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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SALEM - Strings Attached
Band SALEM
Albumtitel Strings Attached
Label/Vertrieb Raven Music
Homepage www.salemband.com
Verffentlichung 04.07.2005
Laufzeit 63:45 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 12 von 15 Punkten
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SALEM waren mir bis vor kurzem nur vom Hren-Sagen als extreme Metal-Band aus Israel bekannt. Pltzlich landete dann diese Scheibe in meinem Postfach, die sich schnell als absoluter Geheimtipp rausstellen sollte. Wie man anhand des Titles und dem schnuckeligen Mdel auf dem Cover erahnen knnte, haben sich die Mannen mit einem Orchester - dem "ICSQ String Quartet" - zusammen getan, um ihre alten Tracks in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Zunchst fllt aber das ppige und schn gestaltete Booklet auf, in dem die Texte abgedruckt sind und man lediglich ein Bild von dem Orchester vermisst. Dieses besteht brigens aus zwei Violinen, einer Viola und einem Cello, whrend man sich auerdem die Untersttzung des "ContraBat Choir" gesichert hat, der ausschlielich aus Frauen besteht.
Los geht "Strings Attached" mit "A Moment Of Silence", das mit Orchester-Klngen intromig begonnen wird. Bereits hier merkt man, dass die Symbiose aus Black/Death mit klassischer Instrumentierung harmoniert und der Kontrast zwischen Growls und dem besagten Chor gut ausgearbeitet wurde. In den hheren Lagen schwcheln die Damen allerdings etwas, was aber insofern nicht weiter strt, als dass sie sonst eher in mittleren Tonlagen agieren. "Anno Domini" danach ist ein komplett neuer Track, der durch tiefe Bsse und die bedrohlich wirkenden Streicher fr Gnsehaut sorgt. Zudem kommen zu den Growls volltnende klare Mnner-Vocals, die gut zum Songgerst passen. Es folgt "Coming End Of Reason", das recht zackig aus den Speakern groovt und mit einer einzelnen Frauen-Stimme veredelt wurde. Akustische Breaks lassen dabei eine traurig-melancholische Grundstimmung aufkommen. "Dying Embers" erinnert mich zu Beginn komischerweise an "Max Payne" und schleppt sich dann schon fast doomig daher. Das dster-melodische "Winter's Tear", ebenfalls wieder mit klarem Mnner-Gesang zeigt SALEM dann von der gothic-lastigen Seite, kommt mir persnlich aber etwas zu zahnlos daher. Mit "Ha'ayara Bo'eret" hat es dann auch ein Track in der Muttersprache auf die Scheibe geschafft, bei dem das Orchester sehr gut zur Geltung kommt. "Eyes To Match A Soul" ist dann ein richtiger Hit und einer der besten Songs der CD. Rockige Riffs treffen hier auf das eigenwillig und dennoch songdienlich musizierende Quartett. Damit geht "Act 1" zu Ende, der dann mit Hilfe des klassischen Intermezzos "Slave" in "Act 2" bergeht.
"Old Wounds" ist ein weiteres Highlight, bei dem sich die Metal- und die Klassik-Fraktion gegenseitig aufzuputschen scheinen und somit fr ein stimmiges und vor allem sehr eingngiges Gesamtbild sorgen. Nach "Hourglass" startet "The Fading" mit bedrohlichem Flstern und steigert sich dann zu einem Metal-Brett mit Horror-Soundtrack-Charakter. Auch darf hier der Drummer mal zeigen, was in ihm steckt, bevor der zweite Akt mit "Recall" beendet wird.
Als "Encores" gibt es zum Abschluss "Old Wounds" in einer Gastsnger-Version und "Coming End Of Reason" aus Akt eins in einer alternativen Version namens "The 2nd Coming". Hier wurde der Metal-Anteil zugunsten der feinfhligen Frauen-Vocals und der klassischen Intonierung komplett ber Bord geschmissen.
Als wre das alles noch nicht genug, wartet "Strings Attached" im PC mit einem kurzen "Making Of" auf, bei dem lediglich das ohne Untertitel prsentierte Mini-Interview negativ auffllt. Zudem gibt es noch ein handwerklich solides Video zu "The Edge Of The Void", bei dem man sieht, dass SALEM zu Hause einen hohen Stellenwert genieen.
Ich hoffe, dass "Strings Attached" auch hierzulande helfen wird, SALEM weiter in den Vordergrund zu rcken. Wer wie ich bisher noch nichts von den Israelis gekannt hat und bei "Metal meets Klassik" nicht nur an RAGE denkt, der sollte unbedingt mal ein Ohr riskieren. SALEM haben das schon alleine aufgrund ihrer Eigenstndigkeit verdient.
   
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