2024 erschien das Debüt der Griechen von LEATHERHEAD und wirbelte gewaltigen Staub auf, zumindest im Underground. Nur 16 Monate später liegt der Nachfolger “Violent Horror Stories” vor.
Schon der Opener “V.H.S.” macht deutlich, daß sie ihren Weg weiter gehen. Hier herrscht klassischer Speed Metal mit grandioser Gitarrenarbeit, toll ausgearbeiten Melodiebögen und einem ausdrucksstarken und hohem Gesang. Das Quintett macht aber nicht den Fehler, das Gaspedal permanent durchzutreten und so nimmt schon das nachfolgnde “Summoning The Dead” etwas Geschwindigkeit raus, wenn auch nicht durchgängig. Überhaupt überzeugt die Platte mit viel Abwechslung und stetigen Rhythmen- und Geschwindigkeitswechseln.
Ein echter Leckerbissen ist der Closer der A-Seite: “Children Of The Beast” startet als Ballade, lebt von einer unheimlich gefühlvollen Gitarrenarbeit, legt stetig an Tempo zu, bis er im galoppierenden Rhythmus, der an frühe ICED EARTH erinnert, ankommt. Kompositorisch ist das ganz grosses Kino. Das Stakkato-Riffing setzt die Band auf dem Album gerne ein, so auch bei dem melodischen “Incubus”, bei dem die Band erneut ihre Vielseitigkeit unterstreicht.
Im Vergleich zum Debüt wirkt “Violent Horror Stories” deutlich vielschichtiger aber auch düsterer und aggressiver. Das past zu dem starken Mix aus Speed Metal und klassischen US Power Metal. Dabei klingt die Band aber nicht retro sondern wie eine Gruppierung, die die Klassiker in ihrer DNA haben und die Musik spielen, die sie privat gerne hören. Das optische Erscheinungsbild und das lyrische Horror-Konzept runden das Bild angenehm ab.
Der Gitarrensound, der klangtechnisch an die erste Sanctuary- LP “Refuge denied” erinnert, bildet das Fundament für die wirklich starke Klampfenarbeit. Egal ob galoppierende Riffs, Killer-Soli oder starke Melodien – was das Duo Thanos Metalios und Dimitris Kominos hier abliefert, gehört um besten, was ich in den letzten Jahren im klassischen Heavy Metal- Bereich gehört habe. Dazu kommt dann nauch noch der geniale Gesang von Tolis Mekras, der immer noch Erinnerungen an den grossartigen Midnight (CRIMSON GLORY) aufkommen lässt und der auch in den höchsten Tönen traumwandlerisch sicher agiert.
Das Einzige, was dem Album fehlt sind ein bis zwei earcatcher, die eine Langzeitwirkung aufweisen und das Zeug zum Klassiker haben. Wenn sie das beim nächsten Album hinbekommen, steht der Höchstnote nichts mehr im Weg. Dennoch ein sehr starkes Album, das sich sehr wahrscheinlich am Ende des Jahres in einigen Playlisten wiederfinden wird.