Seit nunmehr 11 Jahren treiben sich KAECK im Black Metal Underground herum. Dass sie dabei einige Hausaufgaben gemacht haben, zeigen sie auf „Gruwelijk Onthaal“ – aber ist dieser schreckliche Empfang jetzt für den Hörer angenehm oder im wahrsten Sinne des Wortes schrecklich? Das bleibt abzuwarten und könnte durchaus auch stimmungsabhängig sein.
Irgendwie möchte ich dieses Album mögen. Es ist erfrischend roh und schrullig – und lässt mich beim Hören anfangs (im positiven Sinne gemeint) Schmunzeln. Der Gesang bricht teilweise in schrullige Rufe aus, die durchaus einen eigenen Wert haben. Musikalisch ist die oft eingesetzte stoische Keyboardfläche bei den ersten Songs durchaus stimmig für ein düsteres Gesamtbild. Im Verlauf der Scheibe nutzt sich letzteres aber auch sehr ab und erhält dann im Paternoster – äh – bei „Paterhexolimaat“ seinen negativen Klimax. Hier klingt es dann wirklich nur noch nach uninspiriertem Keyboard – Black Metal. Schade – die ersten Songs hätte durchaus hier und da Potenzial gehabt.
Der Sound ist roh – das passt ins Bild. Allerdings auch das nur, bis die Keyboards dann schließlich nur noch darüber nerven. Und die Drums? Der Sound sagt in den ersten Sekunden „Drumcomputer“. Aber das lässt sich schnell revidieren: es sind zwar ausgesprochen schreckliche Plastiksounds, die einem da entgegenschallen – doch wenn die Drums dann immer mal wieder so richtig die Treppe herunter fallen, spricht das für einen Drummer auf E-Drumset, der sich gerade redlich abmüht, mitzukommen. Das hat gerade im Black Metal für mich immer mal wieder einen gewissen Charme – die Grenzen zwischen „gut gestolpert“ und „hätte man auch vorher mal üben können“ sind da aber fließend und hier wird eher letzterer Ansatz gewählt. Das dann noch mit einem derart grausigen Sound und dann plötzlichen wie mit dem Lineal gezogenen durchnagelnden Doublebass-Passagen lässt da so ein wenig vermuten, dass hier und da doch ein wenig mehr nachgeholfen wurde.
Letztlich bleibt ein sehr durchmischtes Bild: was mit frohem Mut und Freude über Schrulligkeit begann, bleibt in einem doch eher faden Beigeschmack zurück.