Vier Jahre nach ihrem Debütalbum „With The Magic Of Windfyre Steel“ melden sich die isländischen Power-Metaller POWER PALADIN endlich mit einem neuen Werk zurück: „Beyond The Reach Of Enchantment“. Wie schon beim Vorgänger ziert ein detailreiches Fantasy-Artwork von James Child das Cover, das eine klassische Heldengruppe im Stil von „The Bard’s Tale“ zeigt. Auch thematisch bleibt die Band der Fantasy treu. Gleichzeitig gelingt es den Isländern, sich von vielen der in den letzten Jahren entstandenen, oft sehr kitschigen und künstlich klingenden Genrevertreter abzusetzen. Der Schlüssel dazu liegt vor allem im Sound: Die Produktion ist druckvoll und direkt, während die Keyboards – trotz festem Keyboarder in der Band – nie überhandnehmen. Stattdessen stehen knackige Gitarrenriffs, ein ordentliches Tempo und starke Melodien im Mittelpunkt. Frontmann Atli Guðlaugsson singt dabei gefühlt etwas tiefer als noch auf dem Debüt.
Die Songs sind durchweg gelungen und überraschen immer wieder mit kleinen Ideen. So tauchen bei „Glade Lorde Of Athen Lorens“ plötzlich Growls auf, während der hymnische Opener „Sword Vidor“ mit dezent eingestreuten Retro-Videospielsounds auflockert. Den Höhepunkt bildet jedoch das neunminütige Abschlussstück „Valediction“. Nach einem akustischen Gitarrenintro mit mittelalterlichem Flair entwickelt sich der Song zunächst in Richtung Melodic Thrash Metal mit markanten Riffs, bevor er schließlich in klassischem, schnellen Power Metal endet – großartig umgesetzt. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn das würde nur die Überraschungen vorwegnehmen. Natürlich wirken manche Songtitel etwas übertrieben und leicht kitschig, doch wer darüber hinwegsehen kann, bekommt hier richtig starken Fantasy-Power-Metal geboten. Wer „Bard´s Tale“ und „Diablo“ zockt kann dabei auch POWER PALADIN hören!