Ach wie schön, dass ich das neue WHISKEY MYERS-Album hier besprechen darf, eine Band, die ich schon lange sehr schätze! „Whomp Whack Thunder“ ist ja auch schon Scheiblette Nummer 7 des flotten Sechsers aus Texas, der schon seit Gründung im Jahr 2007 die Grenzen zwischen Country-, Southern-, Blues- und Heavy Rock gerne und gekonnt auslotet. Ein Live-Auftritt in einer Kneipe bei der erfolgreichen Kevin Costner-Serie „Yellowstone“ machte die Gruppe um Frontmann Cody Cannon auch bei uns bestimmt noch etwas bekannter, jedoch schwimmen WHISKEY MYERS eh schon auf einer Erfolgswelle, die stilistisch vergleichbare Gruppen wie ROBERT JON & THE WRECK oder BLACKBERRY SMOKE in hiesigen Breiten ausgelöst haben. BONES OWENS darf ich seit Kurzem ebenfalls in diese Reihe höchst empfehlenswerter Acts des Genres aufnehmen.
Das Album mit seinen elf neuen Stücken beginnt jedenfalls mit mächtig Dampf unter`m Kessel, „Timebomb“, „Tailspin“ (siehe Video) und „I Got To Move“ rocken klassisch und mit viel südlichem Timbre. Die zwei E-Gitarren im Line-Up geben zu Beginn jedenfalls ordentlich Gas und legen den Fokus auf das Wort Rock vor Southern. Aber die Melodien kommen auch nicht zu kurz, was mich sehr freut. Erste deutliche Country-Hinweise bietet ausgerechnet die Ballade „Rowdy Days“, die ich allein wegen der Solos im Mittelteil schon fast als Power-Ballade bezeichnen könnte, die dann jede Menge Gefühl mitbringt! „Icarus“ besticht durch angedeuteten Rap-Gesang in den Strophen, wobei der Refrain unverschämt eingängig und ja…poppig im positiven Sinne lange nachhallt. Trotz aller Eingängigkeit ist die Band mit ihrem neuen Album jedoch auch vom kommerziellen Einheitsbrei weit entfernt, denn Songs wie das bluesige „Break These Chains“ oder „Midnight Woman“ hätten auch einer Gruppe wie ZZ TOP in ihren Anfangszeiten gut zu Gesicht gestanden, da geht die Luzie oredntlich ab! Und immer wieder das Spiel der zwei Gitarren, die sich mal slidend, mal kanrzig oder clean die Riffs und Solos herrlich gegenseitig um die Ohren hauen. Zeit zum Durchatmen bietet mit „Born To Do“ eine weitere Ballade, die mich mit ihren akustischen Slide-Gitarren und dieser Hammer-Melodie nach der Repeat-Taste förmlich anfleht! Mit trockenem, verzerrtem Gesang beginnt „Rock`n Roll“ noch gemächlich, aber dieser stimmungsvolle Song vermag sich mächtig zu steigern und entwickelt sich zu einem gleichzeitig spannenden wie entspannten Rocker. So wird auch im weiteren Verlauf Abwechslung groß geschrieben, denn der halb akustische Blueser „Ramblin`Jones“ hat sowohl Mississippi-als auch Country-Blues-Anteile und groovt ohne Ende. Zum „krönenden“ Abschluss gibt es mit „Monsters“ einen Song, den ich mir sehr gerne im Rock-, ach was, auch im ganz normalen normalen Radio wünschen würde und der tatsächlich zum Hit mutieren könnte. Wenn ich die Augen schließe, kommt mit glatt die dänische Gruppe D-A-D in den Sinn, die genau diese Art von Songs im Repertoire hat, was auch gesanglich zutrifft!