EXODUS, SACRED REICH / MARKTHALLE HAMBURG

Billing

Exodus, Sacred Reich

Ort

Markthalle, Hamburg

Datum

10.06.2025

Bilder

Marc Schallmaier

 

Es ist ein lauer Sommerabend heute in Hamburg, und auf dem Programm steht Thrash Metal vom Feinsten. Zwei Urgesteine sind zusammen unterwegs und füllen ihre Lücken im Festivalsommer mit ein paar Club Konzerten.
Das eine weitere Band, BATTLECREEK, ebenfalls am Start ist erfahre ich erst kurz vorher, und als ich ankomme steht das Quartett aus Süddeutschland schon ein paar Songs auf der Bühne. Damit sind Fotos hinfällig und eine faire Berichterstattung nicht möglich. Die Stimmung in der Markthalle ist aber ausgesprochen gut und somit gehe ich davon aus, dass die Jungs einen guten Job gemacht haben.

Nach einem sehr kurzen Changeover kommen SACRED REICH zu dem Klassiker „The Boys Are Back In Town“ von THIN LIZZY auf die Bühne. Und obwohl vor allem Phil Rind grinst wie ein Honigkuchenpferd ist schnell Schluss mit lustig. „The American Way“ als Einstieg, danach „Divide & Conquer“ vom letzten Album „Awakening“, bevor mit „One Nation“ der nächste (uralt) Kracher kommt. Und auch heute hält Phil nicht den Schnabel. Klare Ansage gegen Rassismus und Faschismus, ein Befürworten eines pazifistischen Lebensstils und ein grundsolides sympathisches Auftreten. Es ist immer noch traurig, dass nicht viel mehr Bands, gerade aus Amerika, ihren Raum in der Öffentlichkeit nutzen. Wer immer noch der Meinung ist, dass Politik in der Musik nichts zu suchen hat, ist bei einem Auftritt von SACRED REICH sowieso schon einmal grundfalsch. Und gerade im Metal Bereich wäre es sehr wichtig, dass mehr Leute sich klar positionieren. Bei der derzeitigen Weltlage kann es ansonsten auch mal ganz schnell vorbei sein mit internationalen Festivals oder Konzerten. Und das will wohl keiner.
Zurück zur Markthalle, in der SACRED REICH ein gutes Konzert abliefern. Tatsächlich habe ich die Band in den letzten Jahren sehr häufig gesehen und bin der Auffassung unterscheiden zu können, ob das Quartett einen überragenden Gig spielt oder ordentlich abliefert. Letzteres ist heute der Fall, denn obwohl die Stimmung im Saal gut ist will der letzte Funken nicht so richtig überspringen.
„Love…Hate“, „Salvation“, „Who’s Th Blame“, „Independent“, und „Ignorance“, ein schöner Querschnitt durch die überschaubare Diskographie von SACRED REICH. Wie immer schweife ich irgendwann während des Sets ab und male mir aus, was wohl gewesen wäre wenn Phil und seine Kollegen NICHT eine Schaffenspause von 23 Jahren eingelegt hätten (damit meine ich nicht die Live Aktivitäten zwischendurch!). Aber das ist alles nur Spekulation.
Wir nähern uns dem Ende, „War Pigs“ und „Surf Nicaragua“ runden den Abend ab und die Fans sind zufrieden.

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Die nächste und letzte Umbaupause ist erneut erfrischend kurz und so bleibt nicht viel Zeit für soziale Kontakte und ein kaltes Bierchen. Auch EXODUS haben ein old school Intro, nämlich „We Will Rock You“ von QUEEN.
Auf dem Papier ist eine Gitarrenfront bestehend aus den Herren Lee Altus und Gary Holt eigentlich eine sichere Bank, aber ich für meinen Teil sehe gerade in Sachen Kompositionen bei EXODUS da keinen wirklichen Fortschritt. „Persona Non Grata“, das letzte offizielle Album aus dem Jahre 2021, bezeichne ich bestenfalls als „mittelmäßig“. Vielleicht ist das auch ein Grund warum es gerade einmal zwei Songs aus diesem Album auf die aktuelle Setlist geschafft haben („Prescribing Horror“ und „The Beatings Will Continue“).
Der Abend beginnt aber mit DEM EXODUS Song schlechthin: „Bonded By Blood“ knallt aus den Boxen, und das meine ich wortwörtlich. Es ist irre laut, eigentlich schon zu laut, denn die gute Gitarrenarbeit von Altus und Holt geht so leider im Brei unter. Dieses Problem bekommt der Soundmann aber schnell in den Griff. Die Lautstärke ändert sich nicht, und ich bin dankbar über meine guten Ohrstöpsel und schaue mitleidig auf die Menschen um mich herum, die keinerlei Schutz auf den Hörorganen tragen. Viel Spaß mit dem Rauschen morgen.
„Iconoclasm“ kommt als Nächstes, gefolgt vom zweiten Song vom „Bonded By Blood“ Album, nämlich „And Then There Were None“.
Das Publikum geht richtig gut mit und hat Bock sich mit dem Thrash Metal aus San Francisco den Hintern versohlen zu lassen. Frontmann Rob Dukes, seit Anfang 2025 mal wieder als Sänger dabei, obwohl er doch noch vor zehn Jahren seinen Musiker Kollegen allerlei Dinge an die Köpfe geworfen hat, beschränkt sich zum Glück drauf ins Mikro zu schreien und den Mob vor der Bühne anzufeuern. Politische Aussagen gibt es zum Glück von seiner Seite aus heute nicht zu hören.
Tatsächlich flacht mein Interesse im Laufe des Konzerts immer weiter ab, wofür es keinen triftigen Grund gibt. EXODUS spielen einen guten Mix aus ihren Songs, stampfende Klassiker wie „Braindead“ wechseln sich mit schnelleren Granaten wie „A Lesson In Violence“ ab, die Band hat Bock und geizt nicht mit Spielfreude, und das Publikum ist ein dankbarer Abnehmer. Die Temperatur in der Markthalle steigt durch die Bewegung im Pit ordentlich an und die Hopfenversorgung stimmt auch soweit ich das beurteilen kann.
Mit den Songs „Toxic Waltz“ und „Strike Of The Beast“ beenden dann EXODUS ihren Set und sowohl Band wie auch Publikum machen zufrieden Feierabend. Ein Grund, warum dass bei mir persönlich nicht zündete kann ich nicht benennen.

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