Beschäftigt man sich näher mit CEREMONY kommt man schnell zu zwei entscheidenden Punkten. Zum einen ist die Band bis zu ihrem aktuellen Release „Tell Me Your Dream“ einen verdammt weiten Weg gegangen, zum anderen kann eine Band dabei vielleicht nur dann so ausgesprochen locker dabei klingen, wenn man aus Kalifornien kommt.
Als früheste Einflüsse gibt der Fünfer aus dem Sonnenscheinstaat nämlich CRASS und DISCHARGE an. Als sie vor zwanzig Jahren starteten war das dann auch durchaus hörbar. Und heute hauen CEREMONY fast schüchtern vorgetragene Post-Punk-Perlen wie „Antenna“ heraus und schaffen es trotz aller Fragilität noch immer die Hardcore-Vibes von früher mitschwingen zu lassen. Dass da die ähnlich grandiosen HIGH VIS als Reminiszenz vorgeschlagen werden, erscheint nur folgerichtig. Selbst wütende Songs wie „Death Destruction Mayhem“, gesegnet mit einem Chorus, dessen gottgleiche Gesangslinie sich trotz aller Simplizität förmlich in die Hirnwendungen fräst, haben dabei immer noch einen derartig fluffigen Groove, dass sie sich anhören, als wären sie im Vorbeigehen geschrieben worden. Abschließend kredenzen einem CEREMONY dann „Paradise“ in einer Luftigkeit, die sich schon fast unverschämt anfühlt. Manchmal ist es halt die größte Kunst, die Dinge ganz leicht aussehen zu lassen.