Wiederveröffentlichungen machen bisweilen durchaus Sinn. Zum Beispiel, wenn man, wie im Fall von WITCHING HOURs „Rise of the Desecrated“ noch nicht einmal durch den Verkauf einer Niere an eine Kopie des durchaus begehrenswerten Releases von 2009 kommen konnte. Dying Victims Productions schaffen da jetzt zumindest auf Vinyl Abhilfe. Schlicht aus Sorge um das Wohl der Menschen. Schließlich kann man niemanden ernsthaft die Innereien unserer geneigten Leserschaft zumuten (von unserer Redaktion wollen wir da gar nicht schreiben…).
Kommen wir zu den wild vor sich hin knüppelnden Saar-Thrashern von WITCHING HOUR. Über deren Nierenwerte ist mir nichts bekannt, reichlich Authentizitätspunkte gibt es für „Rise of the Desecrated“ aber allemal. Die Scheibe hätte locker 20 Jahre mehr auf dem Buckel haben können. So hatte Thrash, gerade aus Deutschland, in den 80ern zu klingen und so ist er auch heute noch amtlich. Ein kleines Manko gibt es allerdings: Man hört, dass WITCHING HOUR aus viel zu guten Musikern besteht. Waren die großen Vorbilder in der Regel ein Haufen zügelloser Autodidakten, so merkt man hier schnell, dass solides Können durchaus vorhanden ist. Das macht die ganze Sache allerdings auch erfreulich tight. Das sieht man aber auch daran, wenn man sich anschaut, wo zumindest Basser Marco Justinger sonst noch seine Finger im Spiel hat, das merkt man aber auch am inzwischen hörbaren ersten Material vom neuen Album „Descending … Where Time Has Ceased To Exist“. So klingt konsequente Weiterentwicklung mit Sieben-Meilen-Stiefeln. Aber zurück zu „Rise of the Desecrated“: Gebt euch und eurem Nacken einfach „Burn The Witch“ in Dauerrotation, bis euch der Schädel abfällt, dann versteht ihr schon, was ich meine.