ENDSEEKER läuten die letzte Runde ein. Was im Jahre 2014 begann, in 2015 mit einer ersten EP sich seinen Weg bahnte wird nun mit einer EP im Jahre 2026 beendet. Ein paar Konzerte wird es dieses Jahr noch geben, bevor Mitte Dezember in der Heimatstadt Hamburg der Hammer fällt.
Das ist wirklich sehr schade! Das Quintett war nicht nur eine Bereicherung der deutschen Metal Szene, man hinterlässt auch große Spuren, gerade im Death Metal. Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist, und im Falle von ENDSEEKER ist dieser Moment nun gekommen. Denn wenn man realistisch drüber nachdenkt hat die Kapelle für Ihren Level alles erreicht. Beachtet und gelobt von der internationalen Elchtod Szene, auf großen Festivals gespielt und mit namhaften Acts die Bühne geteilt. Wenn Michael Poulsen (VOLBEAT) das Bandshirt von ENDSEEKER trögt kann man wohl ein wenig stolz auf sich sein. Und das mit dem „Level“ ist überhaupt nicht negativ gemeint. Mit Death Metal können nur die allerwenigsten Ihre Familie ernähren oder Ihren festen Job aufgeben.
Genug der Jammerei, kommen wir zu „Coffin Born“, der EP die all das widerspiegelt was ENDSEEKER so großartig gemacht hat. Der Song „Coffin Born“ ist schwedischer Death Metal in seiner reinsten Form, mit „Life Breeds Death“ wird gezeigt wie variantenreich extremer Metal sein kann. „No After, No Before“ verschärft die Geschwindigkeit während „Enemies Of Peace“ ein Groove Monster freilaufen lässt.
Das ENDSEEKER gerne mal eine Cover Versionen einstreuen ist jetzt auch nichts Neues, mit „True Survivor“ von DAVID HASSELHOFF (!) fiel die Wahl auf etwas eher Außergewöhnliches. Dazu holte man sich noch Chris Harms von LORD OF THE LOST (!!) ans Mikro und drehte einen Video Clip (!!!) der einem feuchten 80er Jahre Fiebertraum gleicht. Der absolute Wahnsinn, megageil!
Und noch etwas ganz Wichtiges in dieser Zeit. ENDSEEKER haben sich immer klar positioniert und tun dies auch auf ihrem letzten Output. „Enemies Of Peace“ ist den braun / blauen Vollidioten gewidmet, die sich wieder ein Deutschland aus dem schlimmsten Teil der Geschichte wünschen.
Wer immer noch der Überzeugung ist, Heavy Metal im Allgemeinen sollte sich als unpolitisch verstehen hat Heavy Metal nie begriffen. In diesem Sinne ein Zitat aus „Enemies Of Peace“:
„No apologies, no second tries
No nods, no deals, no compromise
Look at what you have become
Fuck off and die, Nazi scum!“