PILEDRIVER aus dem Ruhrgebiet fingen ja als STATUS QUO-Tribute-Band an, schrieben aber im Laufe ihres Bestehens immer wieder eigene Stücke, die sowohl auf neuen CDs als auch in ihren Shows intergriert wurden. Ich selbst habe die Platten „Rockwall“, das Blu-ray/2 CD Set „Live In Europe“ sowie „Brothers In Boogie“ im Schrank stehen. Jetzt kommt zum 30-jährigen Bestehen der Combo um die beiden Frontmänner und Gründungsmitglieder Michael Sommerhoff und Peter Wagner, die sich beim Lead-Gesang abwechseln, das neue Studioalbum „First Nations Rock“ mit ganzen 14 neuen, eigenen Songs und einer dementsprechend ordentlichen Laufzeit von fast einer Stunde! Es sei noch dabei erwähnt, dass die Rhythmus-Fraktion sowie der dritte Gitarrist mittlerweile ausgewechselt wurden, aber das ist tatsächlich nur eine Randnotiz, die man bei einem Studioalbum eh nicht hört. Live kann das natürlich schon anders aussehen, aber das ist Zukunftsmusik.
Also, waren bisher bei den Vorgänger-Alben fast logischerweise öfter Hinweise an STATUS QUO gegeben, man war/ist ja schließlich vor allem live eine Tribute-Band, sind diese beim neuen Album kaum noch bemerkbar! Das heißt, man hat mehr Abstand vom Gute Laune-Boogie Rock-Sound der Vorbilder genommen und sich mehr in eine deutlich „härtere“ Richtung von Bands wie DEEP PURPLE oder RAINBOW entwickelt. Riffgewaltig donnern uns die Gitarren bei Stücken wie dem Opener „Light Years Frome Here“ oder „Ridin`“ entgegen und ein Song wie „The World`s On Fire“ hätte auch in den 70ern von ZZ TOP sein können. Auch kommt es mir so vor, als klingen die beiden Lead-Vocals der o.a. Shouter und Gitarristen rauer und heavier als bisher! Die Gitarren braten ordentlich und die Solos schneiden tief in den Leder-Kombi! Die Balladen wie „I Can`t Say Good-Bye“ oder die Weihnachts-Schnulze „There Comes A Time“ kommen mir im Vergleich zu den härteren Stücken dabei ein wenig uninspiriert vor, auf die hätte ich auch ehrlicherweise verzichten können. Aber das ist wie alles im Leben Geschmacksache! Denn echte Hard Rock-Perlen sorgen ansonsten für beste Unterhaltung und Fans von den klassischen Genre-Rock-Bands der 70er und 80er Jahre (ohne viel Keyboards/Orgel) kommen voll auf ihre Kosten. Etwas Country-Feeling („Comin` Home“) und/oder ne Slide-Guitar wie bei beim abschließenden „Shout It Out“ sorgen für Abwechslung im ansonsten sehr straighten Soundgefüge! Auch der Sound klingt fett und ausgewogen, für die Produktion zeichnete sich mit Stefan Kaufmann (Ex-ACCEPT) aber halt auch kein Amateur verantwortlich.
Ebenfalls positiv erwähnen möchte ich das aufwenige und dreiteilig aufklappbare Digi-Pack mit seinem 24-seitigen, farbigen Hochglanz-Booklet mit allen Texten, Band-Pics und Produktions-Infos.