Female Fronted Prog-Bands gibt es ja nicht allzu viele, aber die aus Brighton stammende Formation PLANTOID ist ein Beispiel dafür, dass es sie gibt. Das Quartett um das auch privat liierte Paar Chloe Spence (Vocals) und Gitarrist Tom Coyne legte vor zwei Jahren und dem Debütalbum „Terrapath“ einen mehr als vielversprechenden Start hin, der jetzt mit „Flare“ eine Fortsetzung findet. Ja, obwohl ich diesen Stil aus Jazz, Shoegaze, Math-Rock und sogar Kraut vom Debüt vielleicht zunächst irritierend fand, fasziniert die Musik der Band gleichzeitig. Besonders eingängig für Melodie-Freaks geht anders, obwohl dahingehend mit diesem zweiten Album nachgelegt wurde. Keine Angst, die Gruppe hat immer noch keine Radio-Hits geschrieben, aber immerhin wurde am Klangspektrum, oder soll ich vielleicht besser sagen am Klang-Kosmos noch geschraubt? Ich gebe gerne zu, dass mir die manchmal quietschende Stimme der Frontdame ein wenig zu hoch klingt („Dozer“) und auch die vielen Breaks und Tempi-Wechsel zu viel werden. Aber gleichzeitig kann ich auch nicht weghören, das ist wie mit einem verstörenden Film zu vergleichen, bei dem man nicht wegsehen kann. Es zirpt, rasselt oder fiept an vielen Stellen und die Breaks oder schiefen Töne können nicht gezählt werden. Und doch klingt die Musik so, als sei sie genau um die Stimme der Sängerin herum gebaut, die den Gegenpol dazu bildet. Klar, jeden Tag kann ich mir dieses Album nicht reinziehen und bei der täglichen Fahrt zur Arbeit funktioniert das auch nicht.
PLANTOID – FLARE
Fazit
So verstörend wie faszinierend gleichzeitig. Von Einheitsbrei genauso weit entfernt wie vom Kommerz! In Ruhe antesten ist nicht die schlechteste Empfehlung! Interessant im besten Sinne!