Die Norddeutschen Melodic Power Metaller HUMAN FORTRESS sind seit einigen Jahren recht konstant und haben mit ihrem brasilianischen Sänger Gus Monsanto einige gute Scheiben gemacht, bei der achten Studioscheibe „Stronghold“ ist Keyboarder und Songwriter Dirk Liehm ausgestiegen, so dass die beiden Gitarristen Todd Wolf und Volker Trost das Songwriting laut Labelinfo alleine in den Händen hatten, was zusammen mit einer für meine Ohren recht ungekünstelten Produktion von Alex Krull eine interessante Kombination ergeben hat. Mit Axel Herbst ist zwar wieder ein Keyboarder an Bord, aber lange nicht so präsent vom Sound wie in der Vergangenheit. In Verbindung mit dem Sound klingen HUMAN FORTRESS weniger glatt und steril wie ein Großteil der Konkurrenz im Jahre 2025, was ich sehr begrüße und als ein gutes Alleinstellungsmerkmal bezeichnen würde.
Das farbenfrohe Artwork erinnert mich an meine Kindheit und Ritterfilme, sowie Spiele wie „Defenders Of The Crown“ (AMIGA 500 Version) und das Spiel „Stronghold“. Apropos: Leider haben es HUMAN FORTRESS auch dieses Mal nicht geschafft einen Übersong wie ihren Ohrwurm „Defenders Of The Crown“ von 2003 zu schreiben. Immerhin haben sie aber nie eine schlappe Kopie oder einen 2. Teil dieses Liedes aus Kalkül gemacht, wenn ich mich recht entsinne. Bei den 10 Songs des Hauptalbums und den vier Tracks der Bonus-Disc (alle auch im Streaming zu hören) fällt mir generell auf, dass die Lieder sehr auf den Punkt kommen und mit Laufzeiten zwischen drei und vier Minuten für diese Metalsparte fast schon kurz ausfallen. In Sachen Abwechslung haben HUMAN FORTRESS alles richtig gemacht, von der flotten Nummer über den Midtemporocker bis hin zu getragenen, melancholischen Tracks wie „Death Calls My Name“ ist alles vertreten. Wenn man die Jubiläumsscheibe von 2021 außer Acht lässt ist „Stronghold“ um einiges besser und packender als das letzte, reguläre Studioalbum „Reign Of Gold“ von 2019 in meinen Ohren. Gut das die Gruppe noch aktiv ist!