THE SCEPTER (bitte nicht mit den Deutschen SCEPTOR verwechseln) sind Newcomer aus Ottawa, Kanada, die sich im Gegensatz zu vielen anderen Formationen erfreulich viel Zeit für ihr Debütalbum „Shadows In The Tower“ gelassen haben. Gegründet wurde die fünfköpfige Truppe bereits 2018. Abgesehen von drei Singles, die zwischen 2023 und 2025 veröffentlicht wurden, gab es bisher allerdings noch nicht viel zu hören. Das dürfte auch mit den diversen Besetzungswechseln zusammenhängen, die die Combo im Laufe der Jahre durchgemacht hat. Der talentierte Frontmann JP Abboud stieß beispielsweise erst 2025 zur Band und dürfte einigen bereits durch seine Arbeit mit TRAVELER und GATEKEEPER bekannt sein.
Musikalisch servieren uns die Nordamerikaner rohen, aber gleichzeitig melodischen und leicht epischen Heavy Metal. Dabei darf sich vor allem der Drummer ordentlich austoben, während die Gitarristen bei maximaler Geschwindigkeit auch starke Soli vom Stapel lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist „Taarakian Blood“, bei dem die Saitenfraktion ordentlich aufs Gaspedal tritt. Für das komplette Songwriting des Albums ist Gitarrist Josh Collins verantwortlich. Manchmal geht durch das hohe Tempo auch einige Feinheiten verloren. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte der Scheibe daher durchaus gutgetan. Auffällig ist außerdem die mit gerade einmal 29 Minuten ziemlich kurze Spielzeit. Für ein Album dieser musikalischen Ausrichtung ist das schon recht knapp – wobei die permanente Geschwindigkeit sicherlich ihren Teil dazu beiträgt. Eine Ballade oder zumindest ein epischer Midtempo-Track hätte hier durchaus für etwas Auflockerung sorgen können. Unterm Strich liefern THE SCEPTER mit „Shadows In The Tower“ also ein schön old-schooliges Debüt ab, das vor allem Freunde schnellen und melodischen Heavy Metals ansprechen dürfte. Etwas mehr Dynamik und Abwechslung hätten dem Album allerdings gut zu Gesicht gestanden.