Es gibt Bands, die einfach Musik machen. Und dann gibt es LORDS OF SALEM. Die vier Musiker aus Süddeutschland haben nicht bloß eine Band gegründet, sondern ein komplettes Horroruniversum erschaffen. Zwischen Industrial Metal, Gothic Rock, Shock Rock und B-Movie-Exzess zelebrieren sie einen Sound, der an ROB ZOMBIE, MARILYN MANSON, DANZIG und eine völlig entgleiste Mitternachtsvorstellung im Grindhouse-Kino erinnert. Sänger Postel, Gitarrist Holly, Bassistin Marple und Drummer Ole setzen dabei kompromisslos auf düstere Atmosphäre, Horrorfilm-Ästhetik und eine gehörige Portion Wahnsinn.
Schon der Albumtitel „Supersonic Vampire Pussy“ macht deutlich, dass hier niemand versucht, radiotauglich oder geschniegelt zu klingen. Stattdessen liefern LORDS OF SALEM neun Songs voller Monster, Zombies, Dämonen, Blutorgien und apokalyptischer Visionen. Das Ergebnis wirkt wie der Soundtrack zu einem Horrorfilm, den Quentin Tarantino und Rob Zombie gemeinsam nach einer durchzechten Nacht geschrieben hätten.Der Opener „The Hills Have Eyes“ tritt die Tür direkt mit dem Vorschlaghammer ein. Sirenen, düstere Samples und walzende Riffs eröffnen ein Album, das von der ersten Minute an keine Gefangenen macht. Danach wird es noch eine Spur verrückter: „Miss Demoness“ klingt wie eine sündige Spritztour durch die Hölle, während „Blood Orgy“ mit Kettensägen-Samples und beklemmender Atmosphäre endgültig jeden Zweifel daran beseitigt, dass hier Normalität keinen Platz hat.
Zu den stärksten Momenten des Albums zählt „German Zombie Attack“. Der Song verbindet stampfende Industrial-Riffs mit einer bedrohlichen Endzeitstimmung und entwickelt sich schnell zum heimlichen Highlight der Platte. Vor dem inneren Auge entstehen Bilder brennender Städte und marodierender Untotenhorden, während die Gitarren alles niederwalzen. Genau hier liegt die größte Stärke der Band: Sie erzeugt Kino im Kopf.Der Titeltrack „Supersonic Vampire Pussy“ steht dagegen für pure Eskalation. Schnell, dreckig, laut und herrlich überdreht rast der Song wie ein brennender Hot Rod mit Vollgas durch die Nacht. Die Kombination aus Industrial-Wucht, Glam-Attitüde und Horror-Rock funktioniert überraschend gut und macht den Titel zur perfekten Visitenkarte der Band.
Zwischen all dem Chaos sorgt „Eternal Love“ als düstere Piano-Ballade für einen unerwarteten Kontrast. Für einen kurzen Moment nimmt die Band den Fuß vom Gas und beweist, dass sie Atmosphäre auch ohne permanente Klanggewalt erzeugen kann. Lange hält die Verschnaufpause allerdings nicht an: Mit „1000 Ways To Die“ und „Carnivore“ geht es zurück in den Albtraummodus, inklusive einer letzten Ladung Dunkelheit, Groove und Abrissbirnen-Energie.Natürlich erfinden LORDS OF SALEM das Genre nicht neu. Die Einflüsse von Rob Zombie, Rammstein, Danzig oder Wednesday 13 sind deutlich hörbar. Doch genau darin liegt ein Teil des Charmes. Statt auf zwanghafte Innovation setzt die Band auf Leidenschaft, starke Atmosphäre und ihre offensichtliche Liebe zum Horror-Theater. Und manchmal ist genau das mehr als genug.