CRYING STEEL, WINGS OF STEEL, STEEL ATTACK und STEELPREACHER fallen mir beim Wort „Steel“ im Bandnamen ein. Im Heavy / Power Metal ist das ein Begriff, der immer geht. Das denken sich auch die 2019 gegründeten Hessen von GENERATION STEEL um das letzte verbliebene Gründungsmitglied Jack The Riffer (ja, der Gag ist platt, aber nicht von mir!). Der arme Kerl hat es anscheinend nicht leicht, wenn es um stabile Besetzungen und passende Labels geht. „Steel Machine“ ist die dritte Scheibe auf dem dritten Label, und insgesamt hat die Band laut Internet stolze zwölf ehemalige Mitglieder. Ja, es ist schwer als Underground-Power-Metal-Truppe mit Ambitionen. Aber nun scheint alles im Lot zu sein!
Als Label hat man Fireflash Records an Bord. Dort arbeiten Leute mit Herz und Bock auf Metal, die lange bei Nuclear Blast tätig waren. Der neue Sänger Mike Stark aus Schweden ist eine echte Granate. Er singt auch bei FEANOR und war früher bei STEEL ATTACK aktiv. Da kann man fast ein Trinkspiel à la MANOWAR draus machen! Der neue Gitarrist ist die deutsche Metal-Legende Thilo Hermann, der bei Acts wie RISK, RUNNING WILD und GRAVE DIGGER gespielt hat und sogar Lieder (!) für RUNNING WILD schreiben durfte. Leider waren es zu wenige, um deren Absturz abzufangen, aber lassen wir das. Der Mann ist genau das, was GENERATION STEEL neben dem Gesang gebraucht haben. Herausgekommen ist keyboardfreier Teutonen-Power-Metal mit herrlichen Klischeetiteln der Sorte „Fields Of Pain“, „Wings Of Fire“, „Witches Cross“ oder „Rise Up“, bei dem IRON-SAVIOR-Frontmann Piet Sielck als Gast mitmischt. Der passt hier superb rein und wertet den Track wirklich auf. Nachdem das Debüt noch stark von Uwe Lulis produziert wurde, ist hier Sielck am Werk, und der hat den Jungs ebenfalls den richtigen Sound verpasst! Die Lieder preschen nach vorne, die Lieder knallen, und nach 41 Minuten ist Schluss – ohne Ausfälle, Balladen oder Füller. GENERATION STEEL zelebrieren einen musikalisch wie textlich längst totgetrampelten Pfad mit so viel Enthusiasmus und Energie, dass die Songs beim Hören einfach total mitreißen und gute Laune machen. Die Lieder kommen auf den Punkt, die Riffs bleiben im Ohr, und mit dem abschließenden Longtrack „Island Of Tragedy“ gibt es auf satten acht Minuten auch leicht epische Momente und etwas Pathos. Wenn RUNNING WILD noch mal so einen Track hätten! Das Artwork und der Titel „Steel Machine“ passen dann auch zu 100 Prozent zum Sound und Stil der Formation, auch wenn das Cover gern ein bisschen weniger künstlich aussehen dürfte. Aber die Budgets sind mickrig, und der Sound ist mir wichtiger.