A SECRET REVEALED – INDIVIDUELLE PERSÖNLICHKEITEN MIT GEMEINSAMER SCHNITTMENGE!

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„When The Day Yearns For Light“ hat nicht nur bei uns für positive Reaktionen gesorgt. Nein, das mittlerweile dritte Album der Band A SECRET REVEALED kam auch in anderen Gazetten und Formaten verdammt gut weg. Zeit für ein Interview. Sänger Michael stand uns Rede und Antwort.

Hallo Michael ! Eure neue Scheibe hat mächtig Eindruck hinterlassen, nicht nur bei uns. Erzählt doch bitte etwas zur Geschichte zur Aufnahme zu diesem neuen Album. Und in wie weit gab es Unterschiede zu den Aufnahmen von „Sacrifices“?

Moin! Vielen Dank vorab für deine Zeit und das Interview sowie die netten Worte über unsere neue Scheibe. Freut uns riesig, dass das Album bei euch einen guten Eindruck hinterlassen hat und auch in der Metalwelt auf größtenteils positive Resonanz gestoßen ist.
Der Aufnahmeprozess hat sich durch die Corona-Situation dieses Mal deutlich von den vorherigen Sessions unterschieden, da es einfach nicht möglich war, sich gemeinsam mit mehreren Personen in den gleichen Räumlichkeiten aufzuhalten und als Kollektiv im Studio an Details und weiteren Ideen zu feilen. Deswegen mussten wir uns im Vorfeld noch mehr auf die Pre-Production konzentrieren und konnten so alles bis zur vollständigen Zufriedenheit und unserer Vorstellung ausloten. Das hat natürlich eine Menge mehr an Zeit und Aufwand gekostet, hat sich aber gelohnt. Der Aufnahmeprozess an sich war dieses Mal mit sehr viel Eigenleistung und vor allem Eigenregie verbunden, da wir bis auf die Drums alles alleine/einzeln in unseren Homestudios aufgenommen haben.
Die Unterschiede zum Vorgänger sind dahingehend, dass wir dieses Mal wieder enger mit Nikita Kamprad zusammen gearbeitet haben – was die Einstellungen der Amps und Mikrofone sowie Mix & Master angeht. Hier wollten wir nichts dem Zufall überlassen und haben unsere konkreten Sound-Vorstellungen mit ihm zusammen umgesetzt.

Der Mix aus verschiedenen Elementen in Eurer Musik ist beachtlich, ich kann mir vorstellen dass ihr alle aus sehr verschiedenen Ecken des Metal/Hardcore kommt. Ist dem so und wenn ja, wer hat welche Einflüsse?

Klar, wir sind fünf individuelle Persönlichkeiten mit verschiedenen (musikalischen) Hintergründen und Einflüssen, die unseren Musikgeschmack und unsere Spielweisen beeinflussen. Jedoch haben wir ziemlich viele gemeinsame Schnittmengen was uns gefällt und eben auch verbindet, so dass der Sound eher die Zusammenfassung dessen ist, was uns allen Spaß macht und sich für uns richtig anfühlt und weniger eine erzwungene Vermischung der verschiedenen Stilrichtung die wir in der Vergangenheit gehört/gespielt haben.

Wie gestaltet sich das Songwriting durch diesen Mix? Gibt es vermehrt Diskussionen über die Grundausrichtung eines Songs?

Prinzipiell sind wir uns bei den Songs schnell einig darüber, ob das Riff oder der komplette Song Potenzial hat, um aufs Album zu kommen. Das Songwriting übernehmen größtenteils unsere beiden Gitarristen Lukas und Ralf – hier gibt es meist schon zu Beginn eine Grundidee in die der Song gehen soll und der Rest ergibt sich dann von alleine. Die meist fertigen Songs werden dann der gesamten Band vorgestellt und so lange gemeinsam an Einzelheiten gefeilt, bis alles voll harmonisch klingt und für jeden von uns Sinn ergibt. Diskussionen gibt es da dann weniger, eher konstruktive Vorschläge oder Anregungen, die den Song aufwerten können. Die lyrische Ausrichtung erfolgt meist am Ende des Prozesses, da wir bereits auf den letzten zwei Platten ein Konzept verfolgt haben und mit dem Album eine Geschichte erzählen wollen.

Eure zeitliche Taktung zwischen den Alben ist recht kurz. Können wir uns 2023 auf die nächste Scheibe freuen?

Mit der Musik ist es wie bei jeder anderen Kunstform auch, sobald Zeitdruck eine Rolle spielt ist unserer Meinung nach das Ergebnis immer negativ davon beeinflusst, da man kreatives Schaffen nicht erzwingen sollte. Wir lassen den Dingen ihren Lauf, wann und in welchen Abständen neue Alben oder Songs veröffentlicht werden ergibt sich demnach organisch und von ganz alleine. Wir haben ständig neue Ideen oder Ansätze, die im Hintergrund verarbeitet werden. Aktuell lassen wir noch die anstrengenden Monate der letzten Produktion auf uns wirken und genießen die Releasezeit. Mit Lifeforce Records haben wir einen Partner an der Hand, der uns viele Freiheiten bietet, sowohl musikalisch als auch visuell das zu machen, worauf wir Lust haben.

„When The Day Yearns For Light“ klingt in erster Linie nicht positiv, könnte aber auch so gedeutet werden, dass „Licht am Ende des Tunnels ist“ (meiner Meinung nach). Wie lautet Euer Erklärungsansatz für Euren Albumtitel?

Der Titel lässt, genau wie die Art von Musik die wir spielen, Interpretationsspielraum für denjenigen, der es hört. Jeder verbindet andere Aspekte mit der jeweiligen Musik und dies löst entsprechende Gefühle aus, positiver oder negativer Art.
Unser Ansatz für den Albumtitel entspringt erneut dem lyrischen Gesamtkonzept der Platte. In den Texten geht es darum, dass jede einzelne Handlung Auswirkungen auf das Leben eines anderen hat und man meist oft viel zu schnell urteilt. Auf dem Album greifen die Geschichten mehreren Personen ineinander und verschlimmern die jeweiligen Lebenssituation jedes Mal. Beim einen führt es zur Hoffnung, beim anderen zur Verzweiflung. Jede Person hat die Hoffnung, dass ihr Leid endet wobei im weiteren Verlauf die Verzweiflung immer größer wird.

Wo seht ihr die größten Unterschiede zu Eurem Vorgänger „Sacrifices“?

Verstärkt im Songwriting und der Länge der einzelnen Songs. Bei „Sacrficies“ haben wir viele verschiedene Parts nur einmal im Song untergebracht und die Songs allesamt etwas komplizierter und anspruchsvoller für den Hörer konzipiert. Es stand mehr die Atmosphäre im Vordergrund und mit knapp einer Stunde Spielzeit auch eine schwere Kost für viele. Bei „When The Day Yearns For LIght“ haben wir es schnell und aggressiv auf den Punkt bringen wollen ohne aber an unserem eigenen Stil großartige Veränderungen vorzunehmen. Die Songs sind klarer und eingängiger strukturiert und transportieren die einzelnen Emotionen noch schneller. Auch die Vorgehensweise wie wir das Songwriting bestritten haben war für uns komplett neu. Beim Vorgänger war die eine Hälfte der Songs von Ralf und die andere Hälfte von Lukas geschrieben worden, wobei dann jeweils immer nochmal an den Details gefeilt wurde. Dieses Mal sind wir so vorgegangen, dass beim Großteil der Songs Ralf die Main-Riffs oder deren Grundidee bereitgestellt hat, während Lukas sich auf das Songwriting konzentriert hat.

Wie verlief für Euch als Band die letzte Zeit in Zeichen von Corona? Und passend dazu der Ausblick für Aktivitäten im Jahr 2022

Wir waren in der glücklichen Lage, dass wir die Zeit alle unbeschadet und gesund überstanden haben. Zwei unserer Bandmitglieder haben Nachwuchs bekommen und wir haben die Zeit dafür genutzt, das Album aufzunehmen, zu produzieren und auch die Möglichkeit genutzt für die drei Singleauskopplungen Videos in Eigenregie zu konzipieren, größtenteils umzusetzen und zu schneiden. Die Zwangspause hatte also auch Vorteile, um sich auf gewisse Dinge konzentrieren zu können und die Pläne für 2022 zu schmieden, wenn es wieder auf die Straße geht, um die Songs an die Hörerschaft zu bringen und gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

Im Augenblick gibt es ja wieder vermehrt Ankündigungen von Konzerten & Festivals für das nächste Jahr. Um ein Festival in Finnland gab es in den letzten Wochen ja mehrheitlich große Diskussionen, da eine eine sehr große deutsche Thrash Metal Band da spielen sollte/wollte. Da dort aber auch glasklare NSBM Bands spielten wurde der Druck so groß dass die Band dann doch absagte. Wie geht ihr mit Eurer Band so ein Thema an? Hattet ihr auch schon mal eine Einladung vorliegen auf einem Festival oder einer Tour zu spielen, auf der auch sehr zwielichtige Bands spielen sollten? Wie würdet ihr mit so einer Einladung umgehen?

Die Szene, in der wir uns befinden, ist glücklicherweise nicht von rechten Idioten übersäht, weswegen wir bislang nicht Gefahr laufen mussten, uns mit Menschen aus Bands die Bühne zu teilen, die eine Sichtweise vertreten, die es nicht zu akzeptieren gilt.
Fernab von der Bühne ist bei Shows und Touren auch das Zwischenmenschliche hinter den Kulissen wichtig. Zu wissen, dass sich da Menschen mit einem den Backstagebereich teilen, deren Ansichten wir nicht nachvollziehen können oder die Hass und Demokratiefeindlichkeit verbreiten, so hätten wir weder Spaß noch Verständnis.
Es gab in der Vergangenheit auch Anfragen die unsererseits aufgrund der uns vorliegenden Informationen klar abgesagt wurden. Ist zum Beispiel ein Club, Festival oder gar Promoter für seine rechtsoffene Art bekannt und bietet solchen Bands eine Bühne, um ihre Ideologie zu verbreiten, so ist unsere Entscheidung hier eindeutig: hiervon wollen wir kein Teil sein!

Bitte vervollständigt diesen Satz: „2022 werden A SECRET REVEALED richtig durchstarten weil….

…es viel zu lange ruhig war ohne Kunst und Kultur und sich so einiges an Bock angestaut hat, das geteilt werden will.

Das letzte Wort gebührt den Musiker. Was möchtet ihr gerne unseren Leser mitteilen?

Erneut vielen Dank an MyRevelations für die Möglichkeit unser Schaffen einer breiten Masse vorstellen zu dürfen und vor allem auch Danke an diejenigen, die uns unterstützen und uns das Futter dafür geben, mit dem weiter zu machen, was uns allen Freude bereitet: Musik.
Bleibt gesund und bis hoffentlich ganz bald mal wieder vor und auf den Bühnen.

Not everyone likes Metal - Fuck them!!!