GAME OVER aus Italien gibt es mittlerweile auch schon seit 2008 und mit „When Darkness Falls“ steht nun Album Nummer sieben in den Startlöchern. Die Jungs aus Ferrara haben sich dem Thrash Metal verschrieben und daran ändert sich auch auf der neuen Scheibe nichts. Bay-Area-Einflüsse treffen auf Old-School-Thrash, dazu gibt es jede Menge flotte Riffs, Gangshouts und eingängige Refrains. Also eigentlich nichts, was man im Thrash Metal noch nicht gehört hätte. Die Frage ist vielmehr: Macht das Ganze Spaß? Und die Antwort lautet ganz klar: Ja!
Schon nach dem kurzen Intro „Hollow And Cold“ geht es mit „Two Souls One Flesh“ ordentlich zur Sache. Flotte Gitarren, treibendes Schlagzeug und ein Sänger, der schön angepisst klingt, ohne permanent nur ins Mikro zu keifen. GAME OVER setzen dabei weniger auf technische Verrenkungen, sondern auf gute Riffs und Songs, die schnell auf den Punkt kommen. Genau das funktioniert bei Nummern wie „Break Away“ oder „Fight For Your Mind“ ziemlich gut. Vor allem die immer wieder auftauchenden Gangshouts dürften live für ordentlich Bewegung vor der Bühne sorgen. Dabei ballern die Italiener nicht einfach 32 Minuten stumpf durch. „Scream It Out“ kommt mit einer leichten Crossover-Schlagseite daher und auch „Curse Of Strahd“ bringt etwas mehr Abwechslung ins Spiel. Letzterer passt mit seiner düsteren Atmosphäre auch hervorragend zum Titel und der thematischen Ausrichtung des Albums. Horror und Metal gehen schließlich schon seit Jahrzehnten ganz gut zusammen.
Besonders gelungen finde ich „Beneath The Ground“, das mit einigen richtig schönen Riffs aufwartet und auch beim Refrain hängen bleibt. „Self Denied“ tritt anschließend wieder ordentlich aufs Gaspedal, bevor „Command To Die“ mit über fünf Minuten den Abschluss bildet. Der Song ist gleichzeitig einer der abwechslungsreichsten Tracks des Albums und darf sich gerne etwas länger in den Gehörgängen festsetzen. Natürlich erfinden GAME OVER den Thrash Metal nicht neu. Dafür sind die Zutaten dann doch zu bekannt und der eine oder andere Song rauscht auch etwas schneller vorbei, als einem lieb ist. Ein echter Überhit, der sich dauerhaft im Hirn festbeißt, fehlt mir ebenfalls ein wenig. Dafür gibt es aber auch kaum wirkliche Ausfälle und vor allem jede Menge Spielfreude.
Die Produktion ist schön druckvoll und transparent, ohne den Old-School-Charakter glattzubügeln. Gitarren und Drums bekommen genügend Platz und auch der Gesang passt hervorragend zum Material. Insgesamt also eine ziemlich runde Angelegenheit. „When Darkness Falls“ ist somit kein Album, das den Thrash Metal revolutionieren wird. Muss es aber auch nicht. GAME OVER liefern hier eine gute Portion Old-School-Thrash mit ordentlich Tempo, feinen Riffs und genügend Melodie, um nicht nach dem dritten Song langweilig zu werden. Wer auf die klassische amerikanische Thrash-Schule steht und keinen Bock auf überproduziertes Gefrickel hat, sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren.