Schenkt man den aktuellen Angaben Glauben sind ROTTING CORPSE aus den USA immer noch aktiv. Allerdings gibt es keinen „echten“ Beweis dafür. Es gibt keine Homepage, und auf allen anderen sozialen Netzwerken wird man ebenfalls nicht fündig. Lediglich bei Facebook findet man eine Seite, allerdings ist das eher eine Fan Seite.
Und auch die vorliegende Scheibe „Thrash In Pain Or Die Insane“ ist lediglich die Ansammlung der ersten vier Demos, die zwischen den Jahren 1986 und 1990 entstanden. Das erste Demo wurde übrigens von einem gewissen Jerry Abbot produziert. Der Name sagt euch nichts? Okay, zweiter Versuch: Demo Nummer 3 und 4 wurden von Vinnie Paul produziert. Klingelt es jetzt? Dann verrate ich euch auch hiermit, dass Jerry Abbot der Vater von Vinnie Paul ist.
ROTTING CORPSE kamen also mit der zweiten Welle auf die Bildfläche des Thrash Metal, zu einem Plattenvertrag hat es aber erst sehr viel später gereicht.
Woran das gelegen haben könnte? Schwierig zu beantworten, da man kaum etwas über die Geschichte der Band herausfindet. Die Fluktuation der Band Mitglieder ist recht normal, auch der Wechsel am Mikro nach dem ersten Demo fällt da nicht weiter aus dem Rahmen.
Stilistisch bleibt man sich auch recht treu, es gibt recht rauen bis stumpfen Thrash Metal der immer wieder mit Gitarren Soli aufgepeppt wird. Aber dabei bleibt es dann auch, für mehr Variationen konnte oder wollte es nicht reichen. Ich denke hier liegt der Hase im Pfeffer, denn wenn man sich andere Thrash Metal Alben aus diesen Jahren anhört (1988 als Beispiel: „South Of Heaven“, „…And Justice For All“, „So Far, So Good…So What!“, „Under The Influence“ oder auch „State Of Euphoria“ um nur ein paar zu nennen), dann war diese Spielart schon in ganz anderen Sphären angekommen.
Man könnte jetzt dagegen halten und sagen, dass ROTTING CORPSE genau das Gegenteil machen und ihren Thrash Metal räudig runterzocken. Aber selbst das haben Bands wie SADUS zum Beispiel weitaus besser hinbekommen.
„Thrash In Pain Oder Die Insane“ ist ein nettes Zeitdokument von einer Band, die nie den großen Sprung geschafft hat. Vom Sound her ist das alles okay, es sind eben „nur“ Demos die man ein wenig aufgemotzt hat. Zu empfehlen ist die Scheibe aber nur Thrash Metal Fans, die wirklich JEDES Album im Regal stehen haben wollen.