Die Briten BUSH um Frontmann und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Gavin Rossdale haben sich im Laufe ihrer immerhin auch schon über dreißigjährigen Karriere meiner Meinung nach zu einer der besten Alternative Rock-Bands weltweit entwickelt. Von ihren anfänglichen, angeblichen Grunge-Einflüssen ist schon lange nichts mehr zu hören und mit „I Beat Loneliness“ gibt es heuer das zehnte Studioalbum auf meine Ohren.
Das beginnt mit „Scars“ recht düster und mit vielen Synthie-Effekten, die die schweren Gitarren zunächst überlagern wollen. Dies wird mit dem Titelsong sowie „The Land Of Milk And Honey“ auch fortgesetzt, wobei die wirklich hervorragenden Texte zu diesen, ja fast schon Industrial-mäßigen Klängen passen. Mal Seelenschau, mal politisch und auch mal voll Zynismus! Die Stimme des Meisters passt sich den Gefühlswelten in den Songs an und wird mit den Jahren meiner Meinung nach immer besser. Ich denke dass sich Gavin Rossdale nicht verstellen möchte und beweisen muss er ehedem Niemandem mehr etwas. Beim hervorragenden „I Am Here To Safe Your Life“ steht diese schwere Düsternis aus Synthies und tiefen Riffs im Gegensatz zum Gesang, wobei sich der Song nach mehrmaligen Hören zu einer echten Wuchtbrumme mausert. Überhaupt habe ich das Album sofort dreimal hintereinander hören müssen, so sehr hat es mich in seinen Bann gezogen. Die etwas düster melancholische Stimmung überträgt sich unmittelbar auf den Hörer, der aber wie gebannt fasziniert zuhören muss…zumindest ist das bei mir so. Am besten funktioniert das über Kopfhörer und schön laut! Auch bei den (wenigen) ruhigeren Stücken wie „We Are Of This Earth“ oder dem zu Tränen rührenden „Everyone Is Broken“ liegt eine bleiernde Schwere in der Luft und trotzdem schaffen es die Lieder, etwas Trost spenden. Zum Ende hin wird es auch etwas positiver und luftiger, ganz so wie ein Licht am Ende des Tunnels. Und der balladeske, ultra eingängige Aussteiger „Rebel With A Cause“ wirkt wie die Kirsche auf der Sahnetorte!
Insgesamt handelt es sich bei „I Beat Loneliness“ um keine leichte Kost, das gebe ich gerne zu. Aber wenn dich die Stimmung und die Songs erstmal gepackt haben, lassen sie dich so schnell nicht wieder los. Gibt es übrigens auch als Vinyl! Wer mich kennt weiß, dass ich die Höchstnote nur ganz selten vergebe, aber in diesem Fall muss es einfach sein, denn dieses Album macht süchtig!