Im Deutsch-Rock ist schon seit Jahren (wie in vielen Rock-und Metalschubladen auch) alles gesagt, trotzdem sprießen neue Band und Alben immer noch recht zahlreich jedes Jahr. So auch die Newcomer von ROCKSTROM aus Versmold in NRW (bitte nicht mit dem von Namen ähnlichen ROCKWASSER verwechseln). ROCKSTROM kommen mit ihrem 2. Langeisen „Zwischen Schatten und Spiegeln“ um die Ecke. Das Quintett startete ursprünglich 2020 als Soloprojekt von Frontmann / Songwriter Tobias Urbanski und wurde wohl recht schnell zu einer echten Band. Bei den 13 Liedern, welche kurz und knackig für jedes Rockradio gutes Futter sind, fällt mir direkt die warm klingende Produktion des mir völlig unbekannten Matthias Kupka auf, sowie die Tatsache, dass Frontmann Tobias eine gute Stimme und zum Glück nicht so eine austauschbare „Standardgrölrockstimme“ hat wie viele anderen Acts. Tobias Urbanski hat auch viele Emotionen in der Stimme die er gut an die Hörerschaft vermitteln kann. Aber er kann auch den Grölrocker raushängen lassen, was diverse Tracks zeigen. Die Lieder beinhalten auch viele Pathostexte welche die üblichen Themen wie Freundschaft, Adoleszenz und Wehmut an die eigene Jugend behandeln.
Das ist nicht sehr originell, zum Glück aber nicht so platt wie bei anderen Acts. Eine Ausnahme gibt es: wenig originell empfinde ich einen Text zu „Ich bin so wie ich bin“. Dieser ist so typisch für das Genre ist, dass gefühlt jede artverwandte Combo etwas ähnliches im Programm hat. Der Kitschfaktor von Liedern der Sorte „Gruss an den Himmel“ oder „Melodien der Straße“ samt Ohohoho Chöre ist trotzdem vorhanden, die Tracks bleiben allesamt gut im Ohr und sollten Genrefans ansprechen! Metalfans wird der Härtegrad definitiv zu niedrig sein, aber das ist ja bei vielen Bands in diesem Sektor so, dazu gibt es ganz viel Midtempo.