1990 gründete sich im ländlich geprägten Elmshorn die Band IRON AGE, die später der Hamburger Szene zugerechnet wurde. Bereits in den Anfangsjahren spielte die Gruppe nahezu monatlich in Clubs und Jugendzentren in ganz Schleswig-Holstein. Die Besetzung war dabei von Anfang an gemischt und bestand aus Frauen und Männern. In den Jahren 1993 und 1994 veröffentlichte die Band jeweils ein Demo, bevor sie sich entschloss, beim kleinen Label Crossroads eine EP aufzunehmen. Diese erschien schließlich unter dem Titel „Concussion Of The Brain“. Nach einem Wechsel im Line-Up begann die Arbeit am ersten Longplayer. Das neue Material zeigte sich noch anspruchsvoller und sollte um 1998 erscheinen. Doch interne Spannungen führten letztlich zur Auflösung von IRON AGE. Durch diese Wiederveröffentlichung erhält die EP nun eine zweite Chance, und das bislang unveröffentlichte Album ist erstmals als Bonus zu hören! Somit ist das Album satte 75 Minuten lang. Dazu gibt es noch ein 16 Seiten Booklet mit vielen Bildern, prall wie man es beim Label gewohnt ist und eine Überarbeitung des Sounds. Dieser ist aber wirklich für das wahrscheinlich damalige geringe Budget und die Zeit recht amtlich und alles klingt echt. Die Mischung aus Heavy Metal, etwas Prog und Thrash ist durchaus interessant, der Sänger gefällt in den mittleren Lagen, die hohen Schreie ab und an nerven aber meine Ohren. Wenn er ab und an derber klingt ist das eine andere Hausnummer und interessant. Die Musik ist nicht vorhersehbar und spannend, aber auch an der einen oder anderen Stelle etwas ungelenk. Das hat bei einer damals jungen und neuen Band auch seinen Charme. IRON AGE haben auch leicht balladeskes Material wie „Who´s To Decide“ was Fahrt aufnimmt und dann ein ganz normaler, flotter Song wird. Sowas ist doch echt cool! Aus denen hätte viel werden können.
IRON AGE – Concussion Of The Brain (Re-Release)
Fazit
Keine leichtverdauliche Scheibe, sondern Underground Stoff aus den Neunzigern der in Sachen Produktion und Songwriting jenseits des leichtverdaulichen Metal Mainstreams liegt. Für Freunde des kauzigen Progs und Thrash mit teils schrillem Gesang ist das Ganze bestimmt eine Offenbarung!