Die Pausen zwischen den Alben der deutschen Power-Metaller AEONBLACK sind schon recht lang! Das ist bei einer Underground-Band sicherlich verständlich, aber als Hörer habe ich dann eine Combo einfach nicht mehr auf dem Schirm. Sicherlich müssen solche Acts auch nicht alle zwei Jahre ein Album herausbringen, doch die zweite Scheibe „The Time Will Come“ ist schon satte sechs Jahre her, das Debüt davor hatte sogar sieben Jahre Abstand. So kommt es dann, dass die Süddeutschen mit zwanzig Jahren Bandgeschichte erst drei Alben und eine EP gemacht haben. „Treason“ heißt der neueste Streich und fällt bei mir erst mal positiv mit einem Grusel-Artwork auf, das nicht KI-generiert ist und bei dem es viel zu entdecken gibt. Frontmann Holger Berger kann kraftvoll singen, beherrscht auch die höheren Töne und passt superb zu den satt bratenden Gitarren. Nach dem wohl unerwarteten Tod von Bassist Roland Zehrer 2025 (RIP!) gibt es mit Lois Liotakis einen neuen Mann an den vier Saiten. Ohne Intro geht es bei AEONBLACK gleich in die Vollen. Das Material könnte man als „in your face“ bezeichnen. Ich werfe nicht gerne mit Anglizismen um mich, aber hier passt das Ganze wirklich. Alle Lieder kommen flott und ohne Längen daher. Etwas Atmosphäre wird mit anfangs schleppenden Tracks der Sorte „I Am Become Death“ erzeugt. Balladen oder jedwede Form von Kitsch gibt es hier nicht, und das ist gut so.
Richtige Hits, um wirklich aus der riesigen Veröffentlichungsmasse pro Woche herauszustechen, finde ich leider auch nicht. Trotzdem ist „Treason“ eine gutklassige Scheibe geworden!