18 Jahre hat es früher bisweilen gedauert bis der neu bestellte Trabant in der DDR ausgeliefert war. 18 Jahre dauert es im Allgemeinen, ehe man das Erwachsenenalter erreicht hat (von erwachsen sein soll hier mal nicht die Rede sein). 18 Jahre sind ins Land gezogen seit der letzten Platte von CLAWFINGER und nun stehen die Schweden mit “Before We All Die“ wieder auf der Matte.
Viel geändert hat sich nicht – und das ist auch gut so. Schließlich haben CLAWFINGER schon immer einen Signature-Sound gehabt und so erkennt man auch auf „Before We All Die“ nach wenigen Takten, wer da wieder unterwegs ist. Wobei CLAWFINGER dank Live-Auftritten und gelegentlich veröffentlichter Singles ja auch nie so ganz weg waren. Womit wir auch bei den zwei – zugegebenermaßen überschaubaren – Schwächen der Platte wären. Zum einen braucht man bei den Rap Metal-Pionieren größerer Umstürze weder zu erwarten, noch zu befürchten. Zum anderen fehlt auf der aktuellen Scheibe aufgrund der längeren Entstehungszeit ein wenig der spontan-eruptive Geist, der insbesondere „Deaf Dumb Blind“ und „Use Your Brain“ auszeichnete. Das hält andererseits Sänger Zak Tell aber nicht davon ab herzlich wütend gegen die Ungerechtigkeit der Welt zu zetern. Das wird bei Songs wie dem Opener „Scum“ oder „Environmental Patients“ fast schon körperlich spürbar. So macht man im Hause CLAWFINGER schlicht einfach da weiter, wo man zumindest albumtechnisch vor Äonen aufgehört hatte- Letztlich hat es ja durchaus auch etwas Beruhigendes an sich, wenn manche Sachen sich auch nach annähernd zwei Jahrzehnten nicht ein Jota ändern.