TRENCHWAR klingen ein wenig, als hätten sich tausend Jahre Knast vereinigt, um einen brutalstmöglichen Bastard aus Hardcore und Sludge auf die Ohren dieser Welt loszulassen. Dabei sind die Herren lediglich gefühlt seit tausend Jahren in diversen niederländischen HC-Kapellen unterwegs (gewesen). Kurze Aufzählung gefällig? BACKFIRE, BORN FROM PAIN, CLITEATER, HERDER, NO TURNING BACK, REACHING FORWARD und MODERN LIFE IS WAR.
Wer jetzt ahnungslos mit den Schultern zuckt kann, weiterscrollen. Wen aber ein wohliges Kribbeln überkommt, der hängt sein Ohr bei „Overlords Of Cold“ rein. Von solch einem Haufen verdienter Szeneveteranen kann man natürlich auch beim Langspieldebüt Vollbedienung erwarten. Mission erfüllt, will ich meinen. Innerhalb einer guten halben Stunde überrollt euch eine Welle roher und brutaler Hardcore, garniert mit feinster zäher Heavyness, die direkt aus den tiefsten Sümpfen us-amerikanischer Südstaaten heraufgekrochen zu sein scheint. Heftig. Fordernd. Aber nicht nur für Masochisten gilt: leider geil. Ihr müsst euch also nicht schämen, wenn ihr euch immer wieder auf diesen vertonten Lapdance mit einem frikandelschwingenden Oger einlasst. Das ist alles vollkommen normal. Ihr seid immer noch skeptisch, ob ihr bereit seid für so eine Erfahrung? Gebt euch den Titeltrack, oder „Black Heart“, oder „Funeral Hymn“, oder „Het Stoff Daalt“, oder einfach die ganze verdammte Platte. Abseits aller objektiven Bewertungskriterien zeigen TRENCHWAR ganz nebenbei, dass es manchmal auch nur darum geht, sich mal ordentlich durchrütteln zu lassen – „Overlords Of Cold“ liefert da vorzüglich.