Hält man sich vor Augen, wo und wie damals alles mit MAYHEM angefangen hat, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Zum einen, weil es die Band überhaupt noch gibt, zum anderen, weil sie inzwischen, insbesondere in ihrem Heimatland, mit Preisen ausgezeichnet worden sind – vier Jahrzehnte zurück erntete man schließlich schlicht blankes Unverständnis und Ablehnung.
Gerade das scheint MAYHEM aber nur stärker gemacht zu haben, wie eine nicht enden wollende Liste an Releases belegt, der man nun „Liturgy Of Death“ als weiteres Studio-Langeisen hinzufügt. Laut eigenen Angaben soll die Scheibe dunkler, schneller und lebendiger sein, als alle anderen zuvor. Da haben die Herren Attila Csihar (Gesang), Ghul (Gitarre), Hellhammer (Drums), Necrobutcher (Bass) und Morten (Gitarre) den Mund nicht zu voll genommen. Fürchtet euch nicht – MAYHEM klingen keineswegs lebensbejahend oder euphorisch, aber sie schaffen es, einen tiefschwarzen Wirbelsturm zu entfachen, der euch einfach mitreißen wird. Gerade bei Hellhammer muss man sich fragen, wie es gelingen kann dermaßen brutal und präzise zu klingen, aber gleichzeitig so abwechslungsreich in die Felle zu dreschen. Generell muss man feststellen, dass „Liturgy Of Death“ trotz allen Furors feinstens ausziseliert daherkommt. Jeder Part sitzt, jeder Song funktioniert als Einzelstück, die Platte als Ganzes aber noch beeindruckender. Übrigens fand ich die Scheibe unterm Kopfhörer, mit vollen Fokus auf die Details, sogar noch besser. Gebt euch diesbezüglich ruhig mal das verlinkte „Despair“ oder „Funeral Of Existence“. Gerade Letzteres bietet dabei auch eine durchaus als wohlig zu empfindende Zeitreise in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts und damit zurück zu MAYHEMs Wurzeln.