiklandschaft an. Jedoch versprechen KILLING GLANCE-Konzerte Alternative Rock, der mit viel Hingabe, Energie und einer ungebndigter Spielfreude dargeboten wird. So viel zur bandeigenen Darstellung. Los gings mit der altbewhrten Setlist, die unter anderem "My prison", "Life's too short" und "You can't loose something..." bot. Die drei jungen Hpfer mit ihrem Bandopa am Bass fuhren von Anfang an Vollgas, wenngleich man das Gefhl hatte, dass die Handbremse noch angezogen war. Der klischeebehaftete Titel "Rock this world" hielt nicht ganz was er versprach, da an diesem Tag (ich kann aus mehreren Gigs Zuhrererfahrung sprechen) irgendwie der Drive bzw. das "KILLING" im GLANCE fehlte. Nichts desto trotz knackte die Band aus der Voreifel um die Pracht-Frontfrau Yvonne die Mehrheit des Publikums fr den Topact BLIND auf. Killing Glance Killing Glance Wahre Extase in den Reihen vor der Bhne sieht jedoch sicherlich in anderen Stdten trotzdem anders aus. Hier mchte ich jedoch die Band in Schutz nehmen, denn mehr Bewegung htte man aus dem lahmen, nichtrauchenden Haufen nur dann herausholen knnen, htte man den Hallenboden mit heien Herdplatten bestckt. Das Schmankerl im KILLING-Set stellte jedoch auch an diesem Abend wieder einmal die Feuerzeug-Romantik der Ballade "Gone" dar. Wenn dieser Song kein Ohrwurm ist, dann wei ich ja auch nicht weiter. Das Teil ist zwar nicht der typischste Song der Band, aber mit Sicherheit einer der geilsten Radio-Singles, die es von diesem Verein zu hren gibt. Was die vorausgeschickten Worte der Bandinfo von KILLING GLANCE angeht, konnte das Triumvirat mit Rockrhre Yvy nicht ganz halten, denn an dem Abend fehlte einfach ein bissle Salz in der Suppe bzw. die Eier in der klanglichen Performance.

Setlist KILLING GLANCE:

  1. My prison
  2. Rock this world
  3. Never break away
  4. Suddenly I see
  5. Gone
  6. Can't lose something you never had
  7. I'm alright
  8. Jealousy
  9. The one I need

Nach einen etwas lnger ausgefallenen Umbaupause whrend der sich ca. zehn Personen auf der berschaubaren Bhne des Circus Maximus drngten, hie es endlich: Primetime; Topact; BLIND!
Mit pompsem Intro, was die Meute von der Theke, aus dem oberen Stockwerk und von der Toilette holte, begannen die vier Koblenzer ihre Show vor heimischem Publikum. Selbstredend, dass sich Freunde, Bekannte und teilweise auch Eltern der Bandmitglieder diese erste Headliner-Tour vor der eigenen Haustr nicht entgehen lassen konnten und wollten. Los gings direkt mit der - meines Erachtens - hittrchtigen Single "Ordinary day", die bei normal gepoltem Publikum wie eine Initialzndung zu einem richtig fein abgestimmten Konzert ankommen sollte. Leider war die Reaktion in Koblenz eher ein laues Lftchen, was durchs Einstrmen der Neugierigen erzeugt wurde. Blind Blind Das bedeutete somit viel Motivationsarbeit fr Frontjohnny Steve. Aber dieser Mann steht schon zu lange auf der Bhne, um nicht auch dieses Publikum mit anspornenden Sprchen zum Tanzen und mitsingen zu bewegen. Das Ganze gipfelte nach dem Song "Save me now" in der Anleitung einiger Jungens vor der Bhne, die dort wie Salzsulen standen. Mr. Nice schickte sie einfach auf die rechte Bhnenseite mit dem Kommentar: "Guckt euchs dort an, die wissen wie man's macht!" Sehr geile Aktion! Ob's geholfen hat, konnte ich leider nicht beurteilen. An der Mischung der Songs soll's nicht gelegen haben, denn an diesem Abend wurde alles aufgefahren, was im BLIND-Set Rang und Namen hat. "Break away", "You", "Jesus only knows" gaben dem tanzwtigen Zuhrer gengend Anlass mal so richtig abzurocken. Was ich jedoch hervorheben muss: Offensichtlich besttigt sich der Eindruck, den man whrend des Konzerts gewinnen konnte. BLIND machen zwar ihr eigenes Ding, aber dieses Ding scheint unheimlich ansprechend fr Mdels jeglichen Alters zu sein. Die Reaktionen whrend und nach dem Konzert sprechen dahingehend eine sehr deutliche Sprache. Glckwunsch!
Fassen wir zusammen: Alles in allem lieferten BLIND an diesem Abend eine starke Performance ab und das in Gegenwart der relativ zahlreichen Koblenzer Musikszene. berzeugend brachten die vier Herren ihre Message rber, dass sie sich nie fr Label, Ruhm und Plattenvertrge verstellt haben. Nun ernte man die Lorbeeren fr eben diese Einstellung ab, die sich in der eigenen Headlinertour niederschlgt. Danke BLIND fr die Einladung in den heimischen Circus, der leider von einem scheinbar mdigkeitsgeplagten Publikum bevlkert wurde. Wir hatten einen schnen Konzertabend mit drei wunderbaren Bands, die jedoch meiner Meinung nach etwas mehr Zuspruch verdient htten.

Setlist BLIND:

  1. Ordinary day
  2. Jesus only knows
  3. Break away
  4. People
  5. Today I break loose
  6. You
  7. Love is gone
  8. Save me now
  9. Out of control
  10. These are the days
  11. We can stay
  12. Wake me up
  13. Dont lose myself
  14. Every you every me
  15. Everytime
  16. Triple X

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