Neal Morse…ein großer Name im Prog-Cirkus! Der US-Amerikaner und Gründungsmitglied von SPOCK`S BEARD hat ja auch bei anderen sehr erfolgreichen Gruppen wie TRANSATLANTIC oder der Prog-Supergroup FLYING COLORS seine Spuren hinterlassen. Seit Anfang der 2000er Jahre verfolgt er intensiver seine Solo-Karriere, wobei er mit seinen Spezis Nick D’Virgilio und Ross Jennings mit „Troika“ (2022) in Richtung Singer-/Songwriter-Mucke schielte und auch mal überraschen konnte. Überhaupt ist NEAL MORSE mit zig Platten mit seiner Band extrem fleißig und produktiv, wobei er zumeist mit christlichen Texten unterwegs ist und auch Solo diesen Weg bevorzugt. Er tritt auch in Deutschland regelmäßig in Kirchen auf, wo er die „frohe Botschaft des Herrn“ musikalisch verkündet. Mir ist das im Laufe der Jahre ehrlich gesagt etwas zu viel, aber das ist wie gesagt nur meine Meinung.
Jetzt erscheint „L.I.F.T.“, mal wieder ein Konzeptalbum, das aber nicht in die rein christliche Ecke einzuordnen ist, obwohl die Handlung über die Reise eines Menschen nach dessen Zugehörigkeit und die Rückkehr zu sich selbst schon in eine spirituelle Richtung geht. Aber ich möchte Musik und Texte bzw. deren Aussagen bei NEAL MORSE trennen. Denn wie nicht anders zu erwarten, ist das Album musikalisch über jeden Zweifel erhaben. Klar, wie gewohnt gehören mit Mike Portnoy an den Drums und Gitarrist Eric Gilette zwei absolute Könner zur NEAL MORSE BAND! Aber irgendwie ist mir diese Perfektion in den Kompositionen auch an gewissen Stellen einfach zu viel, versteht ihr was ich meine? Alles klingt genauso so, wie wir es von dieser Konstellation gewohnt sind und vielleicht auch erwarten durften. Aber mir fehlt genau das, was in der Kirche gerne groß geschrieben wird, nämlich Seele. Klar, epische Wucht und Pathos ist reichlich vorhanden, aber viele Songs verlieren sich auf Dauer auch darin. Den Fans wird`s egal sein!