AMORPHIS – BORDERLAND

Artist

Amorphis

Albumtitel

Borderlands

Genre

Melodic Death Metal

Amorphis haben mit „Borderland“ erneut ein beeindruckendes Album abgeliefert, das sowohl ihre musikalische Entwicklung als auch ihren unverwechselbaren Stil eindrucksvoll vereint. Die Band bleibt sich treu, ohne sich zu wiederholen, und schafft es, ihre charakteristischen Melodien in einem modernen Soundgewand zu präsentieren – etwas, das langjährige Fans ebenso anspricht wie Hörer, die AMORPHIS vielleicht erst jetzt entdecken. Es ist ihr mittlerweile 15. Studioalbum, das zeigt, wie beständig und kreativ die Band nach über drei Jahrzehnten noch immer agiert.

Der Opener „The Circle“ überrascht mit seiner poppigen Ausrichtung, viel Hall und einer fast zu glatt getunten Produktion. Obwohl dieser Einstieg nicht jedem sofort zusagt, setzt er einen modernen, eingängigen Ton für das Album. Im krassen Gegensatz dazu steht „Bones“, das direkt mit Growls beginnt und musikalisch stark an die frühen Tage der Band erinnert. Hier verbinden sich Härte und epische Melodien zu einem Track, der sowohl Nostalgie als auch neue Kraft vermittelt.
Mit „Dancing Shadow“ dringt AMORPHIS tief ins Herz: diese Melodie, die allein die Band so beherrschen kann, überzeugt durch eingängigen Gesang und Gitarrenriffs, die lange im Ohr bleiben. Die emotionale Tiefe dieses Songs macht ihn zu einem der Highlights des Albums. Interessant ist, dass der Song seinen Arbeitstitel „Disco Tiger“ erhielt, da er so tanzbar und mitreißend ist, dass er beinahe eine Metal-Disco-Hymne darstellt.
Sanft und atmosphärisch beginnt „Fog To Fog“ mit Flöte und Tremolo-Gitarren, die an SOLSTAFIR erinnern. Zwar wirkt der Track auf den ersten Hördurchgang noch etwas belanglos, doch entfaltet er beim zweiten Hören mehr Tiefe und Atmosphäre. Die ruhigen, fast folkigen Elemente gewinnen mit der Zeit an Charme, sodass „Fog To Fog“ eine schöne, zurückhaltende Zwischennote im Album bildet.
„The Strange“ startet mit einem Intro, das an den Stil von NIGHTWISH erinnert – ein düsteres, piano-geführtes Arrangement, das symphonische Metal-Aspekte mit AMORPHIS’ eigenem Charakter verbindet. Im weiteren Verlauf wird der Song dynamischer, bleibt aber nahe am emotionalen, melodischen Kern der Band. Dieser treibende Track zeigt eine witzige Nuance im Refrain und fügt sich bestens in die stilistische Vielfalt des Albums ein. „Tempest“ ist für Fans der älteren Alben mit seiner sanften Clean-Stimme und dem Klavier eher zu soft. Obwohl Tomi Joutsen mit seiner Stimme natürlich überzeugt und auch die Growls einsetzt, fängt der Song emotional nicht so stark ein.
„Light and Shadow“ begeistert mit einer eingängigen Melodie, treibenden Riffs und einem epischen Gitarrensolo, begleitet von Tomis tiefen Growls – ein typischer AMORPHIS Song, der moderne und traditionelle Elemente perfekt verbindet. Etwas ruhiger und getragen präsentiert sich „The Lantern“ mit einem schönen Keyboard-Solo, der zwar weniger spektakulär ist, aber eine melancholische Stimmung schafft und durch viele kleine Details wächst.
Der namensgebende Track „Borderland“ ist etwas sperrig und braucht seine Zeit, um zum Kern zu kommen. Obwohl er mit einem ungewöhnlichen, wilden Rhythmus aufwartet, wirkt er für manche Hörer langatmig und nicht ganz zugänglich. Dennoch zeichnet er sich durch seine Atmosphäre und thematische Tiefe aus, die Zeitlosigkeit und moderne Konflikte verbindet.
Den Abschluss bildet „Despair“ mit ruhigen, melancholischen Parts, die in einen intensiven und druckvollen Refrain münden, der für viele ein Höhepunkt des Albums ist. Die begleitende Gitarrenmelodie unterstreicht die emotionale Kraft dieses Songs und macht ihn zum würdigen Schlusspunkt eines facettenreichen Albums.

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Infos

Release

26.09.2025

Laufzeit

49:38 Minuten

Label

Reigning Phoenix Music

Fazit
AMORPHIS können es einfach – mit ihren einzigartigen Melodien schaffen sie es, ein breites Spektrum an Emotionen zu transportieren und dabei immer etwas Wiedererkennbares zu bewahren.
12
von 15
Edelstahl
Autor
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