Zum 40. Geburtstag des Kultalbums „Balls To The Wall“ war Ex-ACCEPT-Originalmitglied Udo Dirkschneider (U.D.O.) jetzt längere Zeit mit seiner Band als DIRKSCHNEIDER auf Tournee und spielte dort dieses Album immer komplett. Zum Abschluss hatte man sich etwas Besonderes ausgedacht und spielte dort, wo wohl alles angefangen hat: in Wuppertal, vor 40 Jahren, als Konzertort. Dieses Konzert von 1983 gibt es bei YouTube als Audiomitschnitt für alle interessierten Fans. Sicherlich war die historische Stadthalle einer der schönsten Konzertorte, an denen ich jemals war. Allein die Decke mit den ganzen Applikationen und Leuchtern, das Treppenhaus und das riesige Foyer mit mehreren Türen zum Konzertsaal waren der Hammer. Mehr als einmal starrte ich voller Ehrfurcht an Wände und Decke. Dazu passte auch eine dezente Bühnendekoration mit lediglich einem DIRKSCHNEIDER-Banner sowie toller Beleuchtung und gutem Sound. Als wir kurz nach acht Uhr in die Location kamen, da wir uns wegen des Parkhauses leicht verfahren hatten, spielten DIRKSCHNEIDER mit deutscher Pünktlichkeit als Opener (!) „Fast As A Shark“ und ohne viel Gerede wurde Hit auf Hit gespielt.
Als Ersatz für den durch einen Bühnensturz mit drei gebrochenen Rippen verletzten Peter Baltes am Bass kam Ex-PRIMAL-FEAR- und FEARLESS-V-Bassist Alex Jansen für die restlichen Gigs der nun abgeschlossenen Tournee. Jansen erledigte seinen Job souverän und blieb eher im Hintergrund. Auch relativ neu und recht konzentriert wirkend war Gitarrist Alen Brentini. Da waren schon mal größere Rampensäue in der Band, aber das ist auch egal. Im Mittelpunkt stand eh der fast 75 Jahre alte Udo Dirkschneider, der das lauthals mitsingende Publikum souverän dirigierte und sichtlich Spaß an der tollen Resonanz und der Location hatte. Kurz vor dem Gig wurde er auch zum Schirmherrn einer Musikstiftung, die von CRYSTAL-BALL-Sänger Steven Mageney wohl ins Leben gerufen wurde und Udos Namen trägt. Hier wird wohl Nachwuchsförderung betrieben. Bei „Metal Heart“ gab es dann mal eine Verschnaufpause für alle außer Gitarrist Dee Dammers, der hier etwas solieren durfte. Da schaute ich mir auf der oberen Tribüne alles an, was mich optisch an ein altes Opernhaus erinnerte. Danach ging es mit „Metal Heart“ weiter und man spielte das gesamte „Balls To The Wall“-Album am Stück. Fast wäre Udo bei einer seitlichen Bühnentreppe oder so – genau sah ich es nicht – gefallen. Es blieb aber zum Glück bei einem Stolpern. Udo, ganz der Profi, machte einfach weiter. Als erster Gast kam Ex-U.D.O.- und DIRKSCHNEIDER AND THE OLD GANG-Gitarrist Mathias Dieth und spielte bei „Head Over Heels“ als dritter Gitarrist mit. Nach dem Ende von „Balls To The Wall“ kam aus Düsseldorf Metalqueen DORO und sang mit Udo die Ballade „Winterdreams“, wozu man auch einen Clip drehte, als DIRKSCHNEIDER mit Gästen „Balls To The Wall“ neu aufnahmen. Leider gab es für DORO Probleme mit dem Mikro, weshalb es zweimal getauscht wurde. Der starken Performance schadete dieses Technikproblem jedoch nicht. Darauf sangen die beiden deutschen Metallegenden noch JUDAS PRIESTs „Breaking The Law“, was sie auch auf „Classic Diamonds“ auf Konserve 2003 schon taten, und dann war DORO schon weg. Das war ein nettes Intermezzo!
Weiter ging es mit einer epischen Zehn-Minuten-Version von „Princess Of The Dawn“, deren Mitgrölfaktor einfach legendär ist. Danach kamen mit „Up To The Limit“ und „Burning“ das Ende nach fast zwei Stunden. An DIRKSCHNEIDER können sich diverse amerikanische Truppen mit 70 Minuten Spielzeit oder weniger eine dicke Scheibe abschneiden, ebenso an der stimmlichen Leistung des fast 75 Jahre alten Sängers! Das war einfach ein geiler Konzertabend, bei dem alles gepasst hat: Musik, Sound, Licht und Ambiente. An die Stadthalle könnte ich mich gewöhnen. 
Setlist:
FAST AS A SHARK
LIVING FOR TONITE
MIDNIGHT MOVER
BREAKER
FLASH ROCKIN’ MAN
METAL HEART
BALLS TO THE WALL
LONDON LEATHERBOYS
FIGHT IT BACK
HEAD OVER HEELS
LOSING MORE THAN YOU’VE EVER HAD
LOVE CHILD
TURN ME ON
LOSERS AND WINNERS
GUARDIAN OF THE NIGHT
WINTER DREAMS
BREAKING THE LAW
PRINCESS OF THE DAWN
UP TO THE LIMIT
BURNING


















