Cloven Hoof – Never A Prophet In Your Own Land

Artist

Cloven Hoof

Albumtitel

Never A Prophet In Your Own Land

Genre

NWOBHM

Ich war echt geschockt als ich in der einen oder anderen CLOVEN HOOF-Rezi las, dass deren Sänger Harry Conklin nicht mehr bei JAG PANZER ist, was aber wohl falsch ist und im Anschreiben des Labels von CLOVEN HOOF stand. Puh, Glück gehabt! Der nach Griechenland ausgewanderte Amerikaner kann ruhig in mehreren Formationen singen. Ich habe es auch bisher gar nicht mitbekommen, dass er bei den Briten singt. Der Mann hat sogar bereits ein Album mit den Jungs aus UK eingespielt, das – zumindest dem Vernehmen nach – alles andere als schlecht sein soll. Da habe ich offenbar eine kleine Bildungslücke, die es noch zu schließen gilt. Nun legen CLOVEN HOOF mit einem neuen Werk nach, das den bedeutungsschwangeren Titel „Never A Prophet In Your Own Land“ trägt.

Auch optisch geht es klassisch zur Sache: Das Cover ziert eine Art Zombie-Jesus im Old-School-Zeichenstil, der sein Kreuz durch die Gegend schleppt. Das hat durchaus seinen Charme und erinnert mich ein wenig an die Horrorfilme der Achtzigerjahre. Allein das Cover versprüht also schon ordentlich Retro-Flair. Weniger begeistert bin ich dagegen von einigen Songtiteln, die inzwischen doch ziemlich abgegriffen wirken. „Flying Dutchman“, „Prodigal Sun“, „Conquistador“ oder „Iron Mask“ – solche oder zumindest sehr ähnliche Titel hat man im Metal inzwischen gefühlt schon hundertmal gehört. Da hätte ich mir von CLOVEN HOOF etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht. Allerdings muss man auch fair bleiben! Was die Musik angeht, können die Briten diese kleinen Kritikpunkte locker wieder wettmachen, denn die Songs sind durchweg stark und passen hervorragend zum klassischen Sound der Band.  Die Musik ist flott, melodisch und tief im klassischen Heavy Metal verwurzelt. Gleichzeitig sorgen immer wieder Hard-Rock-Vibes für die nötige Abwechslung. Harry „The Tyrant“ Conklin passt erstaunlich gut zum Material und drückt den Songs mit seiner markanten Stimme ordentlich seinen Stempel auf. Seine Vocals sind kraftvoll, melodisch und genau das richtige Bindeglied zwischen den traditionellen Metal-Wurzeln von CLOVEN HOOF und dem etwas moderneren Anspruch der Produktion. Auch bei den Songlängen bleibt man erfreulich bodenständig.

Die meisten Stücke bewegen sich irgendwo zwischen vier und fünf Minuten und kommen damit schnell auf den Punkt, ohne dabei gehetzt zu wirken. Langeweile kommt jedenfalls kaum auf. Stattdessen bekommt man klassischen britischen Heavy Metal mit ordentlich Druck, feinen Melodien und dem typischen NWOBHM-Flair geboten. CLOVEN HOOF haben anno 2026 tatsächlich eine klassische NWOBHM-Scheibe aufgenommen, die klingt, als hätte man die Zeitmaschine angeworfen und gleichzeitig ein paar moderne Produktionstechniken eingepackt. Wirklich Neues oder Revolutionäres gibt es hier nicht – aber das muss bei dieser Band auch niemand erwarten. Entscheidend ist, dass die Songs gut funktionieren!

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Infos

Release

25.09.2026

Laufzeit

47:28 Minuten

Label

High Roller Records

12
von 15
Edelstahl
"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)
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