Whitechapel – The Valley

White Chapel

Albumtitel

The Valley

Label/Vertrieb

Metal Blade / Sony

Veröffentlichung

29.03.2019

Laufzeit

40:29 Minuten

„Mark Of The Blade“ hat mich 2016 vielleicht nicht eiskalt erwischt, aber immerhin doch ein gutes Stück mitreißen dürfen. Derb groovender „Ich mosh dich aus den Socken“-Sound war angesagt, doch wenn Whitechapel eins bewiesen haben, dann, dass alles anders bleibt. Keine Bange, selbstverständlich ist auch „The Valley“, der neueste Streich und Studioalbum Nummer 7 keine komplette Kurskorrektur, doch auch hier sind wieder auffällige Neuerungen zu vermerken.

Das fängt schon mit dem Opener „When A Demon Defiles A Witch“ an, den ich auch nach dem gefühlten 50. Durchlauf immer noch nicht weiß zu beurteilen. Ein ruhiges Intro wägt einen in Sicherheit, nur um kurz darauf in den bandtypischen Groove zu explodieren, der dann wiederum – und jetzt kommt es – in einen Cattle Decapitation-mäßigen Chorus mündet. Liest sich ganz cool, oder?! Klingt dann jedoch etwas unentschlossen, zumal ab dem zweiten Refrain nochmal deutlich klarer gesungen wird, und das steht der Band meines Erachtens nur bedingt. Der semi-akustische Mittelteil macht diese seltsame Wundertüte dann komplett. Alles ein wenig überambitioniert.„Forgiveness Is Weakness“ und „ Brimstone“ dagegen sind wieder typische, aber auch relativ wenig spektakuläre Headbanger. „Hickory Creek“ wird die Gemüter spalten, stellt er doch erneut eine Semi-Ballade dar. War „Bring Me Home“ vom Vorgänger noch ein gelungenes Experiment in Sachen „Whitechapel vorsichtig dem wenig metal-affinen Kumpel näherbringen“ klingt die 2019er Variante eher nach dem Versuch, die Musik auch der wenig metal-affinen Frau ans Herz zu legen. Das mag sogar funktionieren, gefällt mir persönlich aber gar nicht. Zu bieder und kalkuliert tönt es hier.

Danach gibt es aber wenigstens auf die Fresse wie gehabt… oder?! Streng genommen rifft man zwar auf „Black Bear“ deutlich mehr a la Slipknot, denn Deathcore, doch dieser Schublade ist man ohnehin entwachsen, und wenn es dann so schön schmissig ist, passt es wieder.Nach zwei weiteren „gewöhnlichen“ Brechern wird dann bei „Third Depth“ noch einmal einschmeichelnd geträllert, um die Platte mit „Doom Woods“ düster-walzend ausklingen zu lassen.

Fazit
Schlecht ist „The Valley“ gewiss nicht, doch lässt mich die Entwicklung gen Massenkompatibilität (wenn man davon überhaupt sprechen kann) ein wenig schaudern. Beim nächsten Mal bitte etwas mehr Schmutz, die Herren!
10
von 15
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