Aus Schweden hatte ich gefühlt schon länger nix mehr. Köttbullar, klar. IKEA-Möbel, auch klar. Aber Musik halt relativ selten, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der schwedischen Bevölkerung seine Zeit hauptsächlich in Proberäumen zubringt. Dann gibt es jetzt halt dank Dying Victims Productions eine ordentliche Speed Metal-Kelle aus Göteborg. Und das liegt natürlich wo? In Schweden.
ARMORY heißt der Fünfer, der mit inzwischen vier Alben, neben weiteren Releases, dem ein oder anderen Hochgeschwindigkeits-Liebhaber aufgefallen sein dürfte. Also „Echoes Of The Astrolith“ anwerfen und ab dafür. Die Produktion klingt auf jeden Fall schon mal staubfrei und trotzdem authentisch, denn grade bei Speed Metal geht es ja auch drum 80er-Spirit in die Jetztzeit zu transferieren, was hier fast vorbildlich klappt. Zweite Klippe, die es zu umschiffen gilt: Der Gesang. Auch hier gehen die Daumen nach oben – Chris Rostoff singt nicht nur stabil, sondern auch variabel und haut insbesondere die hohen Screams sauber raus. Ohnehin überzeugt die ganze Bande auf musikalischer Ebene, hier sind offenkundig Profis am Werk, was man auch am schier unendlichen Stammbaum der Band merken kann, ließe sich doch mit den aktuellen und ehemaligen Gruppen der Musiker locker ein kleines Festival bestücken. Kleinere Abzüge gibt es hingegen beim Songwirting. Hier passiert bisweilen zu viel gleichzeitig – und das selbst für Speed Metal-Maßstäbe. Da hängt man als Hörer schon mal schnell in den Seilen. „Return Of The True Godz“ oder „Sanity Disposed“ beispielsweis zeigen, dass es auch mit drei Kannen Espresso weniger in der Blutbahn ordentlich knallt.