GOTTHARD, Y&T / Batschkapp, Frankfurt

Billing

Gotthard, Y&T

Ort

Frankfurt

Datum

25.05.2025

Bilder

Thorsten Dietrich

Zwei Bildungslücken schließen sich an diesem lauen Maiabend, ich sehe zum ersten Mal die seit 1973 (!) existierende US- Hard Rock Formation Y&T um das letzte Originalmitglied Dave Meniketti an Gesang und Gitarre. Die Band ist immer an mir vorbeigegangen und da habe ich definitiv was verpasst!  Die zweite Bildungslücke war die Location an sich, die Batschkapp. Ein schöner, geräumiger, größerer Club oder Halle der mit Biergarten draußen und einer recht großen Bühne punkten kann. An diesem Abend ist die Batsch gut gefüllt, aber die oberen Sitzränge sind nicht offen. Pünktlich um halb acht starten Y&T und haben wie der Hauptact einen starken Sound und bekommen auch recht ordentlich Licht, nicht wie bei anderen Touren dieser Art wo die Vorband manchmal im Dunkeln steht. Auch wenn ich keines der Lieder kenne, begeistern mich die verdammt gut eingespielten Musiker direkt. In dieser Zusammenstellung spielen Y&T immerhin seit 2016. Im Mittelpunkt steht der toll singende und ebenso Gitarre spielende Frontmann Dave Meniketti der mit seinen 72 Jahren sehr agil und fit auf der Bühne wirkt. Es scheint als habe er seine Krebserkrankung vor ein paar Jahren gut überstanden. Starke Johnny Depp Vibes verströmt der agile Bassist, Bandanaträger und Jungspund der Band, Aaron Leigh und bearbeitet den Bass gekonnt flink mit den Fingern. Bei den Musikern stimmt alles, Chöre, Timing und auch die Bewegungen sitzen. Die ganze Truppe wirkt sehr sympathisch, auch Gitarrist John Nyman der mit seinem leicht indigenen Outfit samt weißer Matte ein Hingucker ist. Löblich von GOTTHARD diesen Könnern hier eine Stunde Spielzeit zu geben, so können sich Y&T toll präsentieren! Ich muss unbedingt auf eine hoffentlich irgendwann folgende Headlinershow der Band.

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Nach kurzer Umbaupause und mit gutem, aber dezentem Bühnenbild legen die Schweizer Musiker satt rockend mit zwei Stücken, „AI & I“ und „Thunder & Lightning“ vom neuen, starken und aktuellen Album „Stereo Crush“ los! Anfangs mit Hut und später kurz mit dritter Gitarre gibt Frontmann Nic Maeder Gas und überzeugt mit seiner freundlichen Art, ebenso wie der Rest der Formation die auch bei dieser Tournee mit einem Gastkeyboarder am linken Bühnenrand ausgestattet ist. Das ist mir echt lieber als wenn alle Keys aus der Konserve kommen. Leider kommt nach drei Rocksongs schon eine Ballade namens „Stay With Me“ und dann noch eine Halbballade die Maeder als seinen Einstieg bei Gotthard bezeichnet, „Remember It´s Me“.  Das hätten die Musiker aber von der Setlist her besser lösen können! Darauf gibt es mit dem neueren Track „Everytime I Die“ wieder Stoff aus der jüngsten Vergangenheit. Hingucker und Rampensau ist für mich neben Maeder immer Leo Leoni der einfach Gotthard ist. Dann kommen schon Roadies mit Barhockern auf die Bühne und es ist schon wieder Balladenzeit, kein Scherz! Ich bin großer GOTTHARD Fan seit der zweiten Scheibe aber die Setlist ist bis hierhin einfach nicht homogen. Nichts gegen ihre tollen Balladen, aber das kommt viel zu früh. Nett ist aber die Idee auf jedem Konzert jemanden aus dem Publikum zu holen der anhand einer großen Tafel sich die Stücke aussuchen kann. Heute ist es die Leiterin des Gotthard Fan Clubs, eine sehr nette Geste der Schweizer. Zum Glück wird nun auch mit Oldies wie den Steve Lee Evergreens „Anytime Anywhere“, „Top Of The World“ oder „Mountain Mama“ satt weitergerockt und die Leute bekommen an diesem Sonntagabend wieder etwas Betriebstemperatur. Trotzdem wird hier die Ballade „Heaven“ dann doch noch dazwischengeschoben. Gerade Leo Leoni der wie einst Richie Sambora (Ex-BON JOVI)mit der Talkbox souverän umgehen kann und die gut eingespielten Freddy Scherer (Gitarre) und Marc Lynn (Bass) sind das Rückgrat der Formation und sorgen immer für kernige Backings. Einen guten Punch hat der seit 2019 bei GOTTHARD aktive Flavio Mezzodi der auch zum Ende ein Drumsolo zeigen darf. Danach folgen die beiden Zugaben „Hush“ und „Mighty Quinn“ beides Coversongs aus der Frühphase der Schweizer. Nach über 12 Alben haben die Jungs jedoch genügend eigene Hits die hier meiner Meinung nach passender wären. Trotz meiner Kritik ist das ein sehr gelungener Abend mit zwei starken Acts die wohl überall für volle Hallen sorgen! Wer es etwas deftiger mag, sollte dann zu CORELEONI gehen, wo Leo Leoni die kernigere Frühphase von GOTTHARD zelebriert. Auch das habe ich bisher noch nicht geschafft und ist wieder eine andere Bildungslücke die ich bald schließen möchte!

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"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)
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